Kostenlose DevOps-Analyse
00
SPS / PLC8. Juni 202614 min Lesezeit

SPS-Hersteller.
Versioniert & automatisiert.

Wer dominiert den Markt, welche Tools nutzen sie — und wie bringen Sie SPS-Code unter Versionskontrolle und in eine CI/CD-Pipeline? Der herstellerübergreifende Überblick.

SPS-Hersteller im DACH-Raum: Siemens, Beckhoff, Phoenix Contact, CODESYS — Versionsverwaltung und CI/CD
01
// 01Kurz erklärt
Andreas Schönfeld

Andreas Schönfeld

Geschäftsführer & DevOps-Berater, Comquent GmbH

18+ Jahre Erfahrung in DevOps, CI/CD und Industrial Automation

Veröffentlicht: 8. Juni 2026Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026

Stand: Juli 2026 · TIA Portal V21 · TwinCAT 3 · CODESYS 3.5 · PLCnext

Der SPS-Markt im DACH-Raum wird von Siemens dominiert, gefolgt von Beckhoff, Phoenix Contact, Bosch Rexroth, B&R (ABB) und Rockwell. Ihre Engineering-Tools unterscheiden sich vor allem darin, wie git-freundlich sie sind: TwinCAT und PLCnext sind textnah, CODESYS bindet Git nur über sein proprietäres Format an, TIA Portal und Studio 5000 brauchen eine Export-Brücke (VCI, Openness, L5X, PLCopen XML). Mit dieser Brücke lässt sich SPS-Code versionieren und herstellerübergreifend in eine CI/CD-Pipeline aus Build, Simulation, Test und kontrolliertem Deployment bringen.

// Kurz gefragt1 Klick, anonym

Ist SPS-Versionierung bei Ihnen gerade ein Thema?

Eine Branche,
viele Tools,
ein Problem.

In der Halle stehen Maschinen von fünf Herstellern, jede mit eigener IDE. Die Steuerungssoftware? Liegt als ZIP mit Datum im Dateinamen auf einem Netzlaufwerk. Wer was wann geändert hat, weiß niemand genau — bis die Anlage steht und niemand den letzten funktionierenden Stand findet. Der Kollege, der sie damals in Betrieb genommen hat, ist seit zwei Jahren im Ruhestand; sein Wissen liegt auf einem Laptop, den keiner mehr startet. Die Suche nach dem richtigen ZIP dauert dann länger als die eigentliche Reparatur.

Das ist 2026 vermeidbar. Während die klassische IT seit Jahren mit Git, automatisierten Tests und CI/CD arbeitet, holt die OT auf — getrieben von software-definierter Automatisierung und der Compliance-Pflicht durch den Cyber Resilience Act.

Dieser Artikel ordnet die SPS-Hersteller im DACH-Raum ein, vergleicht ihre Tools und zeigt konkret, wie Sie Steuerungscode versionieren und automatisieren. Wer es direkt umsetzen will, findet im Anwendungsfall CI/CD für SPS & TIA Portal im Maschinenbau den praktischen Rahmen.

Der DACH-Raum ist kein Nebenschauplatz, sondern das Herz der Automatisierungswelt: Siemens, Beckhoff, Phoenix Contact, Bosch Rexroth, CODESYS, WAGO, Lenze und Pilz sind hier zu Hause, B&R im österreichischen Eggelsberg. Laut ABI Research führen Siemens, Rockwell, Bosch Rexroth und ABB das Feld an — drei davon mit Wurzeln in DACH.

02
// 02Markt & Verteilung

Wer dominiert
den DACH-Markt?

Siemens ist global Marktführer — je nach Studie zwischen einem Fünftel und knapp einem Drittel des Weltmarkts. Zur globalen Top-Gruppe zählen daneben Rockwell, Schneider Electric, Mitsubishi Electric, ABB und Omron. Belastbare DACH-isolierte Anteile veröffentlicht keine Studie, doch die Reihenfolge ist im deutschsprachigen Maschinenbau klar. Diese Plattformen prägen den Markt — DACH-zentriert, mit den global führenden Ergänzungen:

Welche SPS-Hersteller gibt es?

Die wichtigsten SPS-Hersteller im Überblick: Siemens (TIA Portal), Beckhoff (TwinCAT 3), Phoenix Contact (PLCnext), Bosch Rexroth (ctrlX), B&R / ABB (Automation Studio), CODESYS als OEM-Laufzeit hinter WAGO, Lenze und Pilz sowie Rockwell Automation (Studio 5000). Global ergänzen Schneider Electric (Modicon), Mitsubishi Electric (MELSEC) und Omron (Sysmac) die Spitzengruppe. Die folgende Liste ordnet jeden Hersteller nach Sitz, Engineering-Tool und Marktstellung — ein DACH-Ranking, das Siemens an der Spitze und Beckhoff, Phoenix Contact und Bosch Rexroth dahinter sieht.

SPS-Hersteller im DACH-RaumDECHATBeckhoffVerlPhoenix ContactBlombergBosch RexrothLohrCODESYSKemptenSiemensMünchenSaia-BurgessMurten · HoneywellB&R · ABBEggelsbergSigmatekLamprechtshausen
Abb. 1 — Führende SPS-Hersteller und ihre Standorte im DACH-Raum. Einordnung nach Unternehmenssitz; Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
HerstellerSitzEngineering-ToolEinordnung
SiemensMünchen, DETIA Portal · SIMATIC AXMarktführer
BeckhoffVerl, DETwinCAT 3Mainstream
Phoenix ContactBlomberg, DEPLCnextMainstream
Bosch RexrothLohr, DEctrlX AUTOMATIONMarktführer
B&R (ABB)Eggelsberg, ATAutomation StudioMainstream / Leader
CODESYS (CODESYS GmbH)Kempten, DECODESYS Development SystemOEM-Plattform
WAGO · Lenze · PilzDEmeist CODESYS-basiertSpezialist
Rockwell AutomationUSAStudio 5000Marktführer (v. a. Nordamerika)
Schneider ElectricFrankreichEcoStruxure · ModiconMarktführer (global)
Mitsubishi ElectricJapanGX Works3 · MELSECMarktführer (global)
OmronJapanSysmac StudioMainstream (global)

Einordnung nach ABI Research PLC Competitive Ranking (2023) · Marktanteile streuen je Studie — als Bandbreite zu verstehen.

03
// 03Engineering-Tools

Sechs Plattformen.
Sehr unterschiedlich git-tauglich.

Die entscheidende Frage für Versionierung und Automatisierung ist nicht die Marke, sondern das Projektformat: textbasiert oder binär.

  • /01

    Siemens TIA Portal

    Der De-facto-Standard im Maschinenbau — und das schwierigste Format.

    Das native Projekt ist binär und nicht diff-fähig. Erst das Version Control Interface (VCI, ab V17) und die TIA Openness API exportieren Bausteine als XML und ermöglichen Git, Headless-Builds und Automatisierung.
  • /02

    Beckhoff TwinCAT 3

    Auf Visual Studio aufgesetzt, dadurch von Haus aus nah an klassischer Software.

    Projekte liegen weitgehend als XML/Text vor, sind also git-freundlich. Mit TcUnit existiert ein xUnit-Test-Framework, dessen JUnit-XML-Reports Jenkins direkt versteht. TwinCAT für Linux/BSD öffnet die Tür zu Container-Workflows.
  • /03

    CODESYS

    Die herstellerneutrale Laufzeit hinter Dutzenden Marken (WAGO, Lenze, u. v. m.).

    CODESYS bringt eine IDE-integrierte Git-Anbindung mit, arbeitet dabei aber auf einem proprietären Projektformat — kein Text-Diff auf Dateiebene wie bei TwinCAT, die Git-Eignung bleibt entsprechend bedingt. Der CODESYS Automation Server adressiert Deployment und Versionierung; CODESYS Virtual Control SL läuft als Container auf Linux mit Echtzeit-Patch — die Brücke zur software-definierten Automatisierung.
  • /04

    Phoenix Contact PLCnext

    Die konsequenteste IT/OT-Antwort: eine Linux-SPS.

    PLCnext bringt eine vollständige Linux-Laufzeit, führt Docker- und Podman-Container direkt auf dem Controller aus und ist git-nativ. Mehrere Sprachen (IEC 61131-3, C++, C#, Matlab) laufen parallel.
  • /05

    Rockwell Studio 5000

    In DACH die Nummer zwei in vielen Anlagen, global stark in Nordamerika.

    Projekte exportieren als L5X (XML) für die Versionierung. FactoryTalk Logix Echo emuliert Steuerungen ähnlich PLCSim Advanced, die Logix Designer SDK erlaubt automatisierte Builds und Deployments.
  • /06

    B&R Automation Studio

    Im Sondermaschinen- und Verpackungsbau weit verbreitet, seit 2017 Teil von ABB.

    Automation Studio bündelt Steuerung, Antrieb und HMI in einem Tool. Anders als beim binären TIA Portal liegt das Projekt bereits als text- und XML-basierte Dateistruktur auf dem Dateisystem — der Quellcode lässt sich also ohne Export-Brücke direkt in Git einchecken. Headless-Builds und Deployments laufen zusätzlich über die Kommandozeile.
04
// 04Versionsverwaltung

Vier Wege,
SPS-Code
zu versionieren.

Versionierung ist die Voraussetzung für alles Weitere — ohne nachvollziehbaren Stand keine Pipeline, kein Rollback, kein CRA-Nachweis. Falls Ihr Ausgangspunkt heute der ZIP-Ordner auf dem Netzlaufwerk ist: Fast jeder Betrieb, den wir kennenlernen, startet genau dort. Das ist kein Versäumnis Einzelner, sondern jahrzehntelang gelebte Praxis der Branche. Vier Strategien führen heraus, je nach Tool-Landschaft.

Versions-Brücke für SPS-Codeexportcommitbinär — nicht diff-fähigBinäres ProjektTIA .ap · Studio .acdKonvertierung → TextExport-BrückeVCI · Openness · L5X · PLCopen XMLgit-nativ · versioniertGit-RepositoryBranch · Merge · Review
Abb. 2 — Die Export-Brücke macht binäre SPS-Projekte versionierbar: VCI, Openness, L5X oder das herstellerneutrale PLCopen XML wandeln Bausteine in mergefähigen Text um.
  • /01

    Git + Export-Brücke

    Der pragmatische Weg für binäre Tools.

    VCI (Siemens), L5X (Rockwell) oder das herstellerneutrale PLCopen-XML (IEC 61131-10) verwandeln Steuerungslogik in versionierbaren Text. Wichtig: VCI deckt Bausteine und Tags ab — die Hardware-Konfiguration bleibt außen vor und muss separat gesichert werden.
  • /02

    Native Git-Workflows

    Für textnahe Plattformen ohne Umweg.

    TwinCAT, PLCnext und B&R Automation Studio lassen sich direkt mit GitHub, GitLab oder Azure DevOps verbinden — Branch, Merge Request, Code Review wie in der klassischen Softwareentwicklung. CODESYS bleibt mit seinem proprietären Format außen vor und nutzt die IDE-eigene Git-Anbindung.
  • /03

    OT-Spezialtools (octoplant & Co.)

    Versionierung der gesamten Anlage, nicht nur der SPS.

    octoplant (AUVESY-MDT, vormals versiondog) versioniert und sichert über 160 OT-/IT-Gerätetypen — SPS, HMI, Roboter, CNC, SCADA. Über 3.000 Anlagen (u. a. Bosch, Audi, Mercedes) nutzen es als automatisiertes Backup- und Vergleichssystem.
  • /04

    Software-Defined Automation

    Der Trend hinter all dem.

    Virtuelle SPS, Container und Cloud-Engineering lösen die Logik von der konkreten Hardware. Damit werden Git, automatisierte Tests und CI/CD nicht mehr aufgesetzt, sondern sind Teil der Plattform.

Was ist octoplant (vormals versiondog)?

octoplant von AUVESY-MDT — bis 2022 als versiondog bekannt — ist die etablierte Standard-Software für herstellerübergreifende Versionierung und automatisiertes Backup in der OT. Sie sichert und vergleicht über 160 Gerätetypen — SPS, HMI, Roboter, CNC, SCADA, Antriebe — und ist in über 3.000 Anlagen (u. a. Bosch, Audi, Mercedes) im Einsatz. Ihr Fokus: der lückenlose, automatisierte Stand der gesamten Anlage, nicht der tägliche Entwickler-Workflow.

octoplant

Anlagenweites Backup & Disaster-Recovery, automatischer Gerätevergleich, Audit-Trail über alle OT-Geräte hinweg. Stark für Betrieb, Instandhaltung und Compliance-Nachweis.

Git

Branch, Merge Request, Code Review, CI/CD-Trigger. Stark für den eigentlichen Entwicklungs-Workflow und Automatisierung. Beide ergänzen sich — octoplant ersetzt Git nicht, und umgekehrt.

Tiefer einsteigen? Wir zeigen die Git-Grundlagen in SPS Versionsverwaltung für Industrial IT und die TIA-spezifische Umsetzung in TIA Portal mit Git versionieren.

// 05Git-Eignung im Vergleich

Format entscheidet
über den Aufwand.

Git-Eignung der SPS-ToolsTIA PortalVCI / OpennessStudio 5000L5X-ExportCODESYSGit-IntegrationTwinCAT 3XML · nativPLCnextLinux · git-nativ// binär — Aufwand hochgit-nativ — Aufwand gering //
Abb. 3 — Git-Eignung der Engineering-Tools: von binär und export-abhängig bis textnah und git-nativ. PLCopen XML (IEC 61131-10) liefert das herstellerneutrale Austauschformat.
ToolProjektformatGit-EignungBrücke / Mechanismus
TIA PortalbinärindirektVCI → XML · TIA Openness
TwinCAT 3XML / textnahgutnativ · TcUnit
CODESYSproprietär (Container)bedingtIDE-Git-Add-on · Automation Server
PLCnextLinux / TextnativGit · Container
Studio 5000binär (L5X-Export)bedingtL5X (XML) · Logix SDK
PLCopen XMLherstellerneutralsehr gutIEC 61131-10 (2019)

Das VCI versioniert Bausteine und Tags — nicht die Hardware-Konfiguration. Diese separat sichern.

06
// 06CI/CD-Pipeline

Sechs Stages.
Herstellerübergreifend.

Die Wahl des Herstellers bestimmt die Werkzeuge, nicht das Prinzip. Vom Commit bis zur Anlage durchläuft jeder SPS-Code dieselben sechs Stationen.

SPS-CI/CD-Pipeline in sechs Stufen/01VersionGit/02BuildOpenness · TcAI/03SimulatePLCSim · Echo/04TestTcUnit/05Quality GateSonarQube · 62443/06DeployWartungsfenster
Abb. 4 — Die sechs Stufen einer herstellerübergreifenden SPS-CI/CD-Pipeline — vom Commit bis zur Anlage. Das Quality Gate (orange) erzwingt Analyse, IEC-62443-Checks und SBOM.
  • /01

    Version

    Git · VCI / Openness · L5X · PLCopen XML

    Steuerungscode aus dem Git-Repository auschecken — als exportiertes XML (VCI, L5X, PLCopen) oder als textnahes TwinCAT-/PLCnext-Projekt.
  • /02

    Build

    TIA Openness · TcAI · Logix SDK

    Headless kompilieren, ohne GUI. Über TIA Openness, das TwinCAT Automation Interface, die Logix Designer SDK oder die CODESYS-Kommandozeile.
  • /03

    Simulate

    PLCSim Advanced · FactoryTalk Logix Echo · TwinCAT-Sim

    Kompilierten Code gegen eine virtuelle Steuerung testen — ohne physische Hardware, parallelisierbar im Build-Cluster.
  • /04

    Test

    TcUnit · Custom Test Harness · JUnit Reporter

    Automatisierte Unit- und Funktionstests ausführen, Ergebnisse als JUnit-XML exportieren. Für TwinCAT übernimmt das TcUnit nativ.
  • /05

    Quality Gate

    SonarQube · IEC 62443 Checks · SBOM (CycloneDX)

    Namenskonventionen, statische Analyse, IEC-62443-Checks und SBOM-Erzeugung erzwingen. Bei Verstoß stoppt die Pipeline.
  • /06

    Deploy

    Artifactory / Nexus · Deployment-Skript

    Artefakt freigeben und kontrolliert im geplanten Wartungsfenster auf die Ziel-SPS aufspielen — mit dokumentiertem Rollback-Stand.
.gitlab-ci.yml — SPS-Pipeline (Skizze)
stages: [version, build, simulate, test, quality, deploy]

build:
  stage: build
  tags: [windows-tia]          # Headless-Build via Openness / TcAI / Logix SDK
  script:
    - pwsh ./ci/export-and-compile.ps1

simulate-test:
  stage: test
  script:
    - pwsh ./ci/run-plcsim.ps1   # PLCSim Advanced / Logix Echo / TwinCAT-Sim
    - pwsh ./ci/run-tcunit.ps1   # JUnit-XML als Report
  artifacts:
    reports: { junit: results/*.xml }

quality-gate:
  stage: quality
  script:
    - sonar-scanner               # statische Analyse
    - ./ci/iec62443-checks.sh     # Security-Regeln
    - cyclonedx-cli make          # SBOM (CRA-Pflicht)

deploy:
  stage: deploy
  when: manual                    # kontrolliert im Wartungsfenster
  environment: production-line-1

Skizze, herstellerneutral. Konkrete Jenkinsfile-Umsetzung für TIA Portal: CI/CD für SPS mit Jenkins.

// 07Normen & Compliance

Was die Pipeline
nachweisen muss.

Versionierung und CI/CD sind nicht nur Komfort — sie liefern die Belege, die Normen und der Cyber Resilience Act ab 2026/2027 verlangen. Spätestens wenn der Auditor wissen will, wer die Änderung an der Steuerung freigegeben hat und in welchem Softwarestand die gemeldete Schwachstelle gepatcht wurde, wird aus einer fehlenden Historie ein dokumentierter Befund.

Was ist die IEC 61131?

Die IEC 61131 ist die internationale Normenreihe für speicherprogrammierbare Steuerungen. Ihr bekanntester Teil, die IEC 61131-3, definiert die fünf SPS-Programmiersprachen (ST, FBD, LD, SFC, IL) und ist die gemeinsame Basis nahezu aller Hersteller. Für Versionierung und CI/CD entscheidend ist die IEC 61131-10: Sie normiert seit 2019 mit dem PLCopen-XML ein herstellerneutrales Austauschformat, das Steuerungslogik als versionierbaren, diff-fähigen Text abbildet — die Brücke zwischen binären Engineering-Tools und Git.

  • /01

    IEC 61131-3

    Definiert die fünf SPS-Programmiersprachen (ST, FBD, LD, SFC, IL) — die gemeinsame Basis aller Hersteller.
  • /02

    IEC 61131-10 / PLCopen XML

    Seit 2019 normiertes, herstellerneutrales Austauschformat für textuelle und grafische Bausteine — ideal für Versionskontrolle.
  • /03

    IEC 61508

    Funktionale Sicherheit. Nachweise für sicherheitsgerichtete Funktionen lassen sich in der Pipeline als Quality Gate verankern.
  • /04

    IEC 62443

    Cybersecurity für industrielle Automatisierung. Die Referenz für DevSecOps in der OT und Grundlage für den CRA-Nachweis.
  • /05

    Cyber Resilience Act (CRA)

    SPS, SCADA und CNC sind im Scope. Melde­pflichten greifen ab 11.09.2026, volle Compliance samt CE bis 11.12.2027 — eine nachvollziehbare, automatisierte Build-Pipeline wird damit faktisch Pflicht.

Mehr dazu im Cyber Resilience Act im Maschinenbau und in DevSecOps & Compliance nach IEC 62443.

08
// 08Trends 2025/2026

Wohin sich die
SPS-Welt bewegt.

Drei Entwicklungen machen Versionierung und CI/CD in der OT vom Wunsch zur Selbstverständlichkeit.

  • /01

    KI-Copilots in der Engineering-IDE

    Siemens Industrial Copilot, Beckhoff TwinCAT CoAgent und Rockwell Design Studio Copilot generieren Structured Text, erklären Ladder-Code und — bei Rockwell — interagieren direkt mit dem Versionskontrollsystem.
  • /02

    Linux- und Container-SPS an der Edge

    PLCnext (Docker/Podman), CODESYS Virtual Control SL (PREEMPT_RT) und TwinCAT/BSD bringen Container-Workflows auf die Steuerung. Die Edge wird deklarativ und GitOps-fähig.
  • /03

    Software-Defined Automation & IT/OT-Konvergenz

    Die Logik löst sich von der Hardware. Virtuelle SPS, Cloud-Engineering und Kubernetes-Redundanz machen CI/CD nicht zur Ausnahme, sondern zum Normalfall.

Wie KI konkret in die SPS-Programmierung einzieht, zeigt KI in der SPS-Programmierung. Und wie sich die Logik ganz von der Hardware löst, beschreibt Software Defined Automation einführen.

09
// 09Fazit

Die Marke wählt
das Werkzeug.
Sie wählen das Prinzip.

Der SPS-Markt im DACH-Raum ist vielfältig, aber die Logik dahinter ist einfach: Siemens dominiert, Beckhoff, Phoenix Contact, Bosch Rexroth und B&R prägen die Region, CODESYS steckt in unzähligen OEM-Geräten. Was sich unterscheidet, ist das Projektformat — und damit der Aufwand für Versionierung.

TwinCAT und PLCnext sind git-nah, CODESYS nur bedingt, TIA Portal und Studio 5000 brauchen eine Export-Brücke. Doch egal welches Tool: Sobald der Code versioniert ist, lässt er sich herstellerübergreifend in dieselbe CI/CD-Pipeline aus Build, Simulation, Test, Quality Gate und kontrolliertem Deployment bringen.

Der Druck wächst von zwei Seiten — software-definierte Automatisierung und der Cyber Resilience Act. Wer jetzt eine nachvollziehbare, automatisierte Pipeline aufbaut, gewinnt nicht nur Tempo und Qualität, sondern erfüllt nebenbei die Compliance von morgen. Der pragmatische Einstieg: ein Pilotprojekt mit einer Anlage, ein Repository, eine Pipeline. Der erste sichtbare Ertrag kommt früh — das erste lesbare Diff zweier Bausteinstände beendet in Minuten eine Diskussion, die vorher einen Nachmittag gekostet hätte.

// 10Häufige Fragen

Was Kunden
wirklich fragen.

Q.01
Welche SPS-Hersteller gibt es?
Die wichtigsten SPS-Hersteller sind Siemens (TIA Portal), Beckhoff (TwinCAT 3), Phoenix Contact (PLCnext), Bosch Rexroth (ctrlX), B&R/ABB (Automation Studio), CODESYS als OEM-Laufzeit hinter WAGO, Lenze und Pilz sowie Rockwell Automation (Studio 5000). Global zählen zusätzlich Schneider Electric (Modicon), Mitsubishi Electric (MELSEC) und Omron (Sysmac) zur Spitzengruppe. Im DACH-Raum führt Siemens, gefolgt von Beckhoff, Phoenix Contact und Bosch Rexroth.
Q.02
Was ist eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung)?
Eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC) ist ein robuster Industriecomputer, der Maschinen und Produktionsanlagen steuert. Sie liest Eingangssignale von Sensoren, verarbeitet sie nach einem gespeicherten Programm und schaltet daraufhin Aktoren wie Motoren oder Ventile. Programmiert wird sie in den fünf Sprachen der Norm IEC 61131-3 (ST, FBD, LD, SFC, IL).
Q.03
Was ist ein SPS-Hersteller?
Ein SPS-Hersteller entwickelt und vertreibt speicherprogrammierbare Steuerungen samt der zugehörigen Engineering-Software. Der Hersteller bestimmt damit nicht nur die Hardware, sondern auch das Projektformat und die Programmierumgebung — und damit, wie gut sich der Steuerungscode versionieren und automatisieren lässt. Führend sind Siemens, Rockwell, Schneider Electric, Beckhoff, Mitsubishi und Bosch Rexroth.
Q.04
Ist SPS von Siemens?
Nein. SPS steht für speicherprogrammierbare Steuerung — ein generischer Gerätetyp, kein Markenname. Siemens ist mit dem TIA Portal zwar der größte SPS-Hersteller, aber nur einer von vielen: Beckhoff, Phoenix Contact, Bosch Rexroth, B&R/ABB, CODESYS-basierte Anbieter, Schneider Electric, Mitsubishi, Omron und Rockwell stellen ebenfalls SPS-Systeme her.
Q.05
Welche SPS-Hersteller sind im DACH-Raum am wichtigsten?
Der DACH-Raum ist eine Hochburg der Automatisierung: Siemens (München), Beckhoff (Verl), Phoenix Contact (Blomberg), Bosch Rexroth (Lohr), CODESYS (Kempten), WAGO, Lenze und Pilz sind deutsch, B&R (heute ABB) ist österreichisch. Siemens dominiert mit TIA Portal den Maschinenbau, gefolgt von Rockwell in vielen internationalen Anlagen.
Q.06
Welcher SPS-Hersteller ist der größte?
Siemens ist global klarer Marktführer — je nach Studie rund ein Fünftel bis knapp ein Drittel des Weltmarkts. Zusammen mit Rockwell, Schneider Electric, Mitsubishi und ABB entfällt auf die Top-5 ein Großteil des Marktes. Belastbare, DACH-isolierte Prozentzahlen veröffentlicht keine Studie; die Siemens-Dominanz im deutschsprachigen Maschinenbau ist aber unbestritten.
Q.07
Kann man SPS-Software mit Git versionieren?
Ja. Textnahe Plattformen wie TwinCAT und PLCnext lassen sich direkt mit Git verbinden. CODESYS bietet nur eine IDE-integrierte Git-Anbindung auf proprietärem Projektformat. Binäre Formate wie TIA Portal benötigen eine Export-Brücke — das Version Control Interface (VCI), die TIA Openness API oder das herstellerneutrale PLCopen-XML (IEC 61131-10) wandeln den Code in versionierbaren Text um.
Q.08
Was ist das Version Control Interface (VCI) im TIA Portal?
Das VCI ist die ab TIA Portal V17 verfügbare Git-Schnittstelle von Siemens. Es exportiert Function Blocks, Functions, Datablocks und PLC-Tags automatisch als XML in die Projektstruktur. Wichtige Einschränkung: Hardware-Konfiguration und Library-Typen werden nicht erfasst und müssen separat gesichert werden.
Q.09
Welches Tool versioniert SPS-Software über Hersteller hinweg?
octoplant von AUVESY-MDT (vormals versiondog) ist der etablierte Standard für herstellerübergreifende Versionierung und Backup. Es deckt über 160 OT-/IT-Gerätetypen ab — SPS, HMI, Roboter, CNC, SCADA — und wird in über 3.000 Anlagen eingesetzt. Es ergänzt Git, ersetzt es aber nicht für den eigentlichen Entwicklungs-Workflow.
Q.10
Kann man SPS-Programmierung mit CI/CD automatisieren?
Ja, herstellerübergreifend. Eine SPS-CI/CD-Pipeline besteht typischerweise aus Headless-Build, Simulation (PLCSim Advanced, FactoryTalk Logix Echo oder TwinCAT-Sim), automatisierten Tests, Quality Gates und kontrolliertem Deployment im Wartungsfenster. Jenkins, GitLab CI und Azure DevOps orchestrieren die Stages.
Q.11
Welche SPS-Systeme sind am git-freundlichsten?
TwinCAT 3 (XML/Visual-Studio-basiert) und Phoenix Contact PLCnext (Linux-nativ) sind von Haus aus textnah und damit am einfachsten zu versionieren. CODESYS bringt zwar eine integrierte Git-Anbindung mit, speichert das Projekt aber proprietär. TIA Portal und Studio 5000 sind binär und brauchen eine Export-Brücke.
Q.12
Was ändert der Cyber Resilience Act für SPS-Software?
SPS, SCADA und CNC fallen in den Scope des CRA. Hersteller-Meldepflichten greifen ab dem 11.09.2026, die volle Compliance samt CE-Kennzeichnung bis 11.12.2027. Praktisch bedeutet das: SBOM, Vulnerability-Management und eine nachvollziehbare, automatisierte Build-Pipeline werden zur Pflicht — genau das, was CI/CD und IEC 62443 liefern.
// 12 — Einstiegsangebot

2 Wochen.
4.900 EUR.
SPS-Pipeline.

Proof of Concept zum Festpreis — herstellerunabhängig. Wir bringen ein Steuerungsprojekt unter Versionskontrolle und in eine funktionierende CI/CD-Pipeline. Build, Simulation und Quality Gates inklusive. Wenn Sie vorher klären wollen, ob das zu Ihrer Anlagenlandschaft passt: Das 30-minütige Erstgespräch kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

PoC anfragen
Festpreis · 2 Wochen
Inkl. Dokumentation
// Ihr nächster Schritt1 Klick, anonym

Wie geht es bei Ihnen mit der SPS-Versionierung weiter?

// Nächster Schritt

Erstgespräch.
Kostenlos.
90 Tage zum Ergebnis.

Wir klären gemeinsam, wie Sie in 90 Tagen die ersten messbaren Industrial-DevOps-Erfolge erzielen.

Erstgespräch buchen
Seit 2006 · 47+ Projekte
Industrie · Automotive · Finance