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SPS / PLC8. Juni 202620 min Lesezeit

SPS-Hersteller
im Vergleich.

Wer baut die Steuerungen, mit welcher Software werden sie programmiert, und wie gut lässt sich der Code mit Git versionieren? Die wichtigsten Hersteller von Siemens bis Omron.

AI
Video/30 Sekunden/Die Anlage steht. Wo ist der letzte Stand?

Textfassung des Videos: Die Anlage steht. Und wo ist der letzte funktionierende Stand? Irgendwo im ZIP-Archiv. Cyber Resilience Act: Wer hat was wann geändert? Meldepflichten seit 11.09.2026, volle Compliance bis 11.12.2027. Die Export-Brücke: SPS-Code wird versionierbar. VCI, Openness, L5X und PLCopen XML führen nach Git. Eine Pipeline für jeden SPS-Hersteller: Version, Build, Simulate, Test, Quality Gate, Deploy. SPS-Pipeline in 2 Wochen. Proof of Concept zum Festpreis von 4.900 EUR, herstellerunabhängig. comquent.de/kontakt.

// 01Kurz erklärt

Stand: Oktober 2026 · TIA Portal V21 · TwinCAT 3.1 Build 4026 · CODESYS V3.5 SP22 · IEC 61131-3 Ed. 4

Der SPS-Markt im DACH-Raum wird von Siemens dominiert, gefolgt von Beckhoff, Phoenix Contact, Bosch Rexroth, B&R (ABB) und Rockwell. Ihre Engineering-Tools unterscheiden sich vor allem darin, wie git-freundlich sie sind: TwinCAT und PLCnext sind textnah, CODESYS bindet Git über eine Erweiterung an, TIA Portal und Studio 5000 brauchen einen Export (VCI, Openness, L5X, PLCopen XML). Liegt der Code als Text vor, lässt er sich versionieren und über alle Hersteller hinweg in eine CI/CD-Pipeline aus Build, Simulation, Test und kontrolliertem Deployment bringen.

Eine Branche,
viele Tools,
ein Problem.

Alter Programmier-Laptop mit aufgerolltem Kabel und USB-Sticks in einem Regal der Instandhaltung, im Hintergrund sucht ein Techniker am Bildschirm in einer DateilisteAI
Der letzte bekannte Stand liegt oft dort, wo ihn seit Jahren niemand gesucht hat.

In der Halle stehen Maschinen von fünf Herstellern, jede mit eigener Entwicklungsumgebung. Die Steuerungssoftware liegt als ZIP mit Datum im Dateinamen auf einem Netzlaufwerk. Wer was wann geändert hat, weiß niemand genau. Das fällt erst auf, wenn die Anlage steht und jemand den letzten funktionierenden Stand sucht.

Der Kollege, der sie in Betrieb genommen hat, ist seit zwei Jahren im Ruhestand. Sein Wissen liegt auf einem Laptop, den keiner mehr startet. Die Suche nach dem richtigen ZIP dauert dann länger als die Reparatur.

Das muss 2026 nicht mehr so sein. Die IT arbeitet seit Jahren mit Git, automatisierten Tests und CI/CD. Die Automatisierungstechnik zieht nach, weil die Hersteller ihre Projektformate öffnen und weil der Cyber Resilience Act seit September 2026 Meldepflichten bringt.

Die Abschnitte 02 und 03 beantworten die Herstellerfrage: wer die Steuerungen baut und welche Plattform zu welchem Vorhaben passt. Ab Abschnitt 04 geht es um das, was in keinem Datenblatt steht. Wer es direkt umsetzen will, findet den Rahmen im Anwendungsfall CI/CD für SPS & TIA Portal im Maschinenbau.

// Kurz gefragt1 Klick, anonym

Ist SPS-Versionierung bei Ihnen gerade ein Thema?

Wir fragen kurz, wie dringend das Thema bei Ihnen gerade ist. Je nach Antwort zeigen wir Ihnen direkt den passenden nächsten Schritt — ganz ohne Formular.

Andreas Schönfeld

Andreas Schönfeld

Geschäftsführer & DevOps-Berater, Comquent GmbH

DevOps, CI/CD und Industrial Automation seit 2006.

Veröffentlicht: 8. Juni 2026Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026
// 02Hersteller

Welche SPS-Hersteller
gibt es?

Die wichtigsten SPS-Hersteller im Überblick: Siemens (TIA Portal), Beckhoff (TwinCAT 3), Phoenix Contact (PLCnext), Bosch Rexroth (ctrlX), B&R / ABB (Automation Studio), CODESYS als Plattform hinter WAGO und Lenze sowie Rockwell Automation (Studio 5000). Global ergänzen Schneider Electric (Modicon), Mitsubishi Electric (MELSEC) und Omron (Sysmac) die Spitzengruppe. Die folgende Liste ordnet jeden Hersteller von SPS-Steuerungen nach Sitz, SPS-Software und Marktstellung. Im DACH-Ranking steht Siemens an der Spitze, dahinter Beckhoff, Phoenix Contact und Bosch Rexroth; international führen dieselben Namen auch die Listen der PLC-Anbieter an.

SPS-Hersteller im DACH-RaumDECHATBeckhoffVerlPhoenix ContactBlombergBosch RexrothLohrCODESYSKemptenSiemensMünchenSaia-BurgessGivisiez · HoneywellB&R · ABBEggelsbergSigmatekLamprechtshausen
Abb. 1 · SPS-Hersteller und ihre Standorte im DACH-Raum. Lage schematisch, Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Liste der SPS-Hersteller mit Sitz, SPS-Software und Einordnung
HerstellerSitzSPS-SoftwareEinordnung
// DACH-Raum
SiemensMünchen, DETIA Portal · SIMATIC AXMarktführer
BeckhoffVerl, DETwinCAT 3PC-basierte Steuerung, Motion
Phoenix ContactBlomberg, DEPLCnext EngineerOffene Linux-Steuerung
Bosch RexrothLohr am Main, DEctrlX AUTOMATIONMarktführer laut ABI Research
B&R (ABB)Eggelsberg, ATAutomation StudioMaschinenbau, Motion
CODESYSKempten, DECODESYS Development SystemPlattform hinter vielen Marken
WAGO · LenzeMinden · Aerzen, DECODESYS-basiertSpezialisten
PilzOstfildern, DEPAS4000Sicherheitssteuerungen
// International
Rockwell AutomationMilwaukee, USAStudio 5000 Logix DesignerMarktführer in Nordamerika
Schneider ElectricRueil-Malmaison, FREcoStruxure · ModiconGlobaler Anbieter
Mitsubishi ElectricTokio, JPGX Works3 · MELSECGlobaler Anbieter
OmronKyoto, JPSysmac StudioGlobaler Anbieter

Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Spalte Einordnung beschreibt den Schwerpunkt des Herstellers aus unserer Projekterfahrung, die Angabe zu Bosch Rexroth folgt ABI Research (2023).

Wer ist der größte SPS-Hersteller?

Siemens ist der größte SPS-Hersteller. Das Marktforschungshaus ABI Research führt das Unternehmen in seinem Ranking der SPS-Anbieter auf Rang 1, vor Rockwell Automation und Bosch Rexroth. Zur weltweiten Spitzengruppe gehören außerdem Schneider Electric, Mitsubishi Electric, ABB und Omron. Im deutschsprachigen Maschinenbau ist der Abstand von Siemens zum Rest besonders groß.

Prozentzahlen nennen wir bewusst nicht. Die Werte, die im Netz kursieren, stammen aus kostenpflichtigen Studien oder aus Händlerblogs ohne Quelle, und Zahlen nur für Deutschland, Österreich und die Schweiz veröffentlicht niemand. Belegt ist die Einordnung von ABI Research aus dem September 2023: Siemens, Rockwell Automation, Bosch Rexroth und ABB sind dort die vier Marktführer bei SPS-Lösungen. Drei davon entwickeln ihre Steuerungstechnik im DACH-Raum, ABB über die Tochter B&R in Österreich.

// 03Auswahl

Welcher SPS-Hersteller
passt zu welchem
Vorhaben?

Die Wahl des SPS-Herstellers entscheidet sich selten an der Technik. Meist stehen drei Dinge fest, bevor jemand ein Datenblatt aufschlägt: die Vorgabe im Lastenheft des Endkunden, die Erfahrung der eigenen Programmierer und der Markt, in den die Maschine geliefert wird. Eine Montagelinie oder eine Verpackungsmaschine steuern alle großen Plattformen. Unterschiede zeigen sich bei der Antriebstechnik, bei der Offenheit und beim Umgang mit dem Quellcode.

Schaltschrank mit Steuerungen verschiedener Hersteller nebeneinander, ein oranges Netzwerkkabel führt zu einem Laptop auf einem ServicewagenAI
Fünf Steuerungen, fünf Entwicklungsumgebungen. Welche es wird, steht oft schon im Lastenheft.
Welcher SPS-Hersteller zu welcher Ausgangslage passt
AusgangslageNaheliegende WahlWarum
Das Lastenheft des Endkunden nennt die SteuerungWas dort steht, häufig SiemensAutomobilwerke und viele Serienfertiger schreiben die Plattform vor, weil ihre Instandhaltung darauf geschult ist. Die Auswahl ist dann entschieden, bevor jemand ein Datenblatt aufschlägt.
Die Maschine geht nach NordamerikaRockwell Automation (Allen-Bradley)In den USA und Kanada kennen Instandhalter vor allem diese Plattform. Viele europäische Maschinenbauer pflegen deshalb zwei Steuerungsvarianten derselben Maschine.
Viele Achsen, kurze ZykluszeitenBeckhoff oder B&RBeide kommen aus der PC-basierten Steuerungstechnik und bringen Motion Control im selben System mit, ohne zweiten Controller.
Das Team kommt aus der SoftwareentwicklungPLCnext, ctrlX AUTOMATION oder SIMATIC AXLinux auf der Steuerung, Hochsprachen neben IEC 61131-3 und Git im Alltag. Wer aus C++ oder C# kommt, arbeitet sich dort schneller ein als in einer klassischen Umgebung.
Kleine Serie, die Hardware soll austauschbar bleibenCODESYS-basierte SteuerungenDasselbe Programmiersystem läuft auf Geräten vieler Marken. Ein Wechsel der Hardware kostet dann keine Neuentwicklung der Software.
Steuerung ohne eigene HardwareVirtuelle SPS oder Soft-SPSSIMATIC S7-1500V und CODESYS Virtual Control SL laufen als Software auf einem Industrie-PC oder Server, Beckhoff hat eine TwinCAT-Laufzeit für Linux vorgestellt. Das lohnt sich, wenn viele Steuerungen zentral betrieben und aktualisiert werden sollen.

Faustregeln aus unseren Projekten, keine Rangliste. Im Zweifel gewinnt die Vorgabe des Endkunden.

Ein Kriterium fehlt in fast jeder Auswahl: wie die Entwicklungsumgebung den Code speichert. Daran hängt, ob zwei Programmierer am selben Projekt arbeiten können, ob Sie zwei Stände vergleichen können und ob eine Pipeline den Build prüft, bevor er an die Anlage geht. Darum geht es in den folgenden Abschnitten.

// In 2 Klicks: Ihr LesepfadSchritt 1 / 2

Welcher Abschnitt beantwortet Ihre Frage?

Der Artikel ist lang, und nicht jeder Abschnitt betrifft jede Steuerung. Sagen Sie uns, womit Sie programmieren und was Ihnen heute fehlt. Sie springen dann an die Stelle, die Ihren Fall behandelt, und wissen, was Sie überblättern können.

Womit programmieren Sie überwiegend?

// 04SPS-Software

Welche SPS-Software
lässt sich mit Git
versionieren?

Mit Git versionieren lässt sich jede gängige SPS-Software, der Aufwand unterscheidet sich aber stark. TwinCAT 3, PLCnext und B&R Automation Studio speichern Projekte als Text- oder XML-Dateien. TIA Portal und Studio 5000 schreiben ein binäres Projekt und brauchen einen Export. CODESYS liegt dazwischen. Es kommt also weniger auf die Marke an als auf das Projektformat.

Git-Eignung der SPS-SoftwareTIA PortalVCI · SIMATIC SDStudio 5000L5X-ExportCODESYSGit-ErweiterungPLCnext.pcwef · LinuxAutomation StudioText · XMLTwinCAT 3XML · Text// binär · Aufwand hochtextbasiert · Aufwand gering //
Abb. 2 · Git-Eignung der SPS-Software, von binär mit Export bis textbasiert. PLCopen XML (IEC 61131-10) ist das herstellerneutrale Austauschformat.
  • /01

    Siemens TIA Portal

    Standard im europäischen Maschinenbau, lange mit dem sperrigsten Format.

    Das Projekt liegt binär vor, Git kann darin nichts vergleichen. Seit V16 exportiert das Version Control Interface (VCI) Bausteine, Datentypen und Variablentabellen in einen Arbeitsbereich, den ein Repository verwaltet. Bis V20 war das XML. Mit V21 kam das Textformat SIMATIC SD dazu, das Kontaktplan, Funktionsplan, SCL und Datenbausteine als lesbaren Text ablegt. Die Hardware-Konfiguration erfasst das VCI weiterhin nicht. Mehr zur Umgebung steht im Glossar-Eintrag zum TIA Portal. Für neue Projekte auf S7-1500 und S7-1200 G2 entwickelt Siemens daneben SIMATIC AX, eine textbasierte Umgebung auf Basis von Visual Studio Code, die von Beginn an auf Git aufsetzt.
  • /02

    Beckhoff TwinCAT 3

    Sitzt auf Visual Studio und steht klassischer Software am nächsten.

    Projekte liegen als XML- und Textdateien vor und lassen sich direkt einchecken. Mit TcUnit gibt es ein xUnit-Framework, dessen Berichte Jenkins im JUnit-Format liest. Aktuell ist TwinCAT 3.1 Build 4026 mit eigenem Paketmanager. Neben TwinCAT/BSD hat Beckhoff eine Laufzeit für Linux vorgestellt, die auch in Containern läuft. Was die Laufzeit kann, erklärt der Glossar-Eintrag zu TwinCAT.
  • /03

    CODESYS

    Die herstellerneutrale Plattform hinter WAGO, Lenze und vielen weiteren Marken.

    Das Projekt ist zunächst eine einzelne Datei in eigenem Format. Die Erweiterung CODESYS Git legt die Objekte daneben als lesbare Textdateien in einem Repository ab, und seit August 2026 speichert CODESYS File-Based Storage das ganze Projekt als Ordner mit dem IEC-Code im Klartext. Beide gehören zur kostenpflichtigen Professional Developer Edition. Ohne sie bleibt der Export nach PLCopen XML. Der CODESYS Automation Server verteilt Projekte auf Steuerungen, CODESYS Virtual Control SL läuft als Container auf Linux. Auch ctrlX PLC von Bosch Rexroth baut auf CODESYS V3 auf.
  • /04

    Phoenix Contact PLCnext

    Eine Steuerung, auf der Linux läuft.

    PLCnext Control bringt ein vollständiges Linux mit und führt Container über Podman direkt auf dem Controller aus. IEC 61131-3, C++, C# und Modelle aus MATLAB Simulink laufen nebeneinander. Code in Hochsprachen ist gewöhnlicher Quelltext. Das Projekt aus PLCnext Engineer lässt sich mit Git verwalten, wenn Sie es im unkomprimierten Format (.pcwef) speichern. Im komprimierten Standardformat (.pcwex) geht das nicht. Anwender berichten im Herstellerforum von vielen Konflikten beim Zusammenführen paralleler Branches. Teilen Sie die Arbeit deshalb vorher auf.
  • /05

    Rockwell Studio 5000

    Standard in Nordamerika und in vielen Exportmaschinen.

    Die Projektdatei (.ACD) ist binär. Für die Versionsverwaltung exportieren Sie das Projekt als L5X, eine XML-Datei. Rockwell veröffentlicht dazu auf GitHub eigene Werkzeuge, die den Export in einzelne Dateien zerlegen und Commit, Vergleich und Wiederherstellung an Git anbinden. FactoryTalk Logix Echo emuliert Steuerungen für Tests ohne Hardware, das Logix Designer SDK automatisiert Build und Download.
  • /06

    B&R Automation Studio

    Verbreitet im Sondermaschinen- und Verpackungsbau, seit 2017 Teil von ABB.

    Automation Studio bündelt Steuerung, Antrieb und Visualisierung. Das Projekt liegt als Ordnerstruktur aus Text- und XML-Dateien auf der Platte und lässt sich ohne Export einchecken. Eine eingebaute Versionsverwaltung bringt die Umgebung nicht mit, Git läuft daneben. Der Build lässt sich über die Kommandozeile starten.

SPS-Software im Vergleich: Format und Git-Eignung

SPS-Software im Vergleich nach Projektformat und Git-Eignung
SPS-SoftwareProjektformatGitWeg ins Repository
TIA Portalbinärüber ExportVCI (seit V16), ab V21 als Text (SIMATIC SD)
Studio 5000binär (.ACD)über ExportL5X-Export, Logix Designer SDK
CODESYSProjektdatei, optional Ordner mit Klartextmit ErweiterungCODESYS Git, File-Based Storage, PLCopen XML
PLCnext Engineerunkomprimiert als .pcwefgutProjekt im flachen Format speichern
Automation StudioText und XMLdirektkein Export nötig
TwinCAT 3XML und Textdirektkein Export nötig, TcUnit für Tests
PLCopen XMLherstellerneutralsehr gutIEC 61131-10, Austauschformat

Das VCI versioniert Bausteine, Datentypen und Variablentabellen, nicht die Hardware-Konfiguration. Diese getrennt sichern.

// 05Versionierung

Vier Wege,
SPS-Code
zu versionieren.

Ohne nachvollziehbaren Stand gibt es keine Pipeline, keinen Rückweg und keinen Nachweis gegenüber dem Kunden. Liegt Ihr Stand heute als ZIP auf dem Netzlaufwerk, hat das meist einen technischen Grund. Ein binäres Projekt aus TIA Portal oder Studio 5000 lässt sich ohne Export nicht sinnvoll in Git ablegen, also wurde kopiert, was sich kopieren ließ. Vier Wege führen heraus, je nach Entwicklungsumgebung.

Export von SPS-Code nach Gitexportcommitbinär · kein Vergleich möglichBinäres ProjektTIA .ap · Studio .acdUmwandlung in TextExport-BrückeVCI · Openness · L5X · PLCopen XMLversioniert · vergleichbarGit-RepositoryBranch · Merge · Review
Abb. 3 · Die Export-Brücke macht binäre SPS-Projekte versionierbar. VCI, Openness, L5X oder das herstellerneutrale PLCopen XML wandeln Bausteine in Text um, den Git vergleichen kann.
  • /01

    Git mit Export

    Die Export-Brücke, der pragmatische Weg für binäre Projekte.

    Das VCI bei Siemens, der L5X-Export bei Rockwell oder das herstellerneutrale PLCopen XML (IEC 61131-10) machen aus Steuerungslogik Text, den Git vergleichen kann. Eine Grenze sollten Sie kennen: Das VCI erfasst Bausteine, Datentypen, Variablentabellen und Bibliothekstypen. Die Hardware-Konfiguration bleibt außen vor und muss getrennt gesichert werden.
  • /02

    Git ohne Umweg

    Für Umgebungen, die ohnehin Text schreiben.

    TwinCAT und B&R Automation Studio lassen sich direkt mit GitHub, GitLab oder Azure DevOps verbinden, PLCnext Engineer im unkomprimierten Format ebenso. CODESYS kommt mit CODESYS Git oder File-Based Storage auf denselben Stand. Branch, Merge Request und Code Review funktionieren dann wie in der Softwareentwicklung. Sie brauchen eine saubere Ignore-Liste für Kompilate und eine Regel, wer was freigibt.
  • /03

    octoplant und verwandte Werkzeuge

    Sichern den Stand der ganzen Anlage.

    octoplant, der Nachfolger von versiondog, sichert und vergleicht die Stände von SPS, HMI, Robotern, CNC und SCADA über Herstellergrenzen hinweg. Das Werkzeug holt die Stände zeitgesteuert von den Geräten und meldet Abweichungen. Für Betrieb und Instandhaltung ist das die passende Sicht. Den Entwicklungsalltag mit Branches und Reviews deckt es nicht ab.
  • /04

    Software-Defined Automation

    Die Logik löst sich von der Hardware.

    Virtuelle SPS, Container und Engineering im Editor der Softwareentwickler trennen das Programm vom Gerät. Git, automatische Tests und CI/CD müssen dann nicht nachgerüstet werden, die Plattform bringt sie mit. Wie der Einstieg aussieht, beschreibt Software Defined Automation einführen.

Was ist octoplant (vormals versiondog)?

octoplant ist eine Software für Datensicherung und Versionsverwaltung in der Automatisierung. Der Hersteller AMDT, bis 2024 AUVESY-MDT, hat sie im April 2022 als Nachfolger von versiondog eingeführt. Sie sichert und vergleicht die Stände von SPS, HMI, Robotern, CNC, SCADA und Antrieben über Herstellergrenzen hinweg, nach Herstellerangabe für mehr als 180 Gerätetypen bei über 3.200 Kunden. Ihr Zweck ist der lückenlose Stand der ganzen Anlage, nicht der tägliche Arbeitsablauf der Entwickler. Für versiondog selbst endeten Support und Wartung am 31. Dezember 2025.

octoplant

Sicherung und Wiederherstellung für die ganze Anlage, automatischer Vergleich der Geräte mit dem freigegebenen Stand, Änderungsprotokoll über alle Geräte. Stark für Betrieb, Instandhaltung und Nachweise.

Git

Branch, Merge Request, Code Review und der Auslöser für die Pipeline. Stark für die Entwicklung und die Automatisierung. Beide ergänzen sich, keines ersetzt das andere.

Den Vergleich der Werkzeuge samt Einführung in fünf Schritten zeigen wir in SPS-Versionsverwaltung: octoplant, versiondog & Copia, die Umsetzung für Siemens in TIA Portal mit Git versionieren.

// 06Vergleichstool

Welches
SPS-Vergleichstool
passt?

Ein Vergleichstool für SPS-Programme gibt es auf drei Ebenen: den Projektvergleich des Herstellers innerhalb der eigenen Plattform, das herstellerübergreifende octoplant (vormals versiondog) für den Anlagenstand und den Git-Diff auf dem exportierten XML für den täglichen Entwicklungs-Workflow. Welche Ebene trägt, entscheidet der Zweck: Ein Hersteller-Tool beantwortet die Frage „Was unterscheidet diese beiden Stände?“, der Git-Diff zusätzlich „Wer hat das wann und warum geändert?“.

Gemeint ist der Vergleich zweier Programmstände. Wenn Sie Hersteller oder Steuerungen vergleichen wollen, sind Sie in den Abschnitten 02 und 03 richtig.

Eine Automatisierungstechnikerin und ein Softwareentwickler vergleichen an einem Monitor zwei Stände eines Steuerungsprogramms, geänderte Zeilen sind farbig markiertAI
Der Vergleich im Merge Request klärt zwei Fragen zugleich: was sich geändert hat und wer es freigibt.
  • /01

    Vergleichseditor des Herstellers

    Eingebaut, aber an die eigene Plattform gebunden.

    Der Vergleichseditor im TIA Portal stellt Offline- und Online-Stand oder zwei Projekte gegenüber. Beckhoff liefert das TwinCAT 3 Project Compare Tool, CODESYS einen Projektvergleich in der Entwicklungsumgebung und Rockwell das Logix Designer Compare Tool. Alle zeigen zuverlässig, was sich geändert hat. Sie tun es innerhalb der eigenen Plattform und ohne Historie über die Zeit.
  • /02

    octoplant über Herstellergrenzen

    Ein Vergleich über die ganze Anlage statt über ein Projekt.

    octoplant vergleicht Stände über SPS, HMI, Roboter, CNC und SCADA hinweg und meldet, wenn das Gerät in der Halle vom freigegebenen Stand abweicht. Das ist der Blick der Instandhaltung: die Anlage, wie sie läuft, gegen den Stand, der dokumentiert ist.
  • /03

    Git-Diff auf exportiertem XML

    Der Vergleich, der Diskussion und Freigabe gleich mitbringt.

    Sobald der Code über VCI, TIA Openness, L5X-Export oder PLCopen XML als Text im Repository liegt, vergleicht Git jeden Stand mit jedem anderen, zeilenweise und mit Autor, Datum und Commit-Kommentar. Wie das im Detail aussieht, zeigen wir in SPS-Programme mit Git versionieren und vergleichen (TIA Portal) und für mehrere Hersteller in SPS-Versionsverwaltung für Industrial IT.
// 07CI/CD-Pipeline

Sechs Stufen
vom Commit
bis zur Anlage.

Der Hersteller bestimmt die Werkzeuge, nicht den Ablauf. Jeder Steuerungscode durchläuft dieselben sechs Stufen, ob er aus TIA Portal, TwinCAT oder CODESYS kommt.

SPS-CI/CD-Pipeline in sechs Stufen/01VersionGit/02BuildOpenness · TcAI/03SimulatePLCSIM · Logix Echo/04TestTcUnit/05Quality GateAnalyse · SBOM/06DeployWartungsfenster
Abb. 4 · Die sechs Stufen einer SPS-Pipeline vom Commit bis zur Anlage. Am Quality Gate (orange) stoppt der Lauf, wenn statische Analyse oder SBOM einen Verstoß melden.
  • /01

    Version

    Die Pipeline holt den Steuerungscode aus dem Repository. Dort liegt er als exportiertes XML (VCI, L5X, PLCopen) oder als Projekt aus TwinCAT, PLCnext oder Automation Studio.Git · VCI / Openness · L5X · PLCopen XML
  • /02

    Build

    Ein Build-Rechner kompiliert das Projekt ohne Oberfläche. Dafür gibt es TIA Openness, das TwinCAT Automation Interface, das Logix Designer SDK und die Kommandozeile von CODESYS und Automation Studio.TIA Openness · TwinCAT Automation Interface · Logix Designer SDK
  • /03

    Simulate

    Der kompilierte Code läuft gegen eine virtuelle Steuerung. Das braucht keine Hardware und lässt sich auf mehreren Build-Rechnern parallel fahren.S7-PLCSIM Advanced · FactoryTalk Logix Echo · TwinCAT 3 Usermode Runtime
  • /04

    Test

    Unit- und Funktionstests laufen automatisch, das Ergebnis landet als JUnit-XML in der Pipeline. Für TwinCAT erledigt das TcUnit.TcUnit · eigene Testbausteine · JUnit-Report
  • /05

    Quality Gate

    Die Pipeline prüft Namensregeln und Codierregeln, erzeugt die SBOM und gleicht die verwendeten Bibliotheken mit bekannten Schwachstellen ab. Bei einem Verstoß stoppt der Lauf. Die Protokolle dienen später als Nachweis für den Entwicklungsprozess nach IEC 62443-4-1.TwinCAT 3 PLC Static Analysis · CODESYS Static Analysis · TIA Portal Test Suite · SBOM (CycloneDX)
  • /06

    Deploy

    Nach der Freigabe spielt ein Skript das Artefakt im geplanten Wartungsfenster auf die Steuerung. Der vorige Stand bleibt als dokumentierter Rückweg liegen.Artifactory / Nexus · Deployment-Skript
.gitlab-ci.yml · SPS-Pipeline (Skizze)
stages: [build, simulate, test, quality, deploy]

build:
  stage: build
  tags: [windows-engineering]   # Build ohne Oberfläche: Openness, Automation Interface, Logix SDK
  script:
    - pwsh ./ci/export-and-compile.ps1

simulate:
  stage: simulate
  script:
    - pwsh ./ci/start-virtual-plc.ps1   # S7-PLCSIM Advanced, Logix Echo, TwinCAT Usermode Runtime

unit-test:
  stage: test
  script:
    - pwsh ./ci/run-tests.ps1           # TcUnit oder eigene Testbausteine
  artifacts:
    reports: { junit: results/*.xml }

quality-gate:
  stage: quality
  script:
    - pwsh ./ci/static-analysis.ps1     # Codierregeln mit dem Werkzeug des Herstellers
    - pwsh ./ci/generate-sbom.ps1       # Bibliotheken und Firmware-Stände als CycloneDX
    - cyclonedx validate --input-file sbom.cdx.json --fail-on-errors

deploy:
  stage: deploy
  when: manual                          # Freigabe, dann Wartungsfenster
  environment: production-line-1

Skizze ohne Herstellerbindung, die Skripte unter ci/ sind projektspezifisch. Die ausgeschriebene Jenkinsfile für TIA Portal steht in CI/CD für SPS mit Jenkins.

// 08Stand 2026

Was sich zuletzt
geändert hat.

Ein Überblick von vor zwei Jahren würde an vier Stellen nicht mehr stimmen. Drei davon machen einen versionierten Stand dringlicher, die vierte betrifft Ihre Altbausteine.

  • /01

    Projektformate werden zu Text

    TIA Portal V21 exportiert über das VCI erstmals lesbaren Text (SIMATIC SD) statt XML. CODESYS speichert seit August 2026 mit File-Based Storage das ganze Projekt als Ordner mit Klartext. Siemens hat SIMATIC AX im Juni 2026 um einen Kontaktplan mit Textdarstellung und um die S7-1200 G2 erweitert. Die Trennung in binäre und textbasierte Umgebungen, mit der dieser Artikel noch im Sommer begann, löst sich damit auf. Für Bestandsprojekte gilt sie weiter.
  • /02

    KI-Agenten schreiben Steuerungscode

    Siemens verkauft seit April 2026 den Eigen Engineering Agent, der im TIA Portal SPS-Programm, Visualisierung und Gerätekonfiguration in mehreren Schritten selbst erstellt. Rockwell bietet den FactoryTalk Design Studio Copilot an, Beckhoff hat den TwinCAT 3 CoAgent for Engineering angekündigt. Für die Versionsverwaltung hat das eine Folge, die selten genannt wird: Erzeugter Code braucht ein Review, und ein Review braucht einen lesbaren Diff. Mehr dazu in KI in der SPS-Programmierung.
  • /03

    Die Meldepflicht des Cyber Resilience Act gilt

    Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen melden, mit einer Frühwarnung binnen 24 Stunden und einer Meldung binnen 72 Stunden. Wer nicht sagen kann, welcher Softwarestand in welcher ausgelieferten Maschine läuft, hält diese Fristen kaum ein. Was das für Maschinenbauer heißt, steht in Cyber Resilience Act im Maschinenbau.
  • /04

    Die Anweisungsliste steht nicht mehr in der Norm

    Die vierte Ausgabe der IEC 61131-3 vom Mai 2025 führt Structured Text, Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache, dazu die Ablaufsprache zur Strukturierung. Die Anweisungsliste (AWL) ist entfallen. Bestehende AWL-Bausteine laufen weiter, neue Werkzeuge und Schulungen richten sich aber an Structured Text aus. Die deutsche Fassung der Norm steht noch auf dem Stand von 2014.
// 09Normen

Was die Pipeline
nachweisen muss.

Versionierung und CI/CD liefern die Belege, die Normen und der Cyber Resilience Act verlangen. Irgendwann fragt ein Auditor oder ein Kunde, wer die Änderung an der Steuerung freigegeben hat und in welchem Softwarestand die gemeldete Schwachstelle behoben ist. Wer dann eine Historie vorlegt, beantwortet die Frage in Minuten. Wer keine hat, bekommt einen dokumentierten Befund.

Eine Prüferin mit Klemmbrett und der Leiter der Steuerungstechnik mit Laptop stehen an einem offenen Schaltschrank in einer hellen MontagehalleAI
Wer hat das wann freigegeben? Die Antwort steht in der Historie.

Was ist die IEC 61131?

Die IEC 61131 ist die internationale Normenreihe für speicherprogrammierbare Steuerungen. Ihr bekanntester Teil, die IEC 61131-3, legt die Programmiersprachen fest und ist die gemeinsame Basis nahezu aller Hersteller. Seit der vierten Ausgabe von 2025 sind das Structured Text, Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache, dazu die Ablaufsprache. Für Versionierung und CI/CD zählt die IEC 61131-10. Sie normiert seit 2019 mit PLCopen XML ein herstellerneutrales Austauschformat, das Steuerungslogik als Text abbildet, den Git vergleichen kann.

  • /01

    IEC 61131-3

    Legt die Programmiersprachen für Steuerungen fest. Die vierte Ausgabe von 2025 führt Structured Text, Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache, dazu die Ablaufsprache. Die gemeinsame Basis aller Hersteller.
  • /02

    IEC 61131-10

    Normiert seit 2019 das Austauschformat PLCopen XML für textuelle und grafische Bausteine. Für die Versionsverwaltung ist es der neutrale Weg aus dem Herstellerformat.
  • /03

    IEC 61508

    Funktionale Sicherheit. Nachweise für sicherheitsgerichtete Funktionen lassen sich als Prüfschritt in der Pipeline verankern.
  • /04

    IEC 62443

    Cybersecurity für industrielle Automatisierung. Teil 4-1 beschreibt den sicheren Entwicklungsprozess des Herstellers, Teil 4-2 die technischen Anforderungen an die Komponente. Eine Pipeline stellt keine Konformität fest, sie liefert die Nachweise für einzelne Praktiken aus Teil 4-1.
  • /05

    Cyber Resilience Act

    Steuerungen sind Produkte mit digitalen Elementen und fallen in den Geltungsbereich, nach der Endfassung in die Standardkategorie. Die Meldepflichten gelten seit dem 11.09.2026, die übrigen Pflichten samt CE-Kennzeichnung ab dem 11.12.2027.

Die Fristen und Pflichten im Einzelnen stehen im Cyber Resilience Act im Maschinenbau, die Umsetzung in DevSecOps & Compliance nach IEC 62443. Ob sich der Umbau für Ihr Haus rechnet, klärt vorher die Seite Für wen wir arbeiten.

// 10Einstieg

Wie fangen
Sie an?

Mit einer Anlage, einem Repository und einer Pipeline, die zunächst nur kompiliert. Der Hersteller der Steuerung ändert daran nur den zweiten Schritt.

  • /01

    Eine Anlage auswählen

    Nehmen Sie die Anlage, deren Stand Sie am wenigsten kennen, oder die, an der gerade ohnehin geändert wird. Ein Pilot mit einer Steuerung zeigt in zwei Wochen mehr als ein Konzept für alle.
  • /02

    Den Stand ins Repository bringen

    Projekte aus TwinCAT, PLCnext und Automation Studio checken Sie direkt ein. Bei TIA Portal und Studio 5000 exportieren Sie zuerst die Bausteine. Ab diesem Tag gilt eine Regel: Was an die Anlage geht, kommt aus dem Repository.
  • /03

    Den Build automatisieren

    Die erste Pipeline kompiliert nur. Schlägt der Build fehl, erfährt es der Programmierer nach Minuten und nicht der Inbetriebnehmer vor Ort. Simulation, Tests und Quality Gate kommen danach, eine Stufe nach der anderen.

Der erste Ertrag ist unspektakulär. Zwei Kollegen streiten über eine Änderung am Förderband, einer öffnet den Diff der beiden Bausteinstände, und nach fünf Minuten ist klar, welche Zeile den Unterschied macht. Vorher hätte das einen Nachmittag gekostet.

Für TIA Portal gibt es dazu das TIA-Git-Starter-Kit mit Vorlagen-Repository und 30-Tage-Plan. Stehen Steuerungen mehrerer Hersteller im Haus, bauen wir denselben Ablauf als Werkzeug mit je einem Adapter pro Umgebung: die PLC Git Bridge fürs Versionieren, das PLC Build Tool fürs Übersetzen und Testen, den PLC SBOM Builder für die Stückliste und das PLC KI Tool für Codevorschläge, die dieselbe Prüfkette durchlaufen. Wo Ihr Team insgesamt steht, zeigt der Reifegrad-Check.

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Ein Steuerungstechniker und eine Instandhalterin stehen an einem Servicewagen mit Laptop vor dem offenen Schaltschrank einer VerpackungsmaschineAI
Eine Anlage, ein Repository, eine Pipeline. Mehr braucht der Pilot nicht.
// 11 — Einstiegsangebot

2 Wochen.
4.900 EUR.
SPS-Pipeline.

Proof of Concept zum Festpreis, unabhängig vom Hersteller. Wir bringen ein Steuerungsprojekt unter Versionskontrolle und in eine laufende Pipeline mit Build, Simulation und Quality Gate. Am Ende haben Sie das Repository, die Pipeline und die Dokumentation in der Hand.

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// 12Häufige Fragen

Was Kunden
wirklich fragen.

// Hersteller und Grundlagen

Q.01Welche SPS-Hersteller gibt es?
Die wichtigsten SPS-Hersteller sind Siemens (TIA Portal), Beckhoff (TwinCAT 3), Phoenix Contact (PLCnext), Bosch Rexroth (ctrlX), B&R/ABB (Automation Studio), CODESYS als Plattform hinter WAGO und Lenze sowie Rockwell Automation (Studio 5000). Global zählen zusätzlich Schneider Electric (Modicon), Mitsubishi Electric (MELSEC) und Omron (Sysmac) zur Spitzengruppe. Im DACH-Raum führt Siemens, gefolgt von Beckhoff, Phoenix Contact und Bosch Rexroth.
Q.02Wer ist der größte SPS-Hersteller?
Siemens ist der größte SPS-Hersteller. ABI Research führt das Unternehmen in seinem Ranking der SPS-Anbieter von 2023 auf Rang 1, vor Rockwell Automation und Bosch Rexroth, ABB zählt ebenfalls zu den vier Marktführern. Öffentlich belegte Marktanteile in Prozent gibt es nicht, die kursierenden Werte stammen aus kostenpflichtigen Studien oder aus Quellen ohne Beleg. Im deutschsprachigen Maschinenbau ist der Abstand von Siemens zu den übrigen Herstellern besonders groß.
Q.03Welcher SPS-Hersteller ist der beste?
Einen besten SPS-Hersteller gibt es nicht, die Wahl hängt am Vorhaben. Schreibt der Endkunde die Steuerung im Lastenheft vor, ist die Frage entschieden, in Europa steht dort häufig Siemens und in Nordamerika Rockwell Automation. Bei vielen Achsen und kurzen Zykluszeiten liegen Beckhoff und B&R nahe, für Teams aus der Softwareentwicklung PLCnext, ctrlX AUTOMATION oder SIMATIC AX. Soll die Hardware austauschbar bleiben, spricht das für eine CODESYS-basierte Steuerung.
Q.04Wie heißt die SPS von Siemens?
Die SPS von Siemens heißt SIMATIC. Aktuelle Baureihen sind die S7-1200 und die S7-1500, programmiert werden sie im TIA Portal. Ältere Anlagen laufen mit S7-300 und S7-400. Der Begriff SPS selbst ist kein Markenname von Siemens. Er bezeichnet allgemein speicherprogrammierbare Steuerungen, wie sie auch Beckhoff, Phoenix Contact, Bosch Rexroth, Rockwell Automation und viele andere herstellen.
Q.05Welche SPS-Hersteller sind im DACH-Raum am wichtigsten?
Im DACH-Raum sitzen Siemens (München), Beckhoff (Verl), Phoenix Contact (Blomberg), Bosch Rexroth (Lohr am Main), CODESYS (Kempten), WAGO (Minden), Lenze (Aerzen) und Pilz (Ostfildern) in Deutschland sowie B&R, heute Teil von ABB, in Österreich. Siemens dominiert mit dem TIA Portal den Maschinenbau. Rockwell Automation kommt bei Maschinen hinzu, die nach Nordamerika gehen.
Q.06Was ist ein SPS-Hersteller?
Ein SPS-Hersteller entwickelt und vertreibt speicherprogrammierbare Steuerungen samt der zugehörigen Engineering-Software. Er bestimmt damit die Hardware, das Projektformat und die Programmierumgebung, also auch, wie gut sich der Steuerungscode versionieren und automatisch prüfen lässt. Zu den führenden Herstellern gehören Siemens, Rockwell Automation, Schneider Electric, Beckhoff, Mitsubishi Electric und Bosch Rexroth.
Q.07Was ist eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung)?
Eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC) ist ein robuster Industriecomputer, der Maschinen und Produktionsanlagen steuert. Sie liest Eingangssignale von Sensoren, verarbeitet sie nach einem gespeicherten Programm und schaltet daraufhin Aktoren wie Motoren oder Ventile. Programmiert wird sie in den Sprachen der Norm IEC 61131-3. Seit der vierten Ausgabe von 2025 sind das Structured Text, Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache, dazu die Ablaufsprache.
Q.08Sind SPS und PLC das Gleiche?
Ja. SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) und PLC (Programmable Logic Controller) bezeichnen dasselbe Gerät, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch. In Datenblättern deutscher Hersteller wie Siemens, Beckhoff oder Phoenix Contact steht meist SPS, in internationalen Unterlagen, bei Rockwell und in der Norm IEC 61131 steht PLC. Für Versionierung und CI/CD macht der Name keinen Unterschied. Dort zählt das Projektformat der jeweiligen Engineering-Software.
Q.09Welche 4 Arten von SPS-Steuerungen gibt es?
Nach Bauform unterscheidet man vier Arten: Kompakt-SPS mit fest verbauten Ein- und Ausgängen, modulare SPS mit steckbaren Baugruppen, Soft-SPS und IPC-basierte Steuerungen, deren Laufzeit auf einem Industrie-PC arbeitet (etwa TwinCAT oder CODESYS), und sicherheitsgerichtete Steuerungen nach IEC 61508. Eine zweite Einteilung geht nach der Art der Ausgänge: Relais, Transistor, Triac und analog. Für Versionierung und CI/CD zählt die erste Einteilung, weil Soft-SPS und IPC-basierte Systeme ihre Projekte meist als Text ablegen.
Q.10Was sind die Nachteile einer SPS?
Die Nachteile liegen weniger in der Hardware als in der Engineering-Software. Jeder Hersteller liefert seine eigene, oft mit eigenem Projektformat. Das bindet an den Anbieter und macht Programme ohne Export schwer vergleichbar. Hinzu kommen lange Lebenszyklen mit alten Firmware-Ständen, die unter IEC 62443 und dem Cyber Resilience Act zum Sicherheitsthema werden, und ein Engineering-Prozess, der Tests und Freigaben bislang selten automatisiert. Textbasierte Umgebungen wie TwinCAT und Export-Schnittstellen wie das VCI im TIA Portal oder PLCopen XML entschärfen diese Punkte.

// Versionierung und Vergleich

Q.11Kann man SPS-Software mit Git versionieren?
Ja. TwinCAT 3 und B&R Automation Studio speichern Projekte als Text- und XML-Dateien und lassen sich direkt mit Git verbinden, PLCnext Engineer im unkomprimierten Format ebenso. CODESYS braucht dafür die Erweiterung CODESYS Git oder File-Based Storage. TIA Portal und Studio 5000 schreiben binäre Projekte und brauchen einen Export: das Version Control Interface (VCI), den L5X-Export oder das herstellerneutrale PLCopen XML (IEC 61131-10).
Q.12Welche SPS-Systeme sind am git-freundlichsten?
Am einfachsten zu versionieren sind TwinCAT 3 und B&R Automation Studio, weil ihre Projekte als Text- und XML-Dateien auf der Platte liegen. PLCnext Engineer folgt, wenn das Projekt im unkomprimierten Format gespeichert ist. CODESYS legt mit CODESYS Git oder File-Based Storage lesbaren Text ab, beides gehört zur kostenpflichtigen Professional Developer Edition. TIA Portal und Studio 5000 sind binär und brauchen einen Export, das TIA Portal liefert seit V21 dafür ein Textformat.
Q.13Was ist das Version Control Interface (VCI) im TIA Portal?
Das VCI ist die Schnittstelle des TIA Portals zu Versionsverwaltungen wie Git, verfügbar seit V16. Es exportiert Bausteine, PLC-Datentypen, Variablentabellen und Bibliothekstypen in einen Arbeitsbereich, den ein Repository verwaltet, bis V20 als XML und seit V21 auch im Textformat SIMATIC SD. Die Hardware-Konfiguration erfasst das VCI nicht, sie muss getrennt gesichert werden. Ein eigenes Versionsverwaltungsprogramm liefert Siemens nicht mit.
Q.14Gibt es ein Vergleichstool für SPS-Programme?
Ja, auf drei Ebenen. Jeder große Hersteller liefert ein eigenes Vergleichstool mit: den Vergleichseditor im TIA Portal, das TwinCAT 3 Project Compare Tool bei Beckhoff, den Projektvergleich in der CODESYS-IDE und das Logix Designer Compare Tool bei Rockwell. Sie zeigen Unterschiede allerdings nur innerhalb der eigenen Plattform. Herstellerübergreifend vergleicht octoplant (vormals versiondog) Stände über SPS, HMI, Roboter und CNC hinweg. Liegt der Code als Text im Repository, übernimmt der Git-Diff den Vergleich zweier Stände direkt im Merge Request, mit Kommentar und Freigabe.
Q.15Welche SPS-Vergleichssoftware gibt es?
Herstellerübergreifend ist octoplant (vormals versiondog) die etablierte SPS-Vergleichssoftware. Sie stellt Stände über SPS, HMI, Roboter und CNC gegenüber und meldet Abweichungen vom freigegebenen Stand. Innerhalb einer Plattform vergleichen die Editoren der Hersteller: der Vergleichseditor im TIA Portal, das TwinCAT 3 Project Compare Tool, der Projektvergleich in der CODESYS-IDE und das Logix Designer Compare Tool für Studio 5000. Liegt der Code als Text im Git-Repository, übernimmt der Git-Diff den Vergleich zweier Stände mit Autor, Datum und Commit-Kommentar. Umgangssprachlich fällt für diese Werkzeuge auch der Begriff SPS-Vergleicher.
Q.16Welches Tool versioniert SPS-Software über Hersteller hinweg?
octoplant vom Hersteller AMDT, bis 2024 AUVESY-MDT, ist das verbreitete Werkzeug für herstellerübergreifende Versionierung und Datensicherung. Es löste 2022 versiondog ab und unterstützt nach Herstellerangabe mehr als 180 Gerätetypen, darunter SPS, HMI, Roboter, CNC und SCADA. octoplant ergänzt Git, ersetzt es im Entwicklungsalltag mit Branches und Reviews aber nicht.

// CI/CD und Compliance

Q.17Kann man SPS-Programmierung mit CI/CD automatisieren?
Ja, bei allen großen Herstellern. Eine CI/CD-Pipeline für SPS besteht aus einem Build ohne Oberfläche, der Simulation (S7-PLCSIM Advanced, FactoryTalk Logix Echo oder die TwinCAT 3 Usermode Runtime), automatisierten Tests, einem Quality Gate und dem kontrollierten Deployment im Wartungsfenster. Jenkins, GitLab CI und Azure DevOps steuern die Stufen.
Q.18Was ändert der Cyber Resilience Act für SPS-Software?
Steuerungen fallen als Produkte mit digitalen Elementen unter den Cyber Resilience Act. Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen melden, mit einer Frühwarnung binnen 24 Stunden. Alle übrigen Pflichten samt CE-Kennzeichnung gelten ab dem 11.12.2027. Praktisch brauchen Hersteller dafür eine SBOM, ein Verfahren für Schwachstellen und einen nachvollziehbaren Softwarestand je ausgelieferter Maschine. Eine Pipeline mit Versionsverwaltung liefert diese Belege.
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