Was ist das TIA Portal?
Das TIA Portal (Totally Integrated Automation) ist die zentrale Engineering-Plattform von Siemens für die industrielle Automatisierung. Es vereint Programmierung von SPS-Steuerungen, HMI-Konfiguration und Antriebstechnik in einem Werkzeug. Über das Version Control Interface (VCI) und die Openness-API lässt sich der Code mit Git versionieren und in CI/CD-Pipelines integrieren.
TIA Portal mit Git versionierenDas TIA Portal (Totally Integrated Automation Portal) ist die Engineering-Software von Siemens, die das gesamte Engineering einer Automatisierungslösung in einer Oberfläche bündelt: SPS-Programmierung mit STEP 7, HMI-Projektierung mit WinCC und Antriebsparametrierung mit Startdrive. Für die Steuerungen der Serien S7-1200 und S7-1500 ist es die maßgebliche Plattform im deutschsprachigen Maschinenbau und damit eng mit der SPS/PLC-Programmierung verknüpft. Genau diese Integration ist Stärke und Herausforderung zugleich, denn das native Projektformat ist proprietär und binär — für klassische Versionskontrolle ungeeignet.
Zwei Schnittstellen öffnen das TIA Portal für Industrial DevOps. Das Version Control Interface (VCI) exportiert Bausteine und Bibliotheken in textbasierte Formate, die sich sinnvoll in Git diffen und mergen lassen. Die Openness-API erlaubt darüber hinaus die programmgesteuerte Automatisierung des TIA Portal — Projekte öffnen, Bausteine importieren, kompilieren und exportieren per Skript. Damit wird ein automatisierter Build aus einer Pipeline heraus überhaupt erst möglich.
In der Praxis bedeutet das: Eine CI-Pipeline kann TIA-Projekte über die Openness-API auf einem Build-Agent kompilieren, exportierte Quellen versionieren und Konsistenzprüfungen ausführen. Stolpersteine sind die Lizenz- und Versionsbindung — Openness und VCI sind eng an die installierte TIA-Portal-Version gekoppelt —, der Bedarf an einem Windows-Build-Agent mit installiertem TIA Portal sowie die Disziplin, konsequent über VCI statt direkt im Binärprojekt zu arbeiten. Ohne diese Disziplin verpufft der Versionierungsvorteil.
Automatisierter TIA-Build per Openness-API
Ein Maschinenbauer richtet einen Windows-Build-Agent mit installiertem TIA Portal ein, der über die Openness-API Projekte öffnet, kompiliert und Bausteine exportiert — der erste Schritt zu einer echten CI-Strecke für SPS-Code.
Mergefähige Bibliotheken über VCI
Ein Team exportiert wiederverwendete Funktionsbaustein-Bibliotheken über das Version Control Interface in Git, sodass Änderungen reviewbar sind und parallele Entwicklung an Bibliotheken nicht mehr zu schwer auflösbaren Binärkonflikten führt.
- Was ist das TIA Portal?
- Das TIA Portal (Totally Integrated Automation Portal) ist die zentrale Engineering-Software von Siemens für die Automatisierungstechnik. In einer Oberfläche werden SPS-Programmierung (STEP 7), HMI-Projektierung (WinCC) und Antriebstechnik (Startdrive) vereint, vorrangig für die Steuerungen S7-1200 und S7-1500. Es ist die maßgebliche Engineering-Plattform im deutschsprachigen Maschinen- und Anlagenbau.
- Warum lässt sich ein TIA-Projekt nicht einfach in Git versionieren?
- Weil das native TIA-Projektformat proprietär und binär ist und keine sinnvollen Diffs oder Merges erlaubt. Erst der Export über das Version Control Interface erzeugt textbasierte Quellen, die Git verständlich vergleichen und zusammenführen kann. Ohne diesen Zwischenschritt verkommt Git zu reiner Datei-Ablage.
- Was unterscheidet das VCI von der Openness-API?
- Das Version Control Interface dient dem strukturierten Export und Import von Bausteinen für die Versionskontrolle. Die Openness-API ist die umfassendere Programmierschnittstelle, mit der sich das TIA Portal komplett automatisieren lässt — Projekte öffnen, kompilieren, importieren. Für eine CI-Strecke werden meist beide kombiniert.
- Braucht eine CI-Pipeline für das TIA Portal einen eigenen Build-Server?
- Ja, in der Regel einen Windows-Agent mit installiertem TIA Portal und passender Openness-Version, da das Kompilieren die native Engineering-Software erfordert. Lizenz- und Versionsbindung sind dabei sorgfältig zu planen, weil Openness eng an die jeweils installierte TIA-Portal-Version gekoppelt ist.
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