Was ist eine SPS?
Eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS, englisch PLC — Programmable Logic Controller) ist ein Industriecomputer, der Maschinen und Anlagen in Echtzeit steuert. SPS-Programme entstehen in den Sprachen der IEC 61131-3 — etwa Strukturierter Text oder Kontaktplan — typischerweise in Umgebungen wie dem Siemens TIA Portal. Die SPS bildet das Rückgrat der industriellen Automatisierung. Welcher Hersteller welches Engineering-Tool nutzt und wie git-tauglich es ist, zeigt der SPS-Hersteller-Vergleich.
Auch bekannt als: SPS · PLC · Speicherprogrammierbare Steuerung · Programmable Logic Controller
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Eine SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC für Programmable Logic Controller) ist ein industrietaugliches Steuergerät, das Maschinen und Anlagen in Echtzeit steuert. Sie arbeitet nach einem zyklischen Grundprinzip: Eingänge einlesen, Programm abarbeiten, Ausgänge setzen — und das deterministisch in fest definierten Zykluszeiten, oft im einstelligen Millisekundenbereich. Diese Echtzeitfähigkeit unterscheidet sie fundamental von einem normalen Computer und macht sie zum Rückgrat der Maschinensteuerung. Programmiert wird typischerweise in den Sprachen der IEC 61131-3: Kontaktplan (KOP), Funktionsbausteinsprache (FBS), Strukturierter Text (ST), Anweisungsliste (AWL) und Ablaufsprache (AS) — bei Siemens-Steuerungen im TIA Portal.
Welche Programmiersprachen gibt es für SPS? Die Norm IEC 61131-3 definiert fünf: Anweisungsliste (AWL, englisch IL), Kontaktplan (KOP, LD), Funktionsplan beziehungsweise Funktionsbausteinsprache (FUP, FBD), Strukturierter Text (ST) und Ablaufsprache (AS, SFC). Kontaktplan und Funktionsplan sind grafisch und stammen aus der Welt der Relaisschaltpläne — der Elektriker an der Anlage liest sie ohne Einarbeitung. Strukturierter Text ist eine Hochsprache mit Pascal-Verwandtschaft und trägt heute die komplexe Logik: Rezepturen, Berechnungen, Kommunikation. Die Hersteller setzen die Norm mit eigenen Dialekten und Namen um: Siemens nennt Strukturierten Text im TIA Portal SCL (Structured Control Language) und hat die klassische AWL für die S7-1200/1500 ausgemustert; Beckhoff TwinCAT und CODESYS-basierte Systeme (etwa WAGO, Schneider Electric) folgen der Norm eng und nennen die Sprache ST; Rockwell Automation programmiert in Studio 5000 vor allem in Ladder Logic und Structured Text, dazu Function Block Diagram und Sequential Function Chart. Für Versionierung und CI ist die Sprachwahl nicht egal: Strukturierter Text und SCL liegen als Klartext vor und lassen sich in Git zeilenweise diffen, grafische Sprachen brauchen dafür einen Export in ein textbasiertes Austauschformat wie den TIA-VCI-Export oder PLCopen XML.
Wie ist eine SPS aufgebaut? Klassisch aus Netzteil, CPU mit Speicher für Programm und Daten, digitalen und analogen Ein- und Ausgabebaugruppen sowie einer Feldbus- oder Ethernet-Schnittstelle (PROFINET, EtherCAT, EtherNet/IP), über die Sensoren, Aktoren und dezentrale Peripherie angebunden sind. Modulare Systeme wie die Siemens S7-1500 oder die Beckhoff-Klemmen lassen sich baugruppenweise erweitern; kompakte Steuerungen wie die S7-1200 bringen I/O auf der CPU-Baugruppe mit. Daneben gibt es Soft-SPS, die als Software auf einem Industrie-PC laufen — TwinCAT ist das bekannteste Beispiel — und Safety-SPS für sicherheitsgerichtete Funktionen nach IEC 61508, deren Programm getrennt vom Standardprogramm gepflegt und freigegeben wird.
Lange Zeit waren SPS-Programme von moderner Softwareentwicklung abgeschnitten: proprietäre Projektformate, binäre Stände ohne sinnvolle Diffs, kein Versionierungs- oder Review-Prozess. Genau hier setzt Industrial DevOps an. Über Schnittstellen wie das Version Control Interface (VCI) und die Openness-API des Siemens TIA Portal lässt sich der Code in textbasierter Form exportieren, mit Git versionieren und in CI/CD-Pipelines einbinden — inklusive automatisierter Prüfungen und reproduzierbarer Builds.
Die Herausforderung bleibt die Zielumgebung: Eine SPS steuert physische Anlagen, ein fehlerhaftes Programm kann Maschinen beschädigen oder Menschen gefährden. Deployments erfolgen deshalb nur in Wartungsfenstern, nach Test — idealerweise per Hardware-in-the-Loop — und über kontrollierte Pfade wie OT-Proxy-Agents. Stolpersteine sind manuelles Programmieren direkt an der Maschine ohne Versionierung, fehlende Tests und die Vermischung von Steuerungs- und Sicherheitsfunktionen, die nach Norm getrennt gehören. Der Klassiker: Die einzige funktionierende Programmversion liegt auf dem Notebook des Inbetriebnehmers — oder gleich in der Steuerung selbst, aus der sie beim Defekt niemand mehr herausbekommt.
SPS-Code in Git mit echten Diffs
Ein Maschinenbauer exportiert TIA-Portal-Projekte über das VCI in textbasierte Quellen, versioniert sie in Git und erhält damit echte, lesbare Diffs sowie einen Review-Prozess für Steuerungsänderungen statt undurchsichtiger Binärstände. Der erste lesbare Diff nach Jahren binärer Blindflüge ist ein kleiner Aha-Moment: Zum ersten Mal sieht das Team, was sich zwischen zwei Ständen wirklich geändert hat.
Automatisierte Konsistenzprüfung im Build
Eine CI-Pipeline prüft bei jedem Commit den exportierten SPS-Code auf Namenskonventionen, Bibliotheksversionen und Übersetzbarkeit, bevor ein Stand für ein Deployment im nächsten Wartungsfenster freigegeben wird.
Wie bringen Sie DevOps an Ihre SPS?
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Was wollen Sie zuerst angehen?
- Was ist eine SPS (PLC)?
- Eine SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC) ist ein robustes, industrietaugliches Steuergerät, das Maschinen und Anlagen deterministisch in Echtzeit steuert. Sie liest zyklisch Eingänge ein, arbeitet ein Programm ab und setzt Ausgänge — in fest definierten Zykluszeiten, oft im Millisekundenbereich. Programmiert wird sie nach der Norm IEC 61131-3, bei Siemens etwa im TIA Portal.
- Welche Programmiersprachen gibt es für SPS?
- Die Norm IEC 61131-3 definiert fünf SPS-Programmiersprachen: Kontaktplan (KOP/LD), Funktionsplan (FUP/FBD), Strukturierter Text (ST), Anweisungsliste (AWL/IL) und Ablaufsprache (AS/SFC). In der Praxis dominieren Kontaktplan für einfache Verknüpfungslogik und Strukturierter Text für Berechnungen, Rezepturen und Kommunikation; Siemens nennt ST im TIA Portal SCL, Beckhoff und CODESYS bleiben bei ST, Rockwell arbeitet vor allem mit Ladder Logic und Structured Text. Für Git und CI/CD ist Strukturierter Text die dankbarste Wahl, weil er als Klartext vorliegt und sich zeilenweise diffen lässt.
- Wie ist eine SPS aufgebaut?
- Eine SPS besteht aus Netzteil, CPU mit Programm- und Datenspeicher, Ein- und Ausgabebaugruppen für digitale und analoge Signale sowie Kommunikationsschnittstellen wie PROFINET, EtherCAT oder EtherNet/IP. Modulare Systeme wie die Siemens S7-1500 lassen sich baugruppenweise erweitern, kompakte Steuerungen bringen die I/O auf der CPU-Baugruppe mit, und Soft-SPS wie TwinCAT laufen als Software auf einem Industrie-PC. Sicherheitsfunktionen übernimmt eine getrennte Safety-SPS oder eine fehlersichere CPU nach IEC 61508.
- Wie werden SPS-Programme erstellt und getestet?
- SPS-Programme entstehen in einer Engineering-Umgebung wie dem Siemens TIA Portal, CODESYS oder TwinCAT — in einer der fünf IEC-61131-3-Sprachen. Getestet wird zunächst gegen eine simulierte Steuerung (etwa PLCSim), anschließend am Prüfstand oder per Hardware-in-the-Loop. In modernen Setups liegen SPS-Programme textbasiert in Git und durchlaufen automatisierte Prüfungen in einer CI/CD-Pipeline.
- Kann man SPS-Programme wie normale Software versionieren?
- Ja, sofern sich der Code textbasiert exportieren lässt, etwa über das Version Control Interface und die Openness-API des TIA Portal. Damit werden echte Diffs, Code-Reviews und CI-Prüfungen möglich. Das ist die Grundlage, um SPS-Entwicklung in moderne Industrial-DevOps-Prozesse einzubinden.
- Worin unterscheidet sich eine SPS von einem Mikrocontroller?
- Eine SPS ist ein robustes, industrietaugliches Gesamtsystem mit standardisierten I/O, zyklischer Abarbeitung und IEC-61131-3-Programmierung, ausgelegt für rauen Dauerbetrieb. Ein Mikrocontroller ist ein nackter Baustein, den Entwickler frei programmieren. Embedded DevOps adressiert eher Mikrocontroller, Industrial DevOps häufiger die SPS-Ebene.
- Was heißt SPS auf Englisch?
- PLC — Programmable Logic Controller. SPS und PLC bezeichnen exakt dasselbe Gerät; SPS ist die deutsche Abkürzung für Speicherprogrammierbare Steuerung, PLC der international gebräuchliche englische Begriff. In Datenblättern, Normen und internationalen Projekten begegnet Ihnen fast ausschließlich PLC, in deutschsprachigen Fertigungen SPS.
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Weiterführende Primärquellen zu SPS / PLC: Normtexte, Hersteller- und Projektdokumentation. Alle Ziele öffnen in einem neuen Tab.
- /01IEC WebstoreIEC 61131-3:2013(externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Die Norm hinter den Programmiersprachen AWL, ST, KOP, FUP und AS.
- /02Wikipedia (deutsch)Speicherprogrammierbare Steuerung(externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Aufbau, Zykluszeit und Ein-/Ausgabebaugruppen verständlich zusammengefasst.
- /03SiemensSIMATIC Controller(externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Produktfamilie der am weitesten verbreiteten Steuerungen im deutschen Maschinenbau.
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