Was eine Stunde
Maschinenstillstand
wirklich kostet.
Verschleiß, Material und Rüsten stehen in jeder Störungsstatistik. Der Software-Stand der Steuerung steht in keiner, obwohl er Linien genauso anhält. Wir rechnen vor, was eine Stunde Stillstand kostet und was diese eine Ursache im Jahr kostet. Die Annahmen ersetzen Sie durch Ihre eigenen.

Andreas Schönfeld
Geschäftsführer, Comquent GmbH
20 Jahre Industrial DevOps in Maschinenbau, Automotive und Fertigung. Schwerpunkt: CI/CD für SPS/PLC und SCADA, IT/OT-Konvergenz und die Wirtschaftlichkeit von Automatisierung.
AIEin Update um drei Uhr nachts.Niemand weiß, was lief.
Eine Stunde Maschinenstillstand kostet vor allem den Deckungsbeitrag, den die Linie in dieser Stunde nicht erwirtschaftet. Für eine mittelständische Linie rechnen wir mit 15.000 € und leiten den Wert Posten für Posten her. Ein Teil der ungeplanten Stillstände geht auf den Software-Stand der Steuerung zurück und wird durch Versionierung, Tests und Rückrollbarkeit kürzer und seltener. Drei Rechnungen für ein Werk mit 60 Steuerungen ergeben rund 122.000 € Einsparung pro Jahr; eine Erstinvestition von 60.000 € ist nach knapp sechs Monaten zurückverdient.
Stand: Oktober 2026 · Siemens TCOD 2024 · DORA 2024 und 2025 · Modellrechnung
Es ist 02:47 Uhr, als die Linie 4 stehen bleibt. Ein Steuerungsupdate, von Hand auf die SPS gespielt, hat einen Parameter überschrieben, den keiner mehr rekonstruieren kann. Der Schichtleiter ruft den einzigen Kollegen an, der das System kennt. Der hat Urlaub. Der Backup-Stand auf dem Netzlaufwerk heißt Linie4_final_NEU_v3, ist vier Monate alt, und niemand weiß, ob er zur aktuellen Hardware passt. Bis die Linie wieder läuft, vergehen sechs Stunden.
Mit einem fehlenden Tool hat diese Nacht wenig zu tun. Niemand konnte sagen, was lief, wer es geändert hat und wie man zum letzten funktionierenden Stand zurückkommt. In der Störungserfassung steht am nächsten Morgen „Bedienfehler“. Damit taucht die eigentliche Ursache in keiner Auswertung auf.
AIWas kostet so eine Nacht? Der Artikel beantwortet das in der Reihenfolge, in der Werkleiter und Controller fragen. Zuerst kommt die Formel für eine Stunde Stillstand, mit Herleitung und dem Bezug zur OEE. Dann die Ursachen, und welche davon in keiner Auswertung steht. Danach folgen drei Rechnungen für ein Werk mit 60 Steuerungen: ungeplante Stillstände, manuelle Rollouts und spät entdeckte Fehler. Danach kommen Summe, Amortisation und die Gegenprobe mit vorsichtigeren Annahmen. Zum Schluss steht, wie Sie die Kosten senken: sieben Maßnahmen, nach Wirkung in Euro sortiert, und ein Plan für die ersten 90 Tage.
Wissen Sie, was eine Stunde Stillstand bei Ihnen kostet?
Eine Frage, eine Zahl. Je nachdem, ob Sie sie schon haben, zeigen wir Ihnen den nächsten sinnvollen Schritt. Ganz ohne Formular.
Was kostet eine StundeMaschinenstillstand?
Eine Stunde Stillstand kostet vor allem den Deckungsbeitrag, den die Linie in dieser Stunde nicht erwirtschaftet. Dazu kommen das stehende Personal, die Fixkosten der Anlage sowie Anlauf- und Folgekosten danach. Siemens beziffert das für große Werke auf 36.000 USD pro Stunde in der Konsumgüterindustrie und 2,3 Mio. USD in der Automobilfertigung. Für eine mittelständische Linie setzen wir 15.000 € an und leiten den Wert unten her.
Stillstandskosten je Stunde = entgangener Deckungsbeitrag + stehendes Personal + Fixkosten der Anlage + Anlauf- und Folgekosten
Kosten je Vorfall = Stillstandskosten je Stunde × Dauer des Vorfalls
Kosten im Jahr = Kosten je Vorfall × Vorfälle im Jahr
Die Herleitung an einer Beispiel-Linie
Die Beispiel-Linie fertigt 400 Teile pro Stunde mit einem Deckungsbeitrag von 30 € je Teil, also dem Verkaufspreis abzüglich Material und anderer variabler Kosten. An ihr arbeiten 14 Personen. Sie ist ausgelastet, die verlorene Menge lässt sich also nicht nachholen. Nach einem Stillstand braucht sie eine Weile, bis die Qualität wieder stimmt, und verspätete Lieferungen gehen per Expressfracht raus. Posten für Posten sieht das so aus:
An der Tabelle fallen zwei Dinge auf. Der Maschinenstundensatz aus der Kalkulation steckt nur in der Zeile „Fixkosten“ und macht keine zwei Prozent aus. Wer Stillstandskosten mit dem Maschinenstundensatz rechnet, unterschätzt sie deshalb um ein Vielfaches.
Außerdem gilt der größte Posten nur, solange die Linie ausgelastet ist. Lässt sich die Menge in einer freien Schicht nachholen, fällt der Deckungsbeitrag weg, und an seine Stelle treten die Kosten dieser Zusatzschicht. Beides zusammen zu zählen, wäre doppelt gerechnet. Setzen Sie für Ihr Werk die Variante ein, die ehrlich ist.
AIBeim Bandstillstand sind es Millionen
Eine Stunde Bandstillstand kostet in großen Automobilwerken laut Siemens rund 2,3 Mio. USD, doppelt so viel wie 2019. Das sind etwa 38.000 USD pro Minute. Der Grund ist die Just-in-Time-Kette. Steht ein Band, stehen nachgelagerte Werke und Zulieferer mit. Für einen Zulieferer mit einer einzelnen Linie ist die Zahl zu groß. Für ihn zählt die Rechnung oben, plus die Vertragsstrafe, wenn sein Teil am Band fehlt.
Die OEE misst die Zeit, nicht das Geld
Die Gesamtanlageneffektivität (OEE) ist das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Stillstände senken die Verfügbarkeit, also die tatsächliche Laufzeit geteilt durch die geplante Produktionszeit. Die OEE sagt Ihnen, wie viel Zeit verloren geht. Was diese Zeit kostet, sagt sie nicht.
OEE = Verfügbarkeit × Leistungsgrad × Qualitätsrate
Verfügbarkeit = (geplante Produktionszeit − Stillstandszeit) ÷ geplante Produktionszeit
Wie groß der Unterschied ist, zeigt die Beispiel-Linie. Bei drei Schichten an 250 Tagen plant sie 6.000 Stunden im Jahr. Zwei softwarebedingte Stillstände zu je vier Stunden nehmen ihr 8 Stunden, das sind 0,13 Prozentpunkte Verfügbarkeit. In keinem OEE-Dashboard fällt das auf. In Euro sind es 120.000, wie Rechnung 1 zeigt. Deshalb gehört neben jede OEE-Auswertung die Stillstandszeit in Stunden, sortiert nach Ursache, mit dem Stundensatz daneben.
Woher kommen ungeplanteStillstände?
Ungeplant ist jeder Stillstand, der nicht im Produktionsplan steht, im Unterschied zu Wartung, Rüsten und Inspektion. Die klassischen Ursachen sind Verschleiß, Materialmangel, Rüstvorgänge, Bedienfehler und Kurzstillstände. Eine weitere Klasse wird selten benannt, obwohl sie in jeder modernen Anlage steckt, nämlich der Software-Stand der Steuerung.
Kurzstillstände, im Englischen Micro-Stops, sind Unterbrechungen von wenigen Minuten durch Materialstau oder einen blockierten Sensor. Einzeln erfasst sie niemand, über eine Schicht summieren sie sich zu einem großen Posten. Mit dem Software-Stand sind der überschriebene Parameter gemeint, das Update ohne Rückweg und das SPS-Projekt, dessen letzter funktionierender Stand nur auf einem Netzlaufwerk liegt. Begriffe und Synonyme stehen im Glossar unter Maschinenstillstand.
Um diese letzte Klasse geht es in den Rechnungen. Mehr Wartung und bessere Sensorik ändern an ihr nichts. Sie wird erst kürzer, wenn jeder Steuerungsstand versioniert ist und sich zurückrollen lässt. Wie eine SPS/PLC unter Versionskontrolle kommt, zeigt der Artikel Versionsverwaltung in der Industrial IT.
Ein falscher Softwarestand ist kein Instandhaltungsfall
Nein. Die Instandhaltung umfasst Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung an der physischen Anlage, also alles, was Verschleiß, Ersatzteile und Abnutzung betrifft. Ein falscher Steuerungsstand ist kein Schaden an einem Bauteil. Ihm fehlt ein Rückweg im Änderungsprozess der Software. In der Instandhaltungsstatistik landet er trotzdem, weil es dort keine passende Kategorie gibt.
Das hat zwei Folgen. Solange softwarebedingte Ausfälle als Bedienfehler verbucht werden, kennt niemand ihren Anteil, und was keine Zahl hat, bekommt kein Budget. Und die üblichen Gegenmaßnahmen greifen daneben, denn vorbeugende Wartung, zusätzliche Sensoren und ein besseres Ersatzteillager senken diesen Anteil nicht. Wer ihn sehen will, führt in der Störungserfassung eine eigene Kategorie „Softwarestand“ ein. Nach zwei Quartalen liegt dann die Zahl vor, die Sie in die Rechnungen unten einsetzen können.
AIGegen Verschleiß hilft Wartung, gegen den Softwarestand nicht
Zuerst erfasst das Werk die Stillstandsgründe lückenlos, danach arbeitet eine Pareto-Analyse die häufigsten drei bis fünf ab. Gegen Verschleiß helfen Total Productive Maintenance (TPM) und Predictive Maintenance, gegen lange Rüstzeiten die Rüstzeitoptimierung (SMED). Für den softwarebedingten Anteil, den keiner dieser Ansätze erfasst, sind es Versionierung, automatisierte Tests vor dem Rollout und ein definierter Rückweg auf den letzten funktionierenden Stand.
Bei diesem Anteil zählt vor allem die Dauer eines Vorfalls. Ob eine Linie nach sechs Stunden oder nach zwanzig Minuten wieder läuft, hängt davon ab, ob es einen letzten bekannten guten Stand gibt. Die Kennzahl dafür heißt Mean Time to Recovery (MTTR). Was das in Euro bedeutet, rechnen die drei Rechnungen unten vor. Wie Sie es erreichen, steht in den sieben Maßnahmen weiter unten.
Versionierung gehört vor Predictive Maintenance
Ein Modell für Predictive Maintenance lernt aus Sensordaten. Deuten lassen sich diese Daten nur, wenn bekannt ist, welcher Software- und Parameterstand zu welchem Zeitpunkt auf der Anlage lief. Ändert jemand unbemerkt einen Grenzwert, sieht das Modell eine Anomalie, wo in Wahrheit nur ein neuer Stand eingespielt wurde. Versionierte Steuerungsstände liefern diesen Kontext. Deshalb lohnt es sich, sie vor dem Predictive-Maintenance-Projekt einzuführen und nicht danach.
Drei Kostenblöcke,die jedes Werk schon bezahlt.
Industrial DevOps senkt Kosten an drei Stellen, die jedes Werk heute schon bezahlt, ob sie in einer Kostenstelle sichtbar sind oder nicht. Typisch sind Stände auf Netzlaufwerken, Rollouts von Hand und Tests, die erst beim Anlauf stattfinden. DevOps spart nicht überall Geld, wo es gut klingt. Die drei Blöcke sind deshalb so abgegrenzt, dass kein Euro zweimal gezählt wird.
- /01
Ungeplanter Stillstand
Der teuerste Posten und der am schlechtesten gemessene.
Was eine Stunde kostet, steht oben in der Formel. Wie viele dieser Stunden auf einen fehlerhaften Software-Stand zurückgehen, weiß kaum ein Werk, weil die Störungserfassung dafür keine Kategorie hat. Genau diesen Anteil verkürzen Versionierung und Rollback. Rechnung 1 zeigt, um wie viel.
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Manuelle Rollouts
Jedes Update von Hand bindet die Leute, die die Produktion am Laufen halten.
Bei 60, 80 oder 200 Steuerungen füllt eine Update-Runde schnell mehrere Arbeitstage. Die Stunden tauchen nirgends als Kosten auf, weil sie als normale Arbeit gelten. Bezahlt werden sie trotzdem, und in dieser Zeit bleibt alles andere liegen.
- /03
Spät entdeckte Fehler
Ein Fehler auf der Anlage kostet ein Vielfaches dessen, was er in der Pipeline gekostet hätte.
Hier zählen nur die Fehler, die keine Linie anhalten, sondern Nacharbeit, Sonderfahrten oder gesperrte Ware auslösen. Der Posten ist der kleinste der drei. Übersehen wird er am leichtesten, weil er sich auf viele kleine Rechnungen verteilt.
Rückrollbarkeit spart109.500 € im Jahr.
Im Beispielwerk sind es 109.500 € pro Jahr. So viel weniger kosten softwarebedingte Stillstände, wenn jeder Steuerungsstand versioniert ist und sich in Minuten zurückrollen lässt.
Wir nehmen zwei softwarebedingte Stillstände pro Jahr an, die jeweils 4 Stunden dauern, zum Stundensatz von 15.000 € aus der Formel oben. Vier Stunden sind kürzer als die Nacht an Linie 4, aber deutlich länger als der Durchschnitt aller Stillstände. Siemens zählt für große Werke 25 Vorfälle und 27 Stunden im Monat, also gut eine Stunde je Vorfall. Ein Softwarefehler, bei dem erst jemand den letzten guten Stand rekonstruieren muss, dauert erfahrungsgemäß länger als ein verklemmter Sensor.
Einsparung: 109.500 € pro Jahr. Ohne Versionierung sind es 2 × 4 h × 15.000 € = 120.000 €, mit Versionierung 0,7 × 1 h × 15.000 € = 10.500 €.
Zwei Annahmen tragen das Ergebnis. Die Dauer sinkt von vier Stunden auf eine, weil ein git revert mit anschließendem Download und Probelauf die nächtliche Rekonstruktion ersetzt. Die Zahl der Vorfälle sinkt um 65 %, weil Änderungen vor dem Rollout geprüft werden. Laut DORA-Report 2024 scheitern bei den leistungsstärksten Teams rund 5 % der Änderungen, bei den schwächsten rund 40 %. Das wären 87 % weniger. Wir setzen bewusst weniger an.
So kommen SPS-Programme in Git
SPS-, Roboter- und SCADA-Stände kommen in dieselbe Versionsverwaltung wie jeder andere Code, also in Git auf GitLab oder GitHub, exportiert aus der jeweiligen Engineering-Umgebung. Siemens TIA Portal liefert über TIA Portal Openness und das Version-Control-Interface textbare Projektstände, CODESYS und Beckhoff TwinCAT ebenso. An die Stelle von Linie4_final_NEU_v3 tritt eine Historie, aus der hervorgeht, wer was wann geändert hat. Geht ein Update schief, rollt ein git revert auf den letzten funktionierenden Stand zurück.
AIAus dieser Rückrollbarkeit kommen die drei eingesparten Stunden je Vorfall in der Tabelle oben. Wie das für SPS/PLC-Umgebungen praktisch aussieht, zeigt der Anwendungsfall Maschinenbau & SPS/PLC.
Der Rollout von Handkostet 120 Stunden.
Im Beispielwerk sind es 10.200 € und 120 Spezialistenstunden im Jahr. Mit einer Pipeline bleiben davon 850 € und 10 Stunden.
In dieser Rechnung steht keine Linie. Es geht um die Arbeitszeit der OT-Spezialisten. Das Beispielwerk hat 60 Knoten, also SPS, Edge-Gateways und SCADA-Stationen. Es spielt vier Update-Runden pro Jahr ein, jede Runde braucht 30 Minuten je Knoten mit Prüfung und Dokumentation, und eine Spezialistenstunde kostet mit allen Nebenkosten 85 €.
Einsparung: 9.350 € pro Jahr an Arbeitszeit, also 10.200 € minus 850 €. Mit der Pipeline bleiben pro Runde die Vorbereitung und die Freigabe, die Verteilung auf die 60 Knoten übernimmt sie selbst.
Der Betrag wirkt klein, und in die Summe geht er auch nur einmal ein. Wichtiger sind die 110 Stunden dahinter. Sie gehören den wenigen Leuten, die Ihre Anlagen wirklich kennen, und sie fließen künftig in Arbeit, die heute liegen bleibt: die Optimierung einer Linie, die Vorbereitung einer neuen, die Störung, die schon lange keiner angefasst hat. Was diese Arbeit wert ist, lässt sich nicht sauber beziffern. Deshalb rechnen wir sie nicht noch einmal oben drauf.
Und der Aufwand wächst mit dem Werk. Bei 200 Knoten werden aus vier Arbeitstagen pro Runde zweieinhalb Wochen, und spätestens dann bleiben Updates liegen, die eigentlich eingespielt werden müssten.
AIGitOps für die SPS-Flotte
Bei GitOps steht der gewünschte Stand jeder Anlage in Git, und eine CI/CD-Pipeline rollt ihn automatisiert und identisch auf alle Knoten aus. Kein Spezialist klickt sich mehr von Steuerung zu Steuerung. GitLab CI, Jenkins oder Argo CD übernehmen Verteilung, Freigabe und Protokoll. Am Ende einer Runde steht ein Soll-Ist-Abgleich für jeden Knoten statt der Aussage „hat geklappt, glaube ich“.
Wie sich eine solche Pipeline für OT-Umgebungen aufbauen lässt, beschreibt die Leistung CI/CD-Implementierung. Wie wiederkehrende Rollouts dauerhaft automatisiert bleiben, zeigt die DevOps-Automatisierung.
Ein später Fehlerkostet 4.000 €.
So viel kostet im Beispielwerk ein Vorfall, wenn der Fehler keine Linie anhält, sondern Nacharbeit, eine Sonderfahrt oder gesperrte Ware auslöst. Tests in der Pipeline sparen davon 3.600 € im Jahr.
Ein Team bringt 40 Steuerungsänderungen pro Jahr ins Werk. Ohne automatisierte Tests kommen 15 % davon mit einem Fehler auf der Anlage an, also sechs im Jahr. Fehler, die eine Linie anhalten, stecken schon in Rechnung 1. Hier zählen nur die drei, die ohne Stillstand Geld kosten.
Einsparung: 3.600 € pro Jahr. Wir nehmen an, dass Tests in der Pipeline 30 % der Fehler abfangen, bevor sie die Anlage erreichen. Das ist eine vorsichtige Modellannahme und keine Messung, der DORA-Abstand zwischen starken und schwachen Teams liegt deutlich höher. Mehr als der Betrag zählt, wo der Fehler auffällt. In der Pipeline kostet er einen roten Build und ein paar Minuten, auf der Anlage eine Schicht.
AISeit 2025 kommt ein Grund dazu, der in unserer Annahme noch nicht steckt. Wer Steuerungscode mit KI-Unterstützung schreibt, bringt mehr Änderungen in kürzerer Zeit ins Werk. Der DORA-Report 2025 findet bei KI-Einsatz mehr Durchsatz, aber weiterhin weniger stabile Auslieferung. Ohne starke automatisierte Tests, saubere Versionsverwaltung und schnelles Feedback führt mehr Änderung dort zu mehr Instabilität. Die Tests vor dem Rollout werden mit KI also wichtiger, nicht überflüssig. Wie KI bei SPS-Code hilft und wo sie Prüfung braucht, steht im Artikel KI in der SPS-Programmierung.
Die Zehnerregel ist eine Faustregel, keine Messung
Die Zehnerregel, auch 1-10-100-Regel, ist eine Faustregel aus dem Qualitätsmanagement. Die Kosten eines Fehlers verzehnfachen sich danach ungefähr mit jeder Phase, die er unentdeckt weiterwandert, von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Kunden. Sie beschreibt eine Größenordnung, keine Messung.
Vorsicht bei der Zahl, die in diesem Zusammenhang am häufigsten zitiert wird. Die angebliche Studie des IBM Systems Sciences Institute, nach der ein Fehler in Produktion 100-mal so viel kostet wie im Design, lässt sich auf keine veröffentlichte Untersuchung zurückführen, wie The Register 2021 nachgezeichnet hat. Die Richtung stimmt trotzdem. Für die Rechnung oben brauchen wir keinen Faktor, nur den Unterschied zwischen einem roten Build und einer gesperrten Charge.
Nach knapp sechs Monatenzurückverdient.
Im Beispielwerk ist die Investition nach knapp sechs Monaten wieder drin. Die drei Rechnungen ergeben zusammen 122.450 € im Jahr, jede Einsparung genau einmal gezählt, bei 60.000 € Erstinvestition.
Dem stehen Tooling, Pipeline-Aufbau, Schulung und der erste Aufwand für die Versionierung gegenüber. Für einen ersten Wertstrom, also eine Anlage und eine Pipeline, liegt das nach unserer Erfahrung im niedrigen fünfstelligen Bereich. Rechnen wir großzügig mit 60.000 €, ist die Investition nach 60.000 ÷ 122.450 × 12 = knapp sechs Monaten zurückverdient. Die Einsparung wiederholt sich jedes Jahr, die Investition nicht.
Die Gegenprobe mit einem Stillstand statt zwei
Auch dann rechnet es sich, nach knapp elf Monaten. Rechnung 1 trägt fast 90 % der Summe, also lohnt sich dort die Gegenprobe. Hat Ihr Werk nur einen softwarebedingten Stillstand im Jahr statt zwei, sinkt die Einsparung auf 67.700 €.
Kennen Sie Ihren Anteil nicht, ist die Kategorie „Softwarestand“ in der Störungserfassung der erste Schritt, noch vor jedem Projekt. Alle Zahlen hier sind Beispielrechnungen. Ihre realen Werte hängen von Deckungsbeitrag, Knotenzahl, Stundensätzen und Vorfällen ab. Mit Ihren eigenen Werten rechnet der ROI-Rechner.
Welcher Kostenblock ist bei Ihnen der erste?
Die drei Rechnungen oben fallen in keinem Werk gleich aus. Welcher Block bei Ihnen zuerst Geld kostet, ist die eine Hälfte der Antwort. Die andere ist, wie Ihr Steuerungsstand heute abgelegt ist, denn daran hängt, welcher erste Schritt überhaupt trägt.
Wo verbrennt bei Ihnen im Moment das meiste Geld?
So senken Sie die Kosten.Sieben Maßnahmen.
Maschinenstillstände und ihre Kosten reduzieren Sie am stärksten, wenn Sie zuerst den Rückweg bauen und erst danach die Pipeline. In Rechnung 1 kommen 90.000 der 109.500 € allein daher, dass ein Vorfall eine Stunde statt vier dauert. Seltener werden die Vorfälle erst durch die Prüfung vor dem Rollout, das bringt die übrigen 19.500 €.
Die Reihenfolge unten folgt diesem Verhältnis. Die ersten vier Maßnahmen brauchen keine Pipeline, nur Git, ein Runbook und Disziplin. Jede Maßnahme nennt, was zu tun ist, was es kostet und was es im Beispielwerk bringt.
- /01
Den Stillstandsgrund „Softwarestand“ einführen
In der Störungserfassung oder im MES bekommt der Softwarestand eine eigene Kategorie mit drei Unterpunkten: Parameter geändert, Update eingespielt, Stand unklar. Der Schichtleiter wählt sie, sobald nach einer Störung jemand an der Steuerung war. „Bedienfehler“ bleibt für das, was wirklich einer war.
- Aufwand
- Eine Stunde Konfiguration und eine Schichtbesprechung.
- Wirkung
- Spart selbst nichts. Liefert nach zwei Quartalen Ihre eigene Zahl für Rechnung 1, und ohne Zahl gibt es kein Budget.
- /02
Den letzten guten Stand jeder Anlage sichern
Jede Anlage bekommt ein eigenes Git-Repository, und der Stand, der gerade läuft, kommt hinein. Aus TIA Portal geht das über das Version Control Interface oder Openness, aus CODESYS über CODESYS Git, bei TwinCAT direkt, weil es seine Projekte ohnehin als XML-Dateien speichert. Der Stand bekommt ein Tag mit Anlage und Datum, etwa linie4-in-betrieb-2026-10-14. Damit hat Linie4_final_NEU_v3 ausgedient.
- Aufwand
- Ein bis zwei Tage je Anlage, bei der ersten etwas mehr.
- Wirkung
- Beendet die Suche nach dem richtigen Stand, die in der Nacht an Linie 4 die meiste Zeit gekostet hat. Voraussetzung für Maßnahme 03.
- /03
Den Rückweg aufschreiben und proben
Ein Runbook auf einer Seite: Stand auschecken, übersetzen, auf die Steuerung laden, Probelauf, Freigabe durch den Schichtleiter. Es liegt im Repository neben dem Code und als Ausdruck im Schaltschrank. Einmal im Quartal spielt jemand, der die Anlage nicht gebaut hat, den Rückweg in einem geplanten Stillstand durch. Erst danach ist er belastbar.
- Aufwand
- Ein halber Tag für das Runbook, zwei Stunden je Probe.
- Wirkung
- Der größte Posten. Ein softwarebedingter Stillstand dauert eine Stunde statt vier. Im Beispielwerk sind das 90.000 € im Jahr, gut 80 % der Einsparung aus Rechnung 1.
- /04
Jede Nacht prüfen, ob die Steuerung zum Repository passt
Ein nächtlicher Job vergleicht den Stand auf der Steuerung mit dem im Repository, in TIA Portal per Openness-Skript über den Online/Offline-Vergleich, bei anderen Systemen über Prüfsummen der Bausteine. Hat jemand per Fernwartung oder bei der Inbetriebnahme etwas geändert, geht morgens eine Meldung an den Verantwortlichen. Die Änderung wird nachgezogen oder zurückgenommen, solange sich noch jemand an sie erinnert.
- Aufwand
- Zwei bis drei Tage für den Job, danach Minuten pro Woche.
- Wirkung
- Hält Maßnahme 02 aktuell. Ohne den Abgleich veraltet der letzte gute Stand mit jeder Änderung, die am Repository vorbeigeht.
- /05
Jede Änderung prüfen, bevor sie auf die Anlage geht
Änderungen laufen über einen Merge Request. Ein zweiter Kollege liest den Diff, die Pipeline übersetzt das Projekt, prüft Namens- und Stilregeln und lässt Unit-Tests gegen eine simulierte Steuerung laufen, bei Siemens mit PLCSIM Advanced, bei CODESYS mit der Soft-SPS. Ein Quality Gate macht verbindlich, dass ein rotes Ergebnis die Änderung aufhält.
- Aufwand
- Zwei bis vier Wochen für die erste Pipeline, für jede weitere Anlage Tage.
- Wirkung
- Die Vorfälle werden seltener. In Rechnung 1 bringt das die übrigen 19.500 €, in Rechnung 3 die 3.600 € für Fehler ohne Stillstand.
- /06
Über die Pipeline ausrollen, in Wellen
Die Pipeline verteilt den freigegebenen Stand zuerst auf eine Pilotanlage und nach einem Tag ohne Auffälligkeit auf den Rest. Jeder Knoten meldet seinen Stand zurück, das Protokoll ist der Nachweis. Bei sicherheitsrelevanten Teilen bleibt der Download auf die Steuerung eine Entscheidung vor Ort. Dann liefert die Pipeline den geprüften Stand und das Protokoll, und den Knopf drückt der Mensch an der Anlage.
- Aufwand
- Ein bis zwei Wochen, sobald Maßnahme 05 steht.
- Wirkung
- Aus 120 Stunden Rollout im Jahr werden zehn. Im Beispielwerk 9.350 €, dazu 110 Stunden für Arbeit, die heute liegen bleibt.
- /07
Das Wissen aus den Köpfen ins Repository holen
Zu jeder Anlage gehört eine README im Repository: was die Steuerung tut, welche Parameter heikel sind, wer zuletzt daran gearbeitet hat. Den Rückweg aus Maßnahme 03 beherrschen mindestens zwei Personen, und die Bereitschaft wechselt zwischen ihnen. Wer in Rente geht, schreibt im letzten Quartal mit, statt nur zu erzählen.
- Aufwand
- Laufend, ein bis zwei Stunden je Anlage und Monat.
- Wirkung
- Steht in keiner Rechnung, und doch hat genau das die Nacht an Linie 4 sechs Stunden lang gemacht statt einer.
Die ersten 90 Tage an einer Anlage
Für den Anfang braucht es kein Werksprojekt. Eine Anlage reicht, am besten die, deren letzter Stillstand am meisten wehgetan hat. Nach einem Quartal haben Sie dort den letzten guten Stand auf Knopfdruck und eine eigene Zahl für jede der drei Rechnungen.
- Woche 1–2
Kategorie „Softwarestand“ einführen, die vier Kennzahlen unten als Ausgangswert erheben, die Anlage mit dem teuersten letzten Stillstand auswählen.
- Woche 3–6
Maßnahmen 02 und 03 an dieser Anlage. Am Ende steht die erste Rückweg-Probe in einem geplanten Stillstand.
- Woche 7–10
Nächtlicher Abgleich (04) und die erste Pipeline mit Simulation und Quality Gate (05).
- Woche 11–13
Der erste Rollout über die Pipeline (06). Kennzahlen neu erheben und die drei Rechnungen mit Ihren eigenen Zahlen füllen.
Vier Kennzahlen zeigen, ob es wirkt
Erheben Sie sie in Woche 1 und noch einmal in Woche 13. Die Differenz setzen Sie in die Rechnungen oben ein, an die Stelle unserer Annahmen. Mehr zu den beiden mittleren Kennzahlen steht im Glossar unter MTTR und Change Failure Rate.
Stillstandsstunden pro Monat mit dem Grund „Softwarestand“
Mittlere Dauer vom Stillstand bis zum Wiederanlauf, nur softwarebedingte Fälle
Anteil der Steuerungsänderungen mit Nacharbeit oder Rücknahme
Spezialistenstunden je Update-Runde, von der Vorbereitung bis zum Protokoll
An Verschleiß, Materialmangel und Rüstzeiten ändern diese Maßnahmen nichts. Das bleibt Aufgabe von Instandhaltung und Fertigungsplanung. Zeigt Ihre Störungserfassung dort die größeren Stunden, fangen Sie dort an, und der Softwarestand kommt als zweites.
Den Ausgangswert und den Plan für die erste Anlage erarbeiten wir im Workshop Industrial DevOps in 90 Tagen, mit einem KPI-Zielblatt, an dem sich am Tag 90 nachrechnen lässt, was die Änderung gebracht hat. Wie die Pipeline für Siemens-Steuerungen konkret aussieht, zeigt der Artikel CI/CD für SPS mit TIA Portal und Jenkins.
„Wir haben doch nie eine Pipelinegebraucht.“
Das ist der Einwand, den wir am häufigsten hören. Er stimmt sogar, solange niemand die Posten zusammenzählt, auf die sich die Kosten verteilen.
Die Nachtschicht, die als Pech verbucht wird. Die vier Tage Rollout je Update-Runde, die als normale Arbeit gelten. Der Spezialist, der in Rente geht und zwanzig Jahre Anlagenkenntnis mitnimmt, weil davon nie etwas in Git stand. Keiner dieser Posten hat eine eigene Zeile, und deshalb wirkt der Status quo billig.
Versionierung macht diese Kosten zuerst messbar und dann kleiner. Dieselbe Disziplin erfüllt nebenbei, was NIS-2 und der Cyber Resilience Act an Nachweisen verlangen: eine lückenlose Änderungshistorie und dokumentierte Freigaben. Fragt der Auditor nach dem Freigabenachweis für das letzte Steuerungsupdate, ist ein Git-Log eine Antwort. Ein Netzlaufwerk ist keine. Die Compliance kostet in diesem Fall kaum extra, sie fällt beim Versionieren mit ab.
AIWas Controller zuStillstandskosten fragen.
- Was sind ungeplante Stillstände?
- Ungeplant ist jeder Stillstand, der nicht im Produktionsplan steht, also alles außer Wartung, Rüsten und Inspektion. Typische Ursachen sind Verschleiß, Materialmangel, Bedienfehler, Kurzstillstände und der Software-Stand der Steuerung. Ungeplante Stillstände sind teurer als geplante, weil die Linie ohne Vorwarnung steht und Personal, Material und Liefertermine nicht darauf vorbereitet sind.
- Was kostet ein Maschinenstillstand pro Stunde in der Fertigung?
- Das hängt vor allem davon ab, wie viel Deckungsbeitrag die stehende Linie pro Stunde erwirtschaftet. Siemens beziffert die Kosten einer Stunde ungeplanten Stillstands in großen Werken auf 36.000 USD in der Konsumgüterindustrie und 2,3 Mio. USD in der Automobilfertigung (True Cost of Downtime 2024). Für eine mittelständische Linie rechnen wir in diesem Artikel mit 15.000 € pro Stunde und leiten den Wert Posten für Posten her: entgangener Deckungsbeitrag, stehendes Personal, Fixkosten der Anlage, Anlauf- und Folgekosten.
- Wie teuer ist ein Bandstillstand?
- In der Automobilfertigung kostet eine Stunde Bandstillstand laut Siemens True Cost of Downtime 2024 rund 2,3 Mio. USD, doppelt so viel wie 2019. Auf die Minute gerechnet sind das etwa 38.000 USD, mehr als 600 USD pro Sekunde. Der Grund sind Just-in-Time-Lieferketten. Steht ein Band, stehen nachgelagerte Werke und Zulieferer mit. Deshalb braucht in der Automobilindustrie jede Steuerungsänderung einen dokumentierten Rückweg.
- Wie berechnet man die Kosten eines Maschinenstillstands?
- Stillstandskosten je Stunde sind die Summe aus entgangenem Deckungsbeitrag (Ausbringung pro Stunde mal Deckungsbeitrag je Teil), den Kosten des stehenden Personals, den Fixkosten der Anlage sowie den Anlauf- und Folgekosten wie Ausschuss oder Expressfracht. Dieser Wert mal Stillstandsdauer ergibt die Kosten je Vorfall, mal Vorfallshäufigkeit die Jahressumme. Der Maschinenstundensatz allein reicht nicht, weil er nur die Kosten der Maschine abbildet und den verlorenen Umsatz nicht enthält.
- Wie berechnet man die OEE?
- Die Gesamtanlageneffektivität (OEE) ist das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistungsgrad und Qualitätsrate. Die Verfügbarkeit ist die geplante Produktionszeit abzüglich der Stillstandszeit, geteilt durch die geplante Produktionszeit. Für die Kosten reicht die OEE nicht. In der Beispielrechnung dieses Artikels kosten 8 Stunden softwarebedingter Stillstand nur 0,13 Prozentpunkte Verfügbarkeit, aber 120.000 € im Jahr.
- Wie lassen sich ungeplante Maschinenstillstände reduzieren?
- Zuerst werden die Stillstandsgründe lückenlos erfasst, mit einer eigenen Kategorie für den Softwarestand, und per Pareto-Analyse die häufigsten abgearbeitet. Gegen Verschleiß helfen Total Productive Maintenance und Predictive Maintenance, gegen lange Rüstzeiten SMED. Für den softwarebedingten Anteil wirkt am stärksten ein geprobter Rückweg auf den letzten guten Stand. Er verkürzt einen Vorfall von Stunden auf Minuten und bringt in unserer Beispielrechnung gut 80 % der Einsparung. Danach folgen der nächtliche Abgleich zwischen Steuerung und Repository, die Prüfung jeder Änderung in einer Pipeline mit Simulation und der Rollout in Wellen.
- Wo senkt Industrial DevOps konkret Kosten?
- An drei Stellen. Ein versionierter, geprobter Rückweg verkürzt softwarebedingte Stillstände von vier Stunden auf eine, im Beispielwerk mit 60 Steuerungen sind das 90.000 € im Jahr. Prüfung jeder Änderung in der Pipeline macht diese Stillstände seltener (weitere 19.500 €) und fängt Fehler ab, die sonst Nacharbeit auslösen (3.600 €). Rollouts über CI/CD und GitOps ersetzen das Aufspielen von Hand auf jede Steuerung (9.350 € und 110 Spezialistenstunden).
- Wann amortisiert sich Industrial DevOps?
- In der Beispielrechnung für ein Werk mit 60 Steuerungen und Edge-Knoten summieren sich die Einsparungen auf rund 122.000 € pro Jahr. Bei 60.000 € Erstinvestition für einen ersten Wertstrom amortisiert sich das Vorhaben in knapp sechs Monaten. Tritt nur halb so oft ein softwarebedingter Stillstand auf wie angenommen, sind es knapp elf Monate.
- Was besagt die Zehnerregel der Fehlerkosten?
- Die Zehnerregel, auch 1-10-100-Regel, ist eine Faustregel aus dem Qualitätsmanagement. Die Kosten eines Fehlers verzehnfachen sich ungefähr mit jeder Phase, die er unentdeckt weiterwandert, von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Kunden. Sie beschreibt eine Größenordnung und keine Messung; auch die oft zitierte IBM-Zahl „1 zu 100“ lässt sich auf keine veröffentlichte Studie zurückführen. Für Steuerungssoftware heißt das, ein Fehler, den die Pipeline findet, kostet Minuten, derselbe Fehler auf der Anlage eine Schicht.
Die Marktzahlen stammen aus den unten genannten Quellen. Alles, was das Beispielwerk beschreibt, also Deckungsbeitrag, Personal, Knotenzahl, Stundensätze, Produktionszeit, Vorfallshäufigkeiten, die Reduktionen um 65 % und 30 % sowie die Investition von 60.000 €, sind unsere Modellannahmen. Sie beschreiben eine Größenordnung und keine Messung in einem bestimmten Werk. USD-Werte sind nicht in Euro umgerechnet.
- Stillstandskosten. Siemens, The True Cost of Downtime 2024 (PDF, jüngste Ausgabe, Stand Oktober 2026): Eine Stunde Stillstand kostet in großen Werken 2,3 Mio. USD in der Automobilfertigung, doppelt so viel wie 2019, und 36.000 USD in der Konsumgüterindustrie. Große Werke haben im Schnitt 25 ungeplante Stillstände und 27 Stillstandsstunden im Monat. Die Fortune Global 500 verlieren dadurch 11 % ihres Umsatzes.
- Software-Delivery. DORA, Accelerate State of DevOps Report 2024: Die Change Failure Rate liegt bei den leistungsstärksten Teams um 5 %, bei den schwächsten um 40 %. Die Ausgabe 2025, State of AI-assisted Software Development vom 23.09.2025, beschreibt Teams in sieben Profilen statt in diesen Leistungsstufen und findet einen negativen Zusammenhang zwischen KI-Einsatz und der Stabilität der Auslieferung.
- OEE. Die Definition der Gesamtanlageneffektivität als Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität folgt ISO 22400-2, der Norm für Kennzahlen im Fertigungsmanagement.
- Fehlerkosten. Die Zehnerregel ist eine Faustregel des Qualitätsmanagements ohne einzelne empirische Quelle. Zur nicht auffindbaren IBM-Studie „1 zu 100“: The Register, Juli 2021.
- Rechenweg. Rechnung 1: 2 × 4 h × 15.000 € gegen 0,7 × 1 h × 15.000 €. Rechnung 2: 120 h gegen 10 h zu je 85 €. Rechnung 3: 3 gegen 2,1 Vorfälle zu je 4.000 €. Summe 122.450 €. Gegenprobe mit einem Stillstand pro Jahr: 54.750 € + 9.350 € + 3.600 € = 67.700 €, Amortisation 10,6 Monate. Zerlegung von Rechnung 1: kürzere Dauer 120.000 € − 30.000 € = 90.000 €, seltenere Vorfälle 30.000 € − 10.500 € = 19.500 €. OEE-Anteil: 8 h von 6.000 h geplanter Produktionszeit = 0,13 Prozentpunkte Verfügbarkeit.
Ihre Zahlen.
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Wir rechnen Ihre drei Blöcke gemeinsam durch, mit Ihrem Deckungsbeitrag, Ihren Knoten und Ihren Stundensätzen, und zeigen, wo der erste Wertstrom am schnellsten zurückverdient ist. 30 Minuten, ohne Verpflichtung. Die Rechnung nehmen Sie mit, egal wie Sie sich danach entscheiden.
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