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SPS / PLC · Industrial DevOps·26. Mai 2026·14 min Lesezeit

TIA Portal mit Git
versionieren.
GitHub, GitLab & CI/CD.

Von Andreas Schönfeld, Geschäftsführer der Comquent GmbH. Er arbeitet seit 2006 mit Jenkins und CI/CD. Seit Jahren beschäftigt ihn die Frage, wie man SPS-Programmierung und moderne Software-Versionierung zusammenbringt, also die Stelle, an der Automatisierungstechnik und DevOps aufeinandertreffen.

Comquent bringt die Versionsverwaltung mit Git im Industrial DevOps aus der Projektarbeit mit: Einführungsprojekte in Teams, die bisher mit Netzlaufwerk und Datumsordner gearbeitet haben, Migrationen gewachsener Projektbestände nach Git und der Aufbau der CI/CD-Pipelines, die anschließend darauf bauen und testen.

Comquent-Team in einer Fertigungshalle vor Werkzeugmaschinen — Automatisierungstechnik und Softwareentwicklung in einem Projekt
TIA Portal mit Git versionieren — Engineering-Arbeitsplatz mit SCL-Code und Git-Branch-Graph vor SPS-Schaltschrank
// Direkte Antwort

TIA-Portal-Code wird mit Git versioniert, indem man die Bausteine als mergefähigen Quelltext (LAD/FBD/SCL, XML, AWL) exportiert und diesen Export in Git verwaltet — nicht die binäre .ap-Projektdatei. Für diese TIA Portal Git Integration gibt es zwei Wege: das ab V18 integrierte Version Control Interface (VCI) und die skriptbasierte Openness-API. So entstehen echte Diffs, Branches und Code-Reviews. GitHub und GitLab eignen sich gleichermaßen; GitLab/GitHub Actions bringen CI/CD für Export-Konsistenz und PLCSim-Tests gleich mit. CODESYS bietet mit „CODESYS Git“ eine integrierte Alternative.

Stand · 14. August 2026/TIA Portal V21/Wege · VCI & Openness

Aus der Praxis: Viele Automatisierungsteams legen zuerst das komplette TIA-Projekt als Binärdatei in Git ab. Der Frust kommt dann beim ersten Merge. Zwei Kollegen ändern denselben Baustein, Git meldet einen Konflikt in einer Datei, die kein Mensch lesen kann, und am Ende entscheidet jemand von Hand, wer gewinnt — die Änderungen des anderen sind weg. Wer einmal einen Nachmittag Engineering in einem solchen Konflikt hat versinken sehen, vergisst das nicht. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob man versioniert, sondern was man versioniert. Da fängt die Arbeit an.

// Kurz gefragt1 Klick, anonym

Ist TIA Portal und Git bei Ihnen gerade ein Thema?

Wir fragen kurz, wie dringend das Thema bei Ihnen gerade ist. Je nach Antwort zeigen wir Ihnen direkt den passenden nächsten Schritt — ganz ohne Formular.

// 01Das Problem

Warum SPS-Code selten in Git liegt

Steuerungsprojekte für SPS/PLC wachsen über Jahre, oft ohne Versionskontrolle. Der Grund ist technisch: Das TIA-Portal-Projekt ist ein Binärformat. Legt man die .ap-Datei in Git, kann das System sie zwar speichern, aber nicht diffen oder mergen — zwei parallele Änderungen enden im unauflösbaren Konflikt.

Die Folge: Versionsstände als Projekt_final_v3_NEU.zip auf Netzlaufwerken, kein Audit-Trail, keine nachvollziehbare Änderungshistorie — ein Problem für ASPICE, IEC 62443 und jede Funktionssicherheits-Argumentation. Genau hier setzt unser Anwendungsfall: CI/CD für SPS/PLC im Maschinenbau an — von der versionierbaren Codebasis bis zur durchgängigen Pipeline.

Wie sich das im Ernstfall anfühlt, wissen viele Instandhalter aus eigener Erfahrung: Samstagnacht steht die Anlage, der letzte bekannte Stand wird zurückgespielt — und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob auf der Steuerung vorher wirklich das lief, was auf dem Netzlaufwerk liegt. In diesem Moment ist fehlende Versionierung kein Ordnungsproblem mehr, sondern ein Risiko für Stillstandszeit und Gewährleistung — was eine solche Nacht kostet, rechnet der Beitrag Was Maschinenstillstand wirklich kostet konservativ durch. Und spätestens wenn der Auditor fragt, wer diese eine Änderung wann freigegeben hat, wird aus dem Ordner-Chaos ein Haftungsthema.

Automatisierungsteam bespricht am Bildschirm die verbindliche Zuständigkeit für den Git-Stand eines TIA-Portal-Projekts
// 02Methoden im Überblick

Drei Wege, SPS-/PLC-Code in Git zu bekommen

Falls Sie heute noch mit Netzlaufwerk-Ständen arbeiten: Sie sind damit in guter Gesellschaft — fast jedes Automatisierungsteam, das wir kennenlernen, startet genau dort. Entscheidend ist nicht, wo Sie stehen, sondern welchen der drei Wege Sie zuerst gehen. Alle drei versionieren denselben textuellen Quelltext — sie unterscheiden sich im Integrationsgrad und im Aufwand. Welcher passt, hängt von TIA-Version, Team-Know-how und gewünschter CI/CD-Tiefe ab.

/01

Version Control Interface (VCI)

Ab TIA Portal V18, ideal ab V21

Integriert im TIA Portal, Bedienung per Drag & Drop, ab V21 diff-fähiger LAD/FBD/SCL-Export. Wenig Skriptaufwand — erste Wahl für neue Projekte.

/02

TIA Openness (Skript)

Ab V17, auch ältere Versionen

Maximale Flexibilität über eigene Export-/Import-Skripte und Naming-Konventionen. Unabhängig von der VCI-Roadmap, ideal für tiefe CI/CD-Integration und Custom-Toolchains.

/03

Spezialwerkzeuge (octoplant, Copia)

Heterogene Anlagen, wenig DevOps-Know-how

Nutzen Git unter der Haube und liefern PLC-spezifische Diffs über mehrere Hersteller hinweg — sinnvoll, wenn Siemens, Rockwell und Beckhoff parallel laufen.

// In 2 Klicks: Welcher Git-Weg?Schritt 1 / 2

Welcher Git-Weg passt zu Ihrem TIA-Portal-Projekt?

Ob VCI, Openness oder Spezialwerkzeug — der richtige Git-Weg hängt an Ihrer TIA-Version und Ihrem Ziel. Beantworten Sie zwei kurze Fragen, und Sie bekommen den Weg, der bei Ihnen am wenigsten Reibung erzeugt.

Mit welcher TIA-Portal-Version arbeiten Sie?

Comquent-Berater erläutert die Wahl zwischen TIA-Portal Version Control Interface und Openness-API
// 03Version Control Interface

Was ist das Version Control Interface (VCI) im TIA Portal?

Das TIA Portal Version Control Interface (VCI) ist Siemens’ integrierte Schnittstelle zwischen dem Engineering im TIA Portal und einem quellcode-basierten Versionierungssystem wie Git oder Subversion (SVN) — englischsprachige Quellen führen dieselbe Funktion unter „TIA Portal version control“ oder „source control“. Ab V18 ist das VCI Bestandteil des TIA Portal, für V16 und V17 gibt es den VCI Git Connector als Add-In. Man arbeitet mit einem Workspace direkt im Engineering — ohne eigene Export-Skripte.

/01

VCI-Workspace anlegen

Im TIA Portal über die Projektnavigation einen Version-Control-Interface-Workspace erstellen und mit einem lokalen Windows-Verzeichnis verknüpfen. Das VCI ist ab V18 integrierter Bestandteil des Engineering-Frameworks.

/02

Objekte in den Workspace übernehmen

Bausteine, Typen und PLC-Datenobjekte per Drag & Drop in den Workspace ziehen. Das VCI legt sie als quellcode-basierte Dateien ab — ab V21 als diff-fähiges LAD/FBD/SCL statt des älteren, rein XML-basierten Exports.

/03

Workspace mit Git verbinden

Auf das Workspace-Verzeichnis einen Git-Client (VS Code, Git Bash, IDE) ansetzen und gegen GitLab, GitHub, Gitea oder einen On-Prem-Server committen, branchen und mergen. Bausteinvergleiche sind direkt im TIA Portal möglich.

/04

Synchronisieren & CI/CD ergänzen

Änderungen aus dem TIA Portal in den Workspace exportieren, per Git versionieren und dieselbe CI/CD-Logik wie beim Openness-Weg anbinden — Export-Checks, PLCSim-Tests und Compliance-Gates greifen unverändert.

Git je TIA-Portal-Version

Ab welcher Version welcher Git-Weg verfügbar ist — und was V21 beim Export verbessert.

V16
Skript-Export
VCI Git Connector (Add-In)
Git nur über separates Add-In oder Openness-Skripte.
V17
Openness Standard
— / Add-In
Openness Teil der Installation, kein integriertes VCI.
V18
Openness Standard
VCI integriert (XML)
Erstes integriertes Version Control Interface, Export überwiegend XML.
V20
Openness Standard
VCI integriert
VCI ausgebaut, breitere Steuerungsunterstützung.
V21
Openness verbessert
VCI mit LAD/FBD/SCL
Textbasierter, Standard-Git-diff-fähiger Export — komfortabelster Stand.

Eine ehrliche Einordnung: Vor V21 war das diff-fähige Arbeiten mit TIA-Quelltext eher ein Versprechen als ein Werkzeug. Der XML-Export war zwar textbasiert, für einen menschlich lesbaren Review taugte er aber kaum. Erst der Export von LAD/FBD/SCL in V21 macht aus „technisch versionierbar“ einen echten Review-Workflow, in dem sich ein Pull Request auch fachlich diskutieren lässt. Wer heute anfängt, sollte diese Grenze kennen, statt ältere Versionen schönzureden. Dafür lohnt sich der Weg: Der Moment, in dem das erste Review einen Baustein-Fehler vor der Inbetriebnahme fängt statt danach, ist in unseren Projekten regelmäßig der Punkt, an dem aus Skepsis im Team Überzeugung wird.

Braucht das Version Control Interface einen Download?

Ab TIA Portal V18 nicht: Das Version Control Interface ist Bestandteil der Installation und wird über die Projektnavigation als Workspace angelegt — in V20 und V21 ebenso. Für V16 und V17 stellt Siemens den VCI Git Connector als Add-In über den Industry Online Support bereit; installiert wird es wie jedes andere TIA-Add-In. Was das VCI in keiner Version mitbringt, ist der Git-Client selbst: Commit, Branch und Merge laufen über ein separates Werkzeug auf dem Workspace-Verzeichnis — VS Code, Git Bash oder die IDE Ihrer Wahl. Wie Sie das Repository darüber hinaus strukturieren — und wo OT-Speziallösungen wie octoplant oder versiondog statt Standard-Git die bessere Wahl sind —, vertieft unser Beitrag zur SPS-Versionsverwaltung mit octoplant, versiondog und Git; die Begriffe rund um das TIA Portal als Engineering-Framework klärt der Glossar-Eintrag.

TIA Portal V21 und Git: was der LAD/FBD/SCL-Export ändert

In TIA Portal V21 exportiert das Version Control Interface Bausteine als textbasiertes LAD, FBD und SCL — der entscheidende Unterschied zum überwiegend XML-basierten Export ab V18. Ein git diff zeigt damit die fachliche Änderung statt einer Umsortierung von XML-Knoten, und ein Pull Request wird zum Ort, an dem zwei Automatisierer über Logik reden statt über Dateiformate. Am Git-Workflow selbst ändert V21 nichts: Workspace anlegen, Objekte übernehmen, mit einem externen Client committen — die vier Schritte oben gelten unverändert.

Der Unterschied ist im Review sofort sichtbar. Links eine Änderung an einer Freigabebedingung, wie sie im textbasierten Export ankommt — lesbar, kommentierbar, in der Historie auffindbar:

git diff — FB_Freigabe.scl (schematisch, gekürzt)
$ git diff HEAD~1 -- PLC_1/ProgramBlocks/FB_Freigabe.scl

@@ -42,7 +42,10 @@ IF #Startanforderung AND NOT #Stoerung THEN
-    #Freigabe := TRUE;
+    // Freigabe erst nach Quittierung — Nacharbeit KW32, Linie 3
+    IF #Quittierung_Bediener THEN
+        #Freigabe := TRUE;
+    END_IF;
     END_IF;

Vor V21 stand an derselben Stelle ein XML-Block mit Attribut-IDs, in dem dieselbe Änderung zwar technisch enthalten, aber praktisch nicht lesbar war. Wer heute auf V21 steht, sollte deshalb genau diesen Unterschied nutzen: Reviews auf Baustein-Ebene einführen, statt Commits nur als Backup zu fahren. Und wer noch auf V18 bis V20 arbeitet, verliert nichts — Repository-Struktur, .gitignore und CI/CD bleiben beim Upgrade identisch, nur die Diffs werden lesbar.

TIA Portal V20 und Git

In TIA Portal V20 ist das Version Control Interface fest integriert — der VCI-Workspace, der Drag-&-Drop-Export und die Git-Anbindung über einen externen Client funktionieren wie ab V18, mit breiterer Steuerungsunterstützung. Der Export ist in V20 allerdings noch überwiegend XML-basiert: Bausteinvergleiche gelingen im TIA Portal selbst, Standard-Git-Diffs bleiben sperrig. Wer den textbasierten, direkt diff-fähigen LAD/FBD/SCL-Export will, braucht das Upgrade auf V21 — der Git-Workflow selbst bleibt beim Wechsel unverändert.

TIA Portal mit GitHub verbinden

GitHub braucht keine Sonderbehandlung: Das VCI- oder Openness-Exportverzeichnis wird als lokales Git-Repository initialisiert und gegen ein Repository auf github.com oder GitHub Enterprise gepusht — Branches, Pull Requests und Code-Reviews funktionieren damit wie in der Software-Entwicklung. GitHub Actions übernimmt die CI/CD-Seite: Export-Konsistenz prüfen, PLCSim-Smoke-Tests fahren, Engineering-Backups als Artefakte signieren. Self-hosted Runner auf einem Windows-Engineering-Host sind dabei Pflicht, weil TIA Portal und PLCSim Windows voraussetzen.

PLCSim in der Pipeline — die unbequeme Wahrheit

Der unbequeme Teil steht selten im Tutorial: Automatisierte Tests gegen PLCSim in einer Pipeline aufzusetzen ist machbar, aber kein Nachmittagsprojekt. Lizenzierung, die Startzeiten der Simulation und die Frage, was ein Test überhaupt sinnvoll prüft, kosten mehr Zeit als der Git-Teil. Unsere Empfehlung: klein anfangen. Erst Export und Versionierung sauber automatisieren, dann Build- und Konsistenzprüfungen, und ganz zuletzt die Simulation. Wer alles auf einmal will, baut sich eine Pipeline, die am Ende niemand mehr wartet.

// 04Openness-Weg · 5 Schritte

TIA Portal über Openness an Git anbinden

Wo das VCI an seine Grenze kommt — ältere TIA-Versionen, eigene Namenskonventionen, tiefe CI/CD-Automatisierung —, übernimmt der skriptbasierte Weg über die TIA-Openness-API. Er kostet mehr Aufwand und gibt dafür die volle Kontrolle über Export, Struktur und Pipeline.

/01

Openness-API aktivieren

Im TIA Portal die TIA Openness-Schnittstelle installieren und den Benutzer zur Gruppe „Siemens TIA Openness" hinzufügen. Ab TIA Portal V17 ist Openness Bestandteil der Installation.

/02

Projekt als Quelltext exportieren

Bausteine (FB, FC, DB) und PLC-Tags per Openness-Skript als XML bzw. SCL/AWL exportieren. Nur der textuelle Export ist mergefähig — die binäre .ap-Datei gehört nicht ins Git.

/03

Git-Repository strukturieren

Pro Steuerung ein Verzeichnis, Bausteine als einzelne Quelltext-Dateien. Eine .gitignore schließt Binär-Artefakte, Cache und Kompilate aus. Aussagekräftige Commit-Messages je Funktionsänderung.

/04

Round-Trip absichern

Re-Import per Openness-Skript automatisieren und gegen das Original diffen, damit der Export/Import verlustfrei bleibt. So wird der Git-Stand zur verbindlichen Quelle.

/05

CI/CD-Pipeline anbinden

In Jenkins oder GitLab CI bei jedem Commit Export-Konsistenz prüfen, PLCSim-Smoke-Tests fahren und Engineering-Backups als signierte Artefakte ablegen — IEC-62443-konform.

Was in der Dokumentation glatt aussieht, hat in echten Projekten zwei Stolpersteine. Erstens ist die Openness-API an die TIA-Version gebunden. Wer über einen Versionssprung hinweg exportiert, sollte die Skripte nach jedem Update erneut prüfen, statt sich auf „einmal gebaut, läuft für immer“ zu verlassen. Zweitens gehört der Round-Trip-Test nicht nur einmal zur Absicherung dazu, sondern als fester Schritt in die Pipeline: exportieren, re-importieren, gegen das Original prüfen.

// 05Plattformen

Git-Integration je Engineering-Tool

Die PLC-Git-Frage stellt sich nicht nur im TIA Portal — CODESYS und TwinCAT gehen eigene, teils komfortablere Wege. Der Vergleich zeigt, wie nah die jeweilige Plattform an einem nativen Git-Workflow ist.

TIA Portal (Siemens)
Openness-API → Quelltext-Export
Kein natives Git; Round-Trip über Skript. Ab V17 Openness Standard, V21 mit verbessertem Export.
CODESYS
CODESYS Git (integriert)
Native Git-Anbindung aus der IDE — committen, branchen, mergen direkt im Projekt.
Beckhoff TwinCAT
TwinCAT + Git (Textformat)
TcXaeShell speichert mergefähiges XML; Git-Anbindung über Visual-Studio-Integration.
// 06Spezialwerkzeuge

Wenn Git allein nicht reicht

Bei heterogenen Anlagen mit mehreren Steuerungsherstellern oder wenig Git-Erfahrung im Team können spezialisierte Werkzeuge sinnvoll sein. Sie nutzen Git meist im Hintergrund und ergänzen es um PLC-spezifische, grafische Diffs.

/01

octoplant (ehem. versiondog)

AUVESY-MDT

Herstellerübergreifende Versionsverwaltung für Automatisierungsprojekte; interpretiert proprietäre Formate, stellt Ladder-/Grafik-Diffs dar und nutzt Git-Mechanismen (Branches, Rollback) im Hintergrund.

/02

Copia Automation

Copia

Speziell auf PLC-Versionierung via Git ausgelegt; übersetzt proprietäre Formate in lesbare Strukturen und ergänzt grafische Diffs und Reviews für SPS-Code.

Comquent berät herstellerneutral: Wer volle Kontrolle und CI/CD-Tiefe will, fährt mit nativem Git über VCI oder Openness flexibler — Spezialwerkzeuge spielen ihre Stärke bei gemischten Flotten aus. Wie sich PLC-Code mit Git versionieren und auf ganze Anlagen-Flotten ausrollen lässt, vertieft unser GitOps-in-der-Industrie-Leitfaden. Welches Vergleichstool zu welchem SPS-Hersteller passt — und wie Sie zwei SPS-Programme vergleichen, ordnet der Hersteller-Überblick ein.

// 07Häufige Fragen

Kann man TIA Portal mit Git versionieren?

Ja. TIA Portal speichert das Projekt zwar binär (.ap-Datei), über die TIA-Openness-API lassen sich Bausteine und Tags aber als mergefähiger Quelltext (XML, SCL, AWL) exportieren. Dieser Export wird in Git versioniert — nicht die Binärdatei. So entstehen nachvollziehbare Diffs, Branches und Code-Reviews wie in der klassischen Softwareentwicklung.

Gibt es ein offizielles TIA Portal Git-Addin?

Ja. Siemens bietet mit dem Version Control Interface (VCI) ab TIA Portal V18 eine integrierte Git-Anbindung; für ältere Versionen existiert der VCI Git Connector als Add-In (ab V16). Ergänzend erlaubt die Openness-API eigene Export-/Import-Skripte für maximale Flexibilität und tiefe CI/CD-Integration. Openness ist also der skriptbasierte, VCI der direkt im TIA Portal integrierte Weg. Comquent richtet beide Toolchains projektspezifisch ein.

Wie richtet man die TIA Portal Git Integration ein?

Die TIA Portal Git Integration läuft über zwei Wege: das ab V18 integrierte Version Control Interface (VCI) — Workspace anlegen, Bausteine per Drag & Drop übernehmen, das Verzeichnis mit einem Git-Client versionieren — oder die skriptbasierte Openness-API für ältere Versionen und tiefe CI/CD-Automatisierung. Beide versionieren denselben textuellen Quelltext in GitHub oder GitLab; ab V21 exportiert das VCI direkt diff-fähiges LAD/FBD/SCL. Die binäre .ap-Projektdatei bleibt dabei außen vor.

Was ist das TIA Portal Version Control Interface (VCI)?

Das Version Control Interface (VCI) ist Siemens’ integrierte Brücke zwischen TIA-Portal-Engineering und quellcode-basierten Versionierungssystemen wie Git oder Subversion. Man legt im TIA Portal einen Workspace an, der auf ein Verzeichnis zeigt, übernimmt Bausteine per Drag & Drop und versioniert dieses Verzeichnis mit einem Git-Client. Ab V21 exportiert das VCI diff-fähiges LAD/FBD/SCL statt des älteren XML-Formats.

Wo finde ich das Version Control Interface im TIA Portal — braucht es einen Download?

Ab TIA Portal V18 braucht es keinen Download: Das Version Control Interface ist Bestandteil der Installation und wird über die Projektnavigation als Workspace angelegt — in V20 und V21 ebenso. Für V16 und V17 stellt Siemens den VCI Git Connector als Add-In über den Industry Online Support bereit. Den Git-Client selbst bringt das VCI in keiner Version mit: Commit, Branch und Merge laufen über ein separates Werkzeug auf dem Workspace-Verzeichnis, etwa VS Code oder Git Bash.

Funktioniert das Version Control Interface auch mit Subversion (SVN) statt Git?

Ja. Das VCI ist auf quellcode-basierte Versionierungssysteme ausgelegt und schreibt lediglich Dateien in ein Workspace-Verzeichnis — ob darauf Git oder Subversion arbeitet, ist dem TIA Portal gleichgültig. Für neue Projekte empfehlen wir dennoch Git: Branches, Pull Requests und die CI/CD-Anbindung an GitLab oder GitHub Actions sind damit deutlich unaufwendiger als mit SVN.

Unterstützt TIA Portal Source Control bzw. Version Control?

Ja. Siemens nennt die integrierte Lösung „Version Control Interface" (VCI) — in englischsprachigen Quellen läuft das Thema unter „TIA Portal version control" oder „TIA Portal source control", gemeint ist dieselbe Schnittstelle. Ab V18 verbindet das VCI das Engineering mit quellcode-basierten Systemen wie Git oder Subversion; wer nach „Siemens Git" sucht, landet in der Regel genau hier. Für ältere Versionen oder tiefe Automatisierung bleibt die Openness-API der skriptbasierte Weg.

Openness oder VCI — welcher Weg ist der richtige?

Für neue Projekte ab V18 (ideal V21) ist das integrierte VCI der komfortablere Weg: weniger Skriptaufwand, Bedienung direkt im TIA Portal. Die Openness-API lohnt sich bei älteren Versionen, eigenen Naming-Konventionen oder besonders tiefer CI/CD-Automatisierung. Beide Wege versionieren denselben textuellen Quelltext in Git und lassen sich kombinieren — die Wahl hängt von TIA-Version und gewünschtem Automatisierungsgrad ab.

Was ist neu bei TIA Portal V21 in Sachen Git?

TIA Portal V21 baut vor allem das Version Control Interface (VCI) deutlich aus: Bausteine werden als textbasiertes LAD, FBD und SCL exportiert, das sich mit Standard-Git diffen lässt — ein klarer Fortschritt gegenüber dem überwiegend XML-basierten Export ab V18. Parallel verbessert V21 die Openness-API. Bestehende Openness-Skripte sollten beim Versionswechsel gegen die neue API validiert werden.

Wie funktioniert die Versionsverwaltung in CODESYS?

CODESYS bringt mit „CODESYS Git" eine integrierte Git-Anbindung mit, die Projekte direkt aus der Entwicklungsumgebung committen und mergen kann. Die Bausteine werden dabei in einem versionierbaren Format abgelegt. Das macht CODESYS in puncto Git-Integration komfortabler als TIA Portal, das den Umweg über Openness braucht.

Was bedeutet „PLC Git“ und wie versioniert man PLC-Code mit Git?

„PLC Git“ bezeichnet die Versionsverwaltung von SPS-/PLC-Code mit Git — also das Versionieren von Steuerungsprogrammen (TIA Portal, CODESYS, TwinCAT) in einem Git-Repository statt auf Netzlaufwerken. Weil SPS-Projekte meist binär gespeichert werden, versioniert man den textuellen Quelltext-Export (LAD/FBD/SCL, XML, AWL), nicht die Projektdatei. So entstehen Diffs, Branches, Code-Reviews und CI/CD-Pipelines wie in der klassischen Softwareentwicklung. Im TIA Portal liefern VCI oder Openness diesen Export, CODESYS und TwinCAT bringen Git-nähere Wege mit.

Ist Git für SPS-Programmierer schwer zu erlernen?

Für den Alltag reichen fünf Befehle: clone, pull, commit, push und branch. Wer täglich mit TIA Portal oder CODESYS arbeitet, kommt damit erfahrungsgemäß innerhalb weniger Tage zurecht. Schwierig ist selten das Werkzeug, sondern die Umstellung der Arbeitsweise — kleine, nachvollziehbare Commits statt eines Wochenstands auf dem Netzlaufwerk und ein Review, bevor der Baustein auf die Anlage geht. Genau diese Umstellung entscheidet über den Erfolg der Einführung, nicht der Befehlssatz.

Lässt sich SPS-Code mit GitHub oder GitLab versionieren?

Ja — sowohl GitHub als auch GitLab eignen sich. Versioniert wird der textuelle Export der SPS-Programme. GitLab bietet zusätzlich integrierte CI/CD-Pipelines, mit denen sich Export-Konsistenz, PLCSim-Tests und Compliance-Gates automatisieren lassen. GitHub Actions leistet dasselbe. Die Wahl hängt von der bestehenden Toolchain ab.

Warum reicht es nicht, die TIA-Portal-Projektdatei in Git zu legen?

Die .ap-Projektdatei ist ein Binärformat. Git kann Binärdateien zwar speichern, aber nicht sinnvoll diffen oder mergen — zwei parallele Änderungen führen zum Konflikt ohne Auflösungsmöglichkeit. Erst der textuelle Export (über VCI oder Openness) macht Änderungen Zeile für Zeile sichtbar und mehrere Bearbeiter konfliktfrei möglich.

Was unterscheidet octoplant und Copia von nativem Git?

Spezialwerkzeuge wie octoplant (ehemals versiondog) und Copia Automation nutzen Git oft im Hintergrund, ergänzen es aber um herstellerübergreifende Unterstützung und PLC-spezifische, grafische Diffs — auch für Ladder-Logik. Sie sind sinnvoll, wenn mehrere Steuerungshersteller (Siemens, Rockwell, Beckhoff) parallel laufen oder im Team wenig Git-Know-how vorhanden ist. Wer volle Kontrolle und CI/CD-Tiefe will, fährt mit nativem Git über VCI oder Openness flexibler.

Comquent begleitet Fertigungs- und Automatisierungsunternehmen im DACH-Raum seit 2006 bei der Einführung von Versionierung und CI/CD, von der ersten Git-Struktur für SPS-Code bis zur automatisierten Pipeline. Fragen zu Ihrem konkreten TIA-Setup? Das Erstgespräch dauert 30 Minuten, kostet nichts und endet nicht in einer Angebots-PDF, sondern in zwei, drei konkreten nächsten Schritten für Ihr Projekt. Kontakt / Gespräch vereinbaren.

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