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DevOps Glossar·OT / Industrial·Zuletzt geprüft

Siemens Industrial Edge

// Direkte Antwort

Was ist Siemens Industrial Edge?

Siemens Industrial Edge ist eine Plattform von Siemens, die Anwendungen als Container auf Edge-Geräten direkt an der Maschine ausführt und zentral verwaltet. Sie besteht aus den Edge Devices mit der Industrial Edge Runtime, dem Industrial Edge Management (IEM), das Geräte, Apps und Benutzer verwaltet, und dem Industrial Edge Hub, über den Apps und Lizenzen bezogen werden. Für Entwicklungsteams ist Industrial Edge ein Deployment-Ziel ähnlich einem Kubernetes-Cluster, mit eigenem App-Format und eigener Verwaltung. Eine App besteht aus Container-Images und einer docker-compose-Datei, und eine CI/CD-Pipeline bringt sie über das IEM auf die Geräte.

Auch bekannt als: Industrial Edge · Industrial Edge Siemens · Siemens Edge · SIMATIC Industrial Edge

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// Im DetailSiemens Industrial Edge

Aus welchen Teilen besteht Siemens Industrial Edge?

Aus drei Ebenen. An der Maschine stehen die Edge Devices, Industrie-PCs der SIMATIC-Reihe oder Unified Comfort Panels, seit 2022 auch das Industrial Edge Virtual Device, das als virtuelles Gerät alle Funktionen eines physischen hat. Auf ihnen läuft die Industrial Edge Runtime, die Siemens als Softwareebene für App-Container beschreibt. Darüber sitzt das Industrial Edge Management, kurz IEM. Es kennt jedes angebundene Gerät, verteilt Apps und Updates und regelt, welcher Benutzer was darf. Das IEM betreiben Sie im eigenen Rechenzentrum, seit Version 2.0 auch auf einem vorhandenen Kubernetes-Cluster, oder Sie beziehen es seit Oktober 2023 als IEM Cloud, die Siemens als gemanagten Service betreibt. Ganz oben steht der Industrial Edge Hub, ein Portal von Siemens. Dort kaufen Sie Apps aus dem Industrial Edge Marketplace, verwalten Lizenzen und holen Updates für Gerätefirmware, Apps und das IEM selbst.

Wie kommen Apps auf das Edge-Gerät?

Immer über das IEM, nie direkt auf das Gerät. Eine Industrial-Edge-App besteht aus Container-Images und einer docker-compose-Datei, die beschreibt, welche Container laufen und wie sie zusammenhängen. Der Industrial Edge Publisher, als Oberfläche oder über die Kommandozeile iectl, macht daraus eine App-Version mit Versionsnummer, Changelog und der Angabe, unter welchem Pfad die Weboberfläche der App am Gerät erreichbar ist. Diese Version lädt der Publisher in den Katalog des IEM. Von dort installiert das IEM die App als Job auf ein einzelnes Gerät oder auf viele zugleich, und auf demselben Weg laufen Updates und Deinstallation. Apps von Siemens und Drittanbietern kommen aus dem Hub in denselben Katalog. Die Daten aus der Steuerung holen Connector-Apps, etwa der SIMATIC S7+ Connector, der Werte aus S7-1200- und S7-1500-Steuerungen liest und anderen Apps auf dem Gerät bereitstellt.

Wie lässt sich Industrial Edge mit CI/CD und GitOps verbinden?

Über iectl als Schritt in der Pipeline. Gebaut und getestet wird wie bei jeder Container-Anwendung. Danach legt iectl publisher standalone-app version create aus der docker-compose-Datei eine neue App-Version an, iectl publisher app-project upload catalog lädt sie ins IEM, und iectl iem job batch-create installiert sie auf die Geräte, deren Kennungen in der Anfrage stehen. Siemens zeigt diesen Ablauf selbst in Beispielen auf GitHub, darunter eine Jenkins-Pipeline, die bei jedem Commit baut, testet und ins IEM hochlädt. GitOps im engeren Sinn, also ein Agent, der den Stand aus Git selbst zieht und Abweichungen meldet, gehört nicht zu diesem Weg; das IEM nimmt Aufträge entgegen. Wer den Soll-Zustand trotzdem in Git führen will, beschreibt dort, welche App-Version auf welcher Gerätegruppe laufen soll, und lässt die Pipeline nach jedem Merge die passenden Jobs absetzen. Ob die Geräte danach wirklich auf diesem Stand sind, prüft ein weiterer Pipeline-Schritt über iectl oder die API des IEM. Einen Controller wie Argo CD, der das von selbst tut, gibt es dafür nicht.

Was unterscheidet Siemens Industrial Edge von einem Edge Gateway?

Ein Edge Gateway ist ein Gerät, Industrial Edge ist das Plattformangebot eines Herstellers. Das Gateway übersetzt Feldprotokolle in IT-Protokolle und verdichtet Daten, gleich von wem es stammt. Industrial Edge legt fest, wie Software auf solche Geräte kommt: in welchem Format, über welche Verwaltung und mit welchen Lizenzen. Ein Industrial Edge Device kann die Arbeit eines Gateways übernehmen, wenn eine Connector-App die Steuerung ausliest und eine zweite App die Werte per MQTT weitergibt. Es kann aber genauso eine Bedienoberfläche mit WinCC Unified oder ein KI-Modell zur Qualitätsprüfung ausführen. Der Preis dafür ist die Bindung an Siemens. Apps brauchen das Format von Industrial Edge, und Geräte anderer Hersteller binden Sie über Industrial Edge Own Device oder das Industrial Edge Device Kit an.

// Beispiele aus der Praxis2 Szenarien
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Vierzig Pressen, drei App-Versionen

Ein Fertigungsbetrieb betreibt vierzig Edge Devices an seinen Pressen, darauf eine selbst entwickelte App zur Werkzeugüberwachung. Verteilt wurde sie über die Oberfläche des IEM, von dem, der gerade Zeit hatte. Als ein Fehler in der Grenzwertberechnung auffiel, liefen drei Versionen, und welche auf welcher Presse lief, musste jemand im IEM Gerät für Gerät nachsehen. Heute baut GitLab CI die App bei jedem Merge, legt mit iectl die Version an und installiert sie zuerst auf zwei Pressen. Nach einer Schicht ohne Befund geht derselbe Job an die übrigen achtunddreißig, und die Versionsnummer im IEM ist der Tag im Repository.

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Testgerät im Rechenzentrum

Ein Entwicklungsteam installiert jede neue Version seiner Datenerfassungs-App zuerst auf einem Industrial Edge Virtual Device, das im Rechenzentrum am selben IEM hängt. Die Pipeline startet dort den S7+ Connector gegen eine simulierte Steuerung in PLCSIM Advanced und prüft, ob die erwarteten Werte in der App ankommen. Eine Variablenliste mit vertauschter Adresse bleibt so im Build hängen und erreicht die Linie nicht. Erst wenn dieser Schritt grün ist, setzt die Pipeline den Job für die Geräte in der Produktion ab.

// Häufige FragenFAQ
Was macht das Industrial Edge Management (IEM)?
Das Industrial Edge Management ist die zentrale Verwaltung von Siemens Industrial Edge. Es nimmt Edge Devices auf, verteilt Apps und Updates auf sie und regelt die Benutzerrechte. Sie betreiben es im eigenen Rechenzentrum, seit Version 2.0 auch auf einem vorhandenen Kubernetes-Cluster, oder beziehen es als IEM Cloud, die Siemens seit Oktober 2023 als gemanagten Service anbietet.
Was ist der Industrial Edge Hub?
Der Industrial Edge Hub ist das Portal von Siemens, über das Sie Apps aus dem Industrial Edge Marketplace kaufen, Lizenzen verwalten und Updates für Gerätefirmware, Apps und das IEM beziehen. Er steht über dem IEM. Die Edge Devices sprechen mit dem IEM, das IEM holt Apps und Lizenzen aus dem Hub.
Kann man eigene Apps für Siemens Industrial Edge entwickeln?
Ja. Eine Anwendung, die als Container läuft, verpacken Sie mit dem Industrial Edge Publisher in eine Industrial-Edge-App; Grundlage sind die Images und eine docker-compose-Datei. Die App landet im Katalog Ihres IEM und steht dort neben den Apps aus dem Hub. Mit Mendix on Edge bietet Siemens seit 2023 zusätzlich einen Low-Code-Weg an.
Ist Siemens Industrial Edge dasselbe wie Kubernetes?
Nein. Auf den Edge Devices laufen die Apps als Container in der Industrial Edge Runtime, beschrieben durch eine docker-compose-Datei und nicht durch Kubernetes-Manifeste. Kubernetes kommt an anderer Stelle vor, denn seit Version 2.0 läuft das IEM auf Wunsch auf einem Kubernetes-Cluster. Der Weg auf das Gerät führt deshalb über das IEM und nicht über kubectl, Helm oder Argo CD.
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// Quellen und Referenzen6 Quellen

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