Kostenlose DevOps-Analyse
Industrial-Precision-Visualisierung: Fertigungshalle mit Schaltschränken und Leitstand, verbunden durch eine signal-orange Pipeline-Linie über vier Phasenmarken von der Analyse bis zum Nachweis

90 Tage bis zum ersten belegbaren Ergebnis.

Release-Zyklen von sechs Wochen, Deployments als manueller Kraftakt, Security als nachgelagerter Prüfschritt. In 2 Tagen entsteht Ihr Fahrplan: Reifegrad-Profil, Wertstromkarte, Tool-Entscheidung, Pilot-Plan und KPI-Zielblatt — datiert, mit Namen an jeder Phase.

2 TAGE · MAX. 12 TEILNEHMER · AB 1.890 € · VOR ORT ODER REMOTE

CCT

Comquent Consulting Team

Industrial-DevOps-Berater für IT/OT-Umgebungen

Reifegradanalysen, Value-Stream-Mapping, CI/CD für SPS- und Embedded-Software, Quality- und Security-Gates nach IEC 62443 sowie KPI-Frameworks aus DORA- und OT-Kennzahlen. Praxiserfahrung aus Industrieprojekten seit 2006.

Veröffentlicht: 15. August 2026Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026
Fachlich abgeleitet aus dem Comquent-Whitepaper „Industrial DevOps in 90 Tagen“ (August 2026) und aus abgeschlossenen Kundenprojekten
// Workshop in Kürze

Der Workshop Industrial DevOps in 90 Tagen ist ein 2-tägiges Intensiv-Training (16 Stunden, max. 12 Teilnehmer) für IT-, OT- und Engineering-Verantwortliche in Fertigung, Automotive und Maschinenbau. Sie erarbeiten den 90-Tage-Fahrplan für Ihr Unternehmen entlang von vier Phasen mit Quality Gates — Assess (Tag 1–20), Design (Tag 21–40), Implement (Tag 41–75) und Optimize (Tag 76–90). Am Ende stehen vier Arbeitsinstrumente: Reifegrad-Profil, Wertstromkarte, Pilot-Plan und KPI-Zielblatt. Ab 1.890 € netto pro Teilnehmer.

Stand August 2026Whitepaper 90-Tage-Fahrplan 08/2026CRA-Meldepflicht ab 11.09.2026Claude Code 2.0
01
// 01Das Problem

Sechs Wochen
bis zur Anlage.
Und niemand weiß, warum.

Drei Sätze hören wir in fast jedem Erstgespräch: Release-Zyklen von sechs Wochen. Deployments als manueller Kraftakt. Security als Prüfschritt kurz vor der Freigabe. Die Ursache ist fast immer dieselbe — IT und OT arbeiten in getrennten Welten, mit eigenen Werkzeugen, eigenen Abläufen und eigener Sprache.

Beide Seiten optimieren dabei richtig: Die IT auf Veränderung und Tempo, die OT auf Stabilität und Anlagenverfügbarkeit. Problematisch wird es erst ohne gemeinsame Abläufe. Dann dauern Freigaben Wochen, weil Abstimmung fehlt — und jedes Update wird zum Risiko für die Produktion.

Fast jedes Industrieunternehmen hat schon einmal versucht, das zu ändern. Dass viele dieser Anläufe versanden, liegt selten an der Technik. Es liegt an der Reihenfolge.

90
Tage bis zum Nachweis
4
Phasen mit Quality Gate
12
Max. Teilnehmer
4
Arbeitsinstrumente
// Kurz gefragt1 Klick, anonym

Ist Industrial DevOps bei Ihnen gerade ein Thema?

Wir fragen kurz, wie dringend das Thema bei Ihnen gerade ist. Je nach Antwort zeigen wir Ihnen direkt den passenden nächsten Schritt — ganz ohne Formular.

02
// 02Agenda

Zwei Tage.
Vom Ist-Stand zum datierten Plan.

Kein Foliensatz. Kein
Reifegradmodell von der Stange.

Tag 1 arbeitet an Ihrer Ausgangslage: warum Initiativen stecken bleiben, Reifegradanalyse über fünf Dimensionen, Value-Stream-Mapping, KPI-Baseline und die begründete Pilot-Auswahl. Tag 2 führt zum Plan: Tool-Entscheidungsmatrix für OT-Umgebungen, die sechsstufige Pilot-Pipeline, die Dosierung der Quality und Security Gates, der Platz von KI in den 90 Tagen — und am Ende der ausgefüllte Pilot-Plan mit gesetzten Gate-Terminen.

01
Tag 01

Standort bestimmen und den Piloten wählen

  • /01

    Warum Initiativen im Ansatz stecken bleiben

    Vier Muster aus abgeschlossenen Projekten: organisatorisch ungeklärte IT/OT-Kluft, zu groß geschnittener Umbau, fehlende Baseline, Security als nachgelagerter Prüfschritt. Ordnen Sie Ihre eigene Ausgangslage ein.

  • /02

    Reifegradanalyse über fünf Dimensionen

    Kultur und Zusammenarbeit, Automatisierung, Continuous Delivery, Monitoring und Feedback, Architektur. Sie bewerten Ihre Organisation entlang des Leitfragenkatalogs und nehmen ein Profil mit Benchmark mit.

  • /03

    Value-Stream-Mapping am eigenen Wertstrom

    Vom Änderungswunsch bis zum Stand auf der Anlage — mit Wartezeiten, Übergaben und manuellen Schritten. In Workshops zeigt sich typischerweise, dass 80 bis 90 % der Durchlaufzeit Wartezeit ist, nicht Arbeitszeit.

  • /04

    KPI-Baseline: DORA plus OT-Kennzahlen

    Deployment Frequency, Lead Time, Change Failure Rate, Time to Restore — ergänzt um ungeplante Stillstände, Release-Zyklus der Steuerungssoftware und manuelle Schritte pro Release. Wie Sie die Werte automatisiert erheben statt zu schätzen.

  • /05

    Pilot-Auswahl nach Kriterienkatalog

    Relevanz, Überschaubarkeit, Messbarkeit, Sichtbarkeit, vertretbares Risiko. Sie stellen zwei bis drei Kandidaten gegeneinander und entscheiden am Ende von Tag 1 begründet.

02
Tag 02

Werkzeuge, Pipeline und der fertige Fahrplan

  • /01

    Tool-Entscheidungsmatrix für OT-Umgebungen

    Jenkins, GitLab CI, Azure DevOps, GitHub Actions und ArgoCD entlang neun industrieller Kriterien — Air-Gap, SPS-Builds, Self-Hosted Runner in der OT-Zone, Pipeline as Code. Herstellerunabhängig, mit Begründung fürs Protokoll.

  • /02

    Die Pilot-Pipeline in sechs Stufen

    Checkout, Kompilieren, Simulation, Quality Gate, Security Gate, Deployment. Zugeschnitten auf SPS-Umgebungen, übertragbar auf Embedded- und Edge-Software. Inklusive Rückkopplung aus dem Betrieb in den nächsten Commit.

  • /03

    Quality und Security Gates dosieren

    Nicht mehr Gates, sondern bessere: Jedes Gate adressiert ein reales Risiko und gibt schnell Rückmeldung. Wo es zum Engpass wird, umgeht das Team es — und dann wirkt es gar nicht mehr.

  • /04

    KI im 90-Tage-Fahrplan

    Wo Claude Code die Phasen messbar verkürzt: Auswertung der Interviews, erste Pipeline-Entwürfe, SBOM- und Policy-Stages, Management-Reports aus Pipeline-Daten. Und wo sie nichts beiträgt — die Pilot-Entscheidung nimmt Ihnen keine KI ab.

  • /05

    Pilot-Plan schreiben und Gate-Termine setzen

    Die Vorlage mit vierzehn Feldern, ausgefüllt für Ihren Piloten: Scope, Team, Zeitplan, Erfolgskriterien, Risiken, Rollback-Strategie, Exit-Kriterien. Am Ende steht ein datierter Plan mit Namen an jeder Phase.

03
// 03Für wen

Für Verantwortliche,
die IT und OT zusammenbringen müssen.

Der Workshop richtet sich an Entscheider und technische Verantwortliche gleichermaßen — IT-Leitung, OT- und Produktionsleitung, Engineering, DevOps- und Compliance-Verantwortliche. Wir empfehlen ausdrücklich, aus beiden Welten je zwei bis drei Personen zu schicken: Die wirksamsten Ergebnisse entstehen dort, wo IT und OT dieselbe Wertstromkarte zeichnen. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

  • 01IT-Leitung und CTOs, die eine Modernisierung verantworten und einen belastbaren Zeitrahmen brauchen
  • 02OT- und Produktionsleitung, die Anlagenverfügbarkeit garantieren muss und wissen will, was Automatisierung daran ändert
  • 03Engineering- und Entwicklungsleitung aus Maschinenbau, Automotive und Fertigung
  • 04DevOps- und Plattform-Verantwortliche, die eine bestehende Initiative wieder in Bewegung bringen wollen
  • 05Security- und Compliance-Verantwortliche, die NIS2-, CRA- oder IEC-62443-Nachweise in den Ablauf holen müssen
  • 06Projektleitungen, die einen Piloten aufsetzen und ihn gegenüber dem Management vertreten

VoraussetzungenKeine technischen Vorkenntnisse nötig. Hilfreich ist, was Sie ohnehin haben: eine grobe Vorstellung des heutigen Ablaufs vom Änderungswunsch bis zur Anlage, eine Liste der eingesetzten Engineering- und Build-Werkzeuge und — falls vorhanden — Zahlen zu Ausfällen und Release-Häufigkeit. Fehlt das, erarbeiten wir es im Workshop.

Regulierte BranchenVier Regelwerke laufen auf dieselbe Anforderung zu: NIS2, der Cyber Resilience Act, die IEC 62443 und der EU AI Act verlangen, dass Sicherheit und Nachvollziehbarkeit im Entwicklungsprozess entstehen — nicht in einem nachgelagerten Audit. Konkret wird das an einer einzigen Frage im Prüftermin: Wer hat diesen Stand wann freigegeben, und woraus geht das hervor? Wer die Antwort aus Gedächtnis und E-Mail-Verläufen zusammensuchen muss, verliert Tage. Im Workshop schneiden wir das Security Gate so zu, dass der Audit-Trail als Nebenprodukt jedes Releases anfällt.

// Workshop-Details
Dauer
2 Tage · je 8 h
Nächster Termin
24.–25.11.2026 · Remote
Folgetermin
08.–09.12.2026 · München
Preis
ab 1.890 € netto
Teilnehmer
Max. 12
Format
Vor Ort oder Remote
Sprache
Deutsch
Level
Ohne Vorkenntnisse
Praxisanteil
ca. 70 %
Zertifikat
Teilnahmebestätigung
04
// 04Der Unterschied

Sechs Kategorien.
Zwölf Entscheidungen, die sonst nebenbei fallen.

Zwölf Entscheidungen entscheiden darüber, ob eine Initiative trägt: Standortbestimmung, Zuschnitt des Piloten, Werkzeugentscheidung, Messbarkeit, Sicherheit und Nachweise sowie Verankerung im Team. Ohne Fahrplan fallen sie nebenbei — meist unter Zeitdruck und ohne dass jemand sie später begründen kann. Der Unterschied ist nicht das Werkzeug, sondern die Reihenfolge.

/01

Standortbestimmung

Aufgabe

Wissen, wo die Organisation wirklich steht

Ohne Fahrplan

Bauchgefühl aus dem Führungskreis, jede Abteilung nennt eine andere Ursache

Mit 90-Tage-Modell

Reifegrad-Profil über fünf Dimensionen, mit Benchmark und drei priorisierten Hebeln

Aufgabe

Durchlaufzeit vom Commit bis zur Anlage bestimmen

Ohne Fahrplan

Geschätzte Werte, die im Nachhinein niemand belegen kann

Mit 90-Tage-Modell

Wertstromkarte aus einem Workshop-Tag — Wartezeiten, Übergaben und Engpässe sichtbar

/02

Zuschnitt des Piloten

Aufgabe

Den ersten Anwendungsfall auswählen

Ohne Fahrplan

Das Projekt mit der lautesten Stimme oder der bequemsten Technologie gewinnt

Mit 90-Tage-Modell

Fünf Auswahlkriterien: Relevanz, Überschaubarkeit, Messbarkeit, Sichtbarkeit, vertretbares Risiko

Aufgabe

Den Umbau so schneiden, dass er endet

Ohne Fahrplan

Programm über vier Quartale, das die erste Prioritätsänderung nicht überlebt

Mit 90-Tage-Modell

Ein Pilot mit Scope, Zeitplan, Rollback-Strategie und definiertem Abbruchkriterium

/03

Werkzeugentscheidung

Aufgabe

CI/CD-Werkzeug für eine OT-Umgebung wählen

Ohne Fahrplan

Entscheidung nach Vorliebe, Air-Gap und SPS-Builds fallen erst im Betrieb auf

Mit 90-Tage-Modell

Entscheidungsmatrix über neun industrielle Kriterien, dokumentiert und begründet

Aufgabe

Bestehende Werkzeuglandschaft einbinden

Ohne Fahrplan

Zweite Toolchain neben der ersten, beide halb gepflegt

Mit 90-Tage-Modell

Tool-Inventar mit benannten Integrationspunkten und Migrationsreihenfolge

/04

Messbarkeit

Aufgabe

Baseline erheben, bevor etwas verändert wird

Ohne Fahrplan

Baseline wird am Tag 90 rekonstruiert — und ist genau dann angreifbar

Mit 90-Tage-Modell

DORA- und OT-Kennzahlen aus Phase 1, automatisiert aus Pipeline und Monitoring

Aufgabe

Wirkung gegenüber dem Management belegen

Ohne Fahrplan

Monatsfolie mit Fortschrittsbalken, die niemand prüfen kann

Mit 90-Tage-Modell

KPI-Report Baseline gegen Ist plus Wirtschaftlichkeitsrechnung als Entscheidungsvorlage

/05

Sicherheit und Nachweise

Aufgabe

Security in den Ablauf bekommen

Ohne Fahrplan

Prüfung kurz vor der Freigabe, jeder Rückläufer kostet ein Wartungsfenster

Mit 90-Tage-Modell

Security Gate in der Pipeline: SBOM, Signatur und Zonenprüfung bei jedem Build

Aufgabe

Nachweise für NIS2, CRA und IEC 62443 erzeugen

Ohne Fahrplan

Audit-Vorbereitung als Sonderprojekt, Wochen vor dem Termin

Mit 90-Tage-Modell

Audit-Trail und Stücklisten fallen als Nebenprodukt jedes Releases an

/06

Verankerung im Team

Aufgabe

IT und OT auf einen gemeinsamen Ablauf bringen

Ohne Fahrplan

Zwei Prozesse nebeneinander — der bestehende gewinnt, weil er die Anlage verantwortet

Mit 90-Tage-Modell

Arbeitsvereinbarungen aus einem gemeinsamen Termin: Ziele, Rollen, Freigabelogik

Aufgabe

Wissen im Unternehmen halten

Ohne Fahrplan

Der externe Partner kennt die Pipeline besser als das eigene Team

Mit 90-Tage-Modell

Schulung und Pair-Programming als Teil der Umsetzung, nicht als Anhang danach

05
// 05Symptom · Ursache · Gegenmaßnahme

Woran Industrial-DevOps-
Initiativen tatsächlich scheitern.

Zehn Symptome aus abgeschlossenen Projekten, nach Häufigkeit geordnet. Jede Zeile zeigt die Ursache und die Gegenmaßnahme, die wir im Workshop auf Ihre Lage anwenden. Wenn Sie eine dieser Zeilen wiedererkennen, ist der Workshop für Sie gebaut — und Sie sind damit nicht der Sonderfall, sondern der Regelfall.

/01

DevOps-Einführung scheitert an der IT/OT-Kluft

Ursache

Die IT baut eine Pipeline, ohne dass die Steuerungsentwicklung ihre Freigabelogik darin wiederfindet. Es entsteht ein zweiter Prozess neben dem bestehenden — und der bestehende gewinnt, weil er die Anlage verantwortet.

Gegenmaßnahme im Workshop

Der Fahrplan beginnt mit gemeinsamen Zielen und Arbeitsvereinbarungen, nicht mit einem Werkzeugvergleich. IT und OT definieren im selben Termin Rollen, Freigabelogik und Wartungsfenster.

/02

Modernisierungsprogramm bleibt nach zwei Quartalen liegen

Ursache

Der Umbau war zu groß geschnitten: Er sollte die gesamte Werkzeuglandschaft eines Werks ablösen und band Kapazität, bevor er den ersten Nutzen zeigte. Ein Anlauf, ein Kundenprojekt, ein Personalwechsel — und ein halb fertiger Zustand bleibt zurück.

Gegenmaßnahme im Workshop

Ein abgegrenzter Pilot mit definiertem Abbruchkriterium ist belastbarer als ein Programm ohne Ausstieg. Scope, Exit-Kriterien und Rollback stehen im Pilot-Plan, bevor die erste Zeile entsteht.

/03

Der Erfolg des Piloten lässt sich nicht belegen

Ursache

Durchlaufzeiten, Fehlerraten und Ausfallzeiten wurden nicht gemessen, bevor etwas geändert wurde. Baseline-Werte werden nachträglich rekonstruiert und sind dann angreifbar — genau dann, wenn Budget für die Skalierung beantragt wird.

Gegenmaßnahme im Workshop

Die KPI-Baseline entsteht in Phase 1, automatisiert aus Pipeline- und Monitoring-Systemen. Am Tag 90 steht ein Vergleich Baseline gegen Ist, den auch ein skeptischer Controller nachrechnen kann.

/04

Security-Prüfungen erzeugen Rückläufer vor jeder Freigabe

Ursache

Solange Sicherheitsprüfungen erst vor der Freigabe stattfinden, treffen sie auf fertige Stände. Jeder Rückläufer kostet ein Wartungsfenster, und der Freigabetermin wird unplanbar.

Gegenmaßnahme im Workshop

Dieselben Prüfungen wandern in die Pipeline: statische Analyse bei jedem Commit, Abhängigkeits- und Artefakt-Scans, automatisch erzeugte SBOM. Die Nachweise entstehen dort, wo die Änderung entsteht.

/05

Zu viele Quality Gates — das Team umgeht die Pipeline

Ursache

Gates werden nach Vollständigkeit gesetzt statt nach Risiko. Die Pipeline wird zum Engpass, Rückmeldungen kommen zu spät, und irgendwann führt jemand den Build wieder lokal aus.

Gegenmaßnahme im Workshop

Dosierung statt Menge: Jedes Gate muss ein reales Risiko adressieren und schnell Rückmeldung geben. Im Workshop schneiden Sie die Gate-Kette für Ihren Piloten konkret zu.

/06

Der Pilot wurde nach Tool-Präferenz statt nach Schmerzpunkt gewählt

Ursache

Die Auswahl folgte der bequemsten Technologie oder der lautesten Stimme im Raum. Der Pilot funktioniert danach technisch — überzeugt aber niemanden, weil er kein Problem löst, das jemand hatte.

Gegenmaßnahme im Workshop

Fünf Auswahlkriterien entscheiden: Relevanz, Überschaubarkeit, Messbarkeit, Sichtbarkeit und vertretbares Risiko. Sie stellen im Workshop mehrere Kandidaten gegeneinander und dokumentieren die Wahl.

/07

Rollback ist beschrieben, aber nie geprobt worden

Ursache

In der Produktion ist der Rückweg keine akademische Übung. Wenn er zum ersten Mal im Ernstfall gegangen wird, ist das Vertrauen in die Automatisierung nach einem Versuch aufgebraucht.

Gegenmaßnahme im Workshop

Der Rückweg wird geprobt, bevor der erste automatisierte Stand produktiv geht. Rollback-Strategie und maximal zulässige Wiederherstellungszeit sind Pflichtfelder im Pilot-Plan.

/08

CI/CD für SPS-Programme scheint technisch nicht möglich

Ursache

Engineering-Umgebungen wie TIA Portal oder CODESYS gelten als nicht automatisierbar, weil die Bedienung über die Oberfläche gedacht wird. Tatsächlich fehlt meist nur der Einstieg über die Programmierschnittstellen.

Gegenmaßnahme im Workshop

Die Pilot-Pipeline nutzt die Openness-API beziehungsweise den CODESYS-Automation-Server, testet gegen Simulation und ergänzt Hardware-in-the-Loop, wo Prüfstände verfügbar sind.

/09

Schulungen ans Ende gelegt — das Wissen bleibt beim Partner

Ursache

Befähigung wird als Abschlussveranstaltung geplant. Bis dahin kennt der externe Partner die Pipeline besser als das eigene Team, und jede Änderung braucht wieder einen Auftrag.

Gegenmaßnahme im Workshop

Hands-on-Workshops und Pair-Programming laufen während der Umsetzung mit, nicht danach. Befähigung statt Abhängigkeit ist eines der drei Prinzipien über alle vier Phasen.

/10

Kein Budget, weil der Nutzen nicht in Euro benannt ist

Ursache

Argumentiert wird mit Deployment-Frequenz und Lead Time — Kennzahlen, die im Engineering überzeugen und in der Geschäftsführung nicht ankommen.

Gegenmaßnahme im Workshop

Die Kennzahlen werden übersetzt: eingesparte Wartungsfenster, weniger ungeplante Stillstände, entfallender Aufwand für manuelle Nachweise. Die Entscheidungsvorlage am Tag 90 rechnet in Euro.

Quelle der Auswahl: Comquent-Projekte in Fertigung, Automotive und Maschinenbau 2024–2026, gewichtet nach Häufigkeit und danach, wie teuer die Korrektur später wurde. Jede Zeile entspricht einem konkreten Arbeitsblock im Workshop.

// In 2 Klicks: Fahrplan — oder etwas davor?Schritt 1 / 2

Ist ein 90-Tage-Fahrplan bei Ihnen der richtige nächste Schritt?

Ein Fahrplan hilft, wenn die Richtung fehlt — nicht, wenn eine konkrete Aufgabe im Weg steht. Zwei Klicks ordnen ein, ob der Workshop bei Ihrem Ausgangspunkt trägt oder ob davor etwas anderes gehört.

Was treibt das Thema bei Ihnen gerade?

06
// 06Das Phasenmodell

Vier Phasen.
Vier Quality Gates.

Jede Phase hat ein klar definiertes Ergebnis, das als Quality Gate für die nächste dient. Wird ein Gate nicht erreicht, wird nachgesteuert, bevor weiter investiert wird — dieses Prinzip schützt Budget und Vertrauen gleichermaßen.

Das 90-Tage-Modell: vier Phasen mit Zeitraum, Inhalt und Quality Gate
PhaseZeitraumInhaltQuality Gate
1 Assess
Tag 1–20Reifegradanalyse, Value-Stream-Mapping, Stakeholder-Interviews, Tool-Landscape-AssessmentReifegrad-Report mit Benchmark und priorisierten Hebeln
2 Design
Tag 21–40Roadmap, Tool-Entscheidung, Pilot-Plan, KPI-Baseline, Team-AlignmentFreigegebener Pilot-Plan inklusive Erfolgskriterien
3 Implement
Tag 41–75Pilot-Pipeline, Versionierung, Quality Gates, Security-Integration, SchulungenLauffähige Pipeline, erste automatisierte Deployments
4 Optimize
Tag 76–90KPI-Monitoring, Feedback-Schleifen, Retrospektive, Skalierungs-RoadmapKPI-Report Baseline gegen Ist, Entscheidungsvorlage Rollout
Prinzip 01 / 03

Produktionssicherheit hat Vorrang

Kein Deployment geht ohne bestandene Quality Gates und ohne geprüften Rollback-Pfad live. Diese Regel steht vor jedem Tempo-Ziel — und sie ist der Grund, warum die OT den Fahrplan mitträgt.

Prinzip 02 / 03

Messbarkeit von Anfang an

Die KPI-Baseline wird in Phase 1 erhoben, nicht am Ende rekonstruiert. Wer erst am Tag 85 nach Vergleichswerten sucht, hat am Tag 90 eine Behauptung statt eines Belegs.

Prinzip 03 / 03

Befähigung statt Abhängigkeit

Schulungen und Pair-Programming sind Bestandteil der Implementierung, nicht optionales Beiwerk. Nach 90 Tagen soll Ihr Team die Pipeline weiterentwickeln können, ohne einen Auftrag zu schreiben.

Warum ausgerechnet 90 Tage? Lang genug für einen vollständigen Zyklus aus Analyse, Design, Umsetzung und Messung — kurz genug, um Fokus zu erzwingen. Die vollständige Transformation einer Organisation dauert typischerweise 12 bis 18 Monate. Nur sollte niemand monatelang auf den ersten Beleg warten, dass der Ansatz trägt. Mehr zum Modell steht im Beitrag Industrial DevOps: der Leitfaden.

07
// 07Live im Workshop

Vom Repository
bis in die Anlage.

In Phase 3 entsteht eine Kette, die jede Änderung am Steuerungscode vom Repository bis in die Anlage führt. Die Stufen sind für SPS-Umgebungen zugeschnitten; das Muster gilt genauso für Embedded- und Edge-Software. Im Workshop bauen wir sie an einem Beispielprojekt auf — und Sie übertragen sie auf Ihren Piloten.

  • /01

    Checkout

    Commit

    Steuerungscode aus Git, identische Umgebung je Lauf

    Git, IaC-Agenten

  • /02

    Kompilieren

    Build

    Projekt bauen und exportieren über die Engineering-API

    TIA Openness, CODESYS

  • /03

    Simulation

    Test

    Tests gegen Simulation, virtuelle Inbetriebnahme, HiL wo verfügbar

    PLCSIM Advanced, HiL

  • /04

    Quality Gate

    Gate

    IEC 61131-3-Regeln, Coverage, statische Analyse, Review-Status

    Statische Analyse

  • /05

    Security Gate

    Gate

    CVE-Scan, SBOM, signierte Artefakte, Prüfung gegen das Zonenprofil

    SCA, OPA, Sigstore

  • /06

    Deployment

    Release

    Freigabe im Wartungsfenster, geprobter Rollback-Pfad

    Artefakt-Registry

Die Kette endet nicht am Deployment: Betriebsdaten und Vorfälle fließen zurück in den nächsten Commit. Ohne diese Rückkopplung bleibt eine Pipeline eine Einbahnstraße.

pipeline — sps-pilot / build #142
$ checkout · steuerung-linie-3 @ main (a7f3c91)
> Stage 2/6 Kompilieren — TIA Openness, 4 Bausteine geändert ...
> Stage 3/6 Simulation — 47 Testfälle gegen PLCSIM Advanced ...
> Stage 4/6 Quality Gate — IEC 61131-3: 0 Verstöße, Coverage 71 % ...
> Stage 5/6 Security Gate — SBOM erzeugt, 0 kritische CVE, signiert ...
> Stage 6/6 Freigabe wartet auf Wartungsfenster Fr 22:00 — Rollback-Pfad geprüft
claude-code — kpi-baseline
$ claude "Berechne die vier DORA-Metriken aus diesen Build-Logs, je Woche seit Januar"
> Lese 1.284 Build-Einträge, 96 Deployments ...
> Deployment Frequency: 0,9/Woche · Lead Time: 31 Tage (Median) ...
> Change Failure Rate: 18 % · Time to Restore: 6,4 h (Median) ...
> Baseline geschrieben — kpi-baseline.md, 4 Metriken, Erhebungsverfahren dokumentiert

Beispielausgaben aus der Workshop-Umgebung. Die Werte der Baseline stammen aus einem anonymisierten Kundenprojekt der Fertigungsindustrie.

08
// 088 Prompts

8 Prompts,
die die 90 Tage verkürzen.

KI nimmt Ihnen die Pilot-Entscheidung nicht ab — und die Arbeitsvereinbarung zwischen IT und OT schon gar nicht. Bei der Auswertung, beim ersten Pipeline-Entwurf und beim Reporting spart sie dagegen ganze Tage. Zwei Prompts je Phase, alle im Workshop erprobt.

Diese acht sind der Kern unseres Cheat-Sheets, das jeder Teilnehmer als Referenz mitnimmt.

/01
Phase Assess

Interview-Notizen zur Schmerzpunkt-Landkarte

claude "Werte diese acht Interview-Protokolle aus IT, OT und Produktion aus: gruppiere Schmerzpunkte nach Häufigkeit, markiere Zielkonflikte zwischen den Rollen und benenne die drei Themen, die alle Gruppen nennen"
OutputSchmerzpunkt-Landkarte als Markdown, Zielkonflikte explizit benannt statt geglättet.
/02
Phase Assess

Wertstrom aus Ticket-Daten rekonstruieren

claude "Lies diesen Jira-Export und berechne je Statusübergang die Median-Liegezeit; stelle Bearbeitungszeit gegen Wartezeit und markiere die drei größten Wartepositionen"
OutputTabelle mit Liege- und Bearbeitungszeiten je Übergang — die Rohdaten fürs Value-Stream-Mapping.
/03
Phase Design

Tool-Matrix auf den eigenen Kontext anwenden

claude "Bewerte Jenkins, GitLab CI und Azure DevOps für diese Ausgangslage: air-gapped OT-Zone, TIA-Portal-Builds, bestehendes Active Directory, vier Entwickler — und begründe jede Abweichung von der allgemeinen Matrix"
OutputEntscheidungsvorlage mit Begründung je Kriterium, verwendbar fürs Freigabeprotokoll.
/04
Phase Design

Pilot-Steckbrief aus dem Kandidaten ableiten

claude "Erzeuge aus dieser Pilot-Beschreibung einen Steckbrief nach unserer Vorlage: Problemstellung, Ziel und Hypothese, Scope in/out, Erfolgskriterien mit Baseline und Zielwert, fünf Risiken mit Gegenmaßnahme, Rollback-Strategie, Exit-Kriterien"
OutputAusgefüllter Pilot-Plan auf zwei Seiten, Lücken sichtbar markiert statt stillschweigend gefüllt.
/05
Phase Implement

Erste Pipeline-Stufe für den SPS-Build

claude "Schreibe eine Jenkinsfile-Stage, die ein TIA-Portal-Projekt über die Openness-API kompiliert, das Ergebnis als Artefakt ablegt und bei Kompilierfehlern den zuständigen Kanal informiert"
OutputLauffähige Stage inklusive Fehlerbehandlung und Artefakt-Ablage.
/06
Phase Implement

Security Gate mit SBOM und Signatur

claude "Ergänze die Pipeline um ein Security Gate: CycloneDX-SBOM erzeugen, Abhängigkeiten gegen die CVE-Datenbank prüfen, Artefakt signieren und den Build bei kritischen Findings anhalten"
OutputGate-Stage mit SBOM-Artefakt und Signatur — die Nachweiskette für CRA und IEC 62443.
/07
Phase Optimize

DORA-Kennzahlen aus der Pipeline-Historie

claude "Berechne aus diesen Build- und Deployment-Logs die vier DORA-Metriken je Woche seit Projektbeginn und stelle sie der Baseline aus Phase 1 gegenüber"
OutputWochenreihe je Metrik plus Delta zur Baseline — die Datengrundlage des Gate-Reviews.
/08
Phase Optimize

Entscheidungsvorlage für das Management

claude "Fasse KPI-Report und Retrospektive zu einer Entscheidungsvorlage zusammen: erreichte Zielwerte, offene Punkte, Aufwand für die nächsten zwei Teams, Empfehlung mit Alternative"
OutputZweiseitige Vorlage in Entscheider-Sprache, Kennzahlen in Euro übersetzt.
// Whitepaper zum Workshop

Industrial DevOps in 90 Tagen — das vollständige Papier mit Phasenmodell, Tool-Entscheidungsmatrix, Pilot-Plan-Vorlage und KPI-Framework. Grundlage dieses Workshops, kostenlos gegen Kontaktdaten.

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09
// 09HowTo · 5 Schritte

Wie führt man
Industrial DevOps ein?
In 5 Schritten.

Die Kurzfassung des Fahrplans — erst messen, dann einen abgegrenzten Piloten aufsetzen, erst Stabilität, dann Tempo. Und Security von der ersten Stufe an in der Pipeline statt in einem nachgelagerten Audit. Zeitrahmen: 90 Tage bis zum Nachweis.

  1. 01
    Schritt 1 / 5

    Ausgangslage messen, bevor etwas verändert wird

    Reifegradanalyse über fünf Dimensionen, Interviews mit IT, OT, Produktion und Security, dazu ein Value-Stream-Mapping des heutigen Ablaufs. Parallel entsteht die KPI-Baseline aus Pipeline- und Monitoring-Daten. Ohne diesen Schritt lässt sich am Tag 90 nichts belegen.

  2. 02
    Schritt 2 / 5

    Einen Piloten wählen, der einen echten Schmerz trifft

    Fünf Kriterien entscheiden: Relevanz, Überschaubarkeit, Messbarkeit, Sichtbarkeit und vertretbares Risiko. Ein abgegrenztes System, ein Team, eine Linie — kein unternehmensweiter Scope. Das Ergebnis ist ein Pilot-Steckbrief mit Exit-Kriterien.

  3. 03
    Schritt 3 / 5

    Werkzeug entlang industrieller Kriterien entscheiden

    Air-Gap-Fähigkeit, Eignung für SPS-Builds, Self-Hosted Runner in der OT-Zone, Pipeline as Code und Einbindung der bestehenden Landschaft. Die Entscheidungsmatrix ersetzt keine Evaluierung im eigenen Kontext, sie strukturiert sie — und liefert die Begründung fürs Protokoll.

  4. 04
    Schritt 4 / 5

    Pipeline mit Quality und Security Gates aufbauen

    Sechs Stufen von Checkout bis Deployment: Versionierung der Assets, Build-Automatisierung, Tests gegen Simulation, Quality Gate, Security Gate mit SBOM und Signatur, Freigabe im Wartungsfenster mit geprobtem Rollback. Umsetzung in Zwei-Wochen-Inkrementen, Schulung läuft mit.

  5. 05
    Schritt 5 / 5

    Wirkung nachweisen und die Skalierung vorbereiten

    Vergleich Baseline gegen Ist, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Retrospektive entlang dreier Fragen: Was hat funktioniert, was hat gebremst, was machen wir beim Rollout anders. Die Antworten fließen in wiederverwendbare Pipeline-Templates, damit das nächste Team nicht bei null anfängt.

10
// 10Tool-Vergleich

Welches CI/CD-Werkzeug
passt in eine OT-Umgebung?

Kurzform: Jenkins bietet die größte Flexibilität und eignet sich besonders dort, wo bestehende Infrastruktur eingebunden und SPS-Builds automatisiert werden müssen — etwa das TIA Portal über die Openness-API. GitLab CI punktet als All-in-One-Plattform, Azure DevOps in Microsoft-geprägten Umgebungen, GitHub Actions durch die niedrige Einstiegshürde. ArgoCD ist das Mittel der Wahl für GitOps-Deployments auf Kubernetes, etwa auf Edge-Clustern. Entscheidend ist, was zum Kontext passt — nicht, was am meisten kann.

Tool-Entscheidungsmatrix: Jenkins, GitLab CI, Azure DevOps, GitHub Actions und ArgoCD entlang neun industrieller Kriterien
KriteriumJenkinsGitLab CIAzure DevOpsGitHub ActionsArgoCD
Flexibilität und Erweiterbarkeit+++++o
On-Premise, Air-Gapped-OT+++++o++
Eignung für SPS/PLC-Builds++++oo
All-in-One (Repo, CI, Registry)o+++++o
Microsoft-Ökosystemoo+++o
Kubernetes und GitOpso+++++
Lernkurve und Wartungsaufwando+++++
Pipeline as Code++++++++++
Self-Hosted Runner in der OT-Zone++++++++

Bewertung: ++ sehr gut geeignet, + gut geeignet, o bedingt geeignet · Stand August 2026. Die Matrix ersetzt keine Evaluierung im eigenen Kontext, sie strukturiert sie — im Workshop wenden Sie die neun Kriterien auf Ihre Ausgangslage an und dokumentieren die Entscheidung mitsamt Begründung.

Wählen Sie Jenkins, wenn …

SPS- oder Embedded-Builds automatisiert werden müssen, die OT-Zone air-gapped ist und bestehende Infrastruktur eingebunden werden soll. Der Preis dafür ist Wartungsaufwand — Plugin-Pflege und Härtung gehören eingeplant.

Jenkins Administration & KI

Wählen Sie GitLab CI oder Azure DevOps, wenn …

Repository, Pipeline und Registry aus einer Hand kommen sollen oder die Organisation ohnehin Microsoft-geprägt ist. Für reine SPS-Builds bleibt der Weg über eigene Runner in der OT-Zone.

Werkzeuge im Vergleich

Wählen Sie ArgoCD, wenn …

Edge-Cluster oder Kubernetes-Workloads im Spiel sind und der Sollzustand aus Git kommen soll. ArgoCD ersetzt dabei keine CI — es übernimmt die Auslieferung nach dem Build.

ArgoCD & GitOps mit KI
11
// 11Praxisprojekt

Ihr Pilot-Plan.
Zwei Seiten, vierzehn Felder.

Das Arbeitsergebnis des zweiten Tages ist kein Protokoll, sondern ein freigabefähiger Pilot-Plan. Er wird in Phase 2 ausgefüllt, vom Management freigegeben und dient in Phase 3 und 4 als verbindliche Referenz.

Empfehlung aus der Praxis: maximal zwei Seiten. Ein längerer Pilot-Plan hat meist einen zu großen Scope. Und zwei Felder werden regelmäßig unterschätzt — Rollback-Strategie und Exit-Kriterien. Genau sie sind gegenüber OT- und Produktionsverantwortlichen die wirksamsten Vertrauensanker: Wer von Anfang an definiert, wie kontrolliert zurückgerollt wird, nimmt der Initiative das Risiko-Stigma.

  • 01Pilot-Name & Sponsor aus dem Management
  • 02Problemstellung: welcher Schmerzpunkt konkret
  • 03Ziel & Hypothese, messbar formuliert
  • 04Scope in / out — was ist ausgeschlossen
  • 05Team & Rollen, Kapazität je Rolle
  • 06Tool-Entscheidung mit Begründung
  • 07Zeitplan, Gate-Termine, Wartungsfenster
  • 08Erfolgskriterien: 3–5 Kennzahlen mit Zielwert
  • 09Risiken & Gegenmaßnahmen
  • 10Rollback-Strategie und Wiederherstellungszeit
  • 11Compliance-Anforderungen je Norm
  • 12Schulungsbedarf und Termine
  • 13Kommunikation und Reporting-Rhythmus
  • 14Exit-Kriterien: wann wird abgebrochen
// Was Sie mitnehmen
industrial-devops-90-tage/
├── 01-assess/
│   ├── reifegrad-profil.md
│   ├── wertstromkarte.pdf
│   ├── interview-synthese.md
│   └── tool-inventar.md
├── 02-design/
│   ├── pilot-plan.md
│   ├── tool-entscheidung.md
│   ├── kpi-zielblatt.md
│   └── arbeitsvereinbarung-it-ot.md
├── 03-implement/
│   ├── pipeline/
│   │   ├── Jenkinsfile
│   │   ├── quality-gate.groovy
│   │   └── security-gate.groovy
│   ├── rollback-runbook.md
│   └── schulungsplan.md
├── 04-optimize/
│   ├── kpi-report-template.md
│   ├── retrospektive-leitfaden.md
│   └── entscheidungsvorlage-rollout.md
├── prompts/
│   └── cheat-sheet-90-tage.md
├── CLAUDE.md
└── README.md

Alle Vorlagen als Markdown im Git-Repository, nicht als PDF-Sammlung — damit der Fahrplan versioniert wird wie alles andere auch. Die CLAUDE.md enthält Ihren Kontext für die acht Prompts aus Abschnitt 08.

12
// 12Ergebnis

Vier Instrumente,
die Sie mitnehmen.

Sie verlassen den Workshop nicht mit einem Foliensatz, sondern mit vier ausgefüllten Arbeitsinstrumenten für Ihr Unternehmen: einem Reifegrad-Profil über fünf Dimensionen, einer Wertstromkarte mit den tatsächlichen Wartezeiten, einem freigabefähigen Pilot-Plan und einem KPI-Zielblatt mit Baseline und Zielwert für Tag 90. Dazu der Moment am zweiten Nachmittag, in dem IT und OT zum ersten Mal auf dieselbe Karte zeigen und dieselbe Engstelle meinen.

01 / 04

Reifegrad-Profil

Ihre Organisation bewertet über fünf Dimensionen, mit Benchmark und den drei Hebeln, die bei Ihnen zuerst etwas bewegen — die Grundlage für jedes weitere Gespräch mit der Geschäftsführung.

02 / 04

Wertstromkarte

Der Weg vom Änderungswunsch bis zur Anlage, mit Wartezeiten und Übergaben. Sichtbar wird meist, dass die Arbeitszeit selten das Problem ist — die Liegezeit dazwischen ist es.

03 / 04

Pilot-Plan auf zwei Seiten

Vierzehn Felder, ausgefüllt und freigabefähig: Scope, Team, Erfolgskriterien, Risiken, Rollback-Strategie, Exit-Kriterien. Ein längerer Pilot-Plan hat meist einen zu großen Scope.

04 / 04

KPI-Zielblatt für Tag 90

Baseline und Zielwert je Kennzahl, dazu die Messverfahren. Damit lässt sich am Tag 90 belegen, was gewirkt hat — statt es zu behaupten.

13
// 13Warum Comquent

Warum dieser Fahrplan
mit Comquent?

Das Phasenmodell stammt nicht aus einem Beratungshandbuch. Es ist die Ableitung aus Projekten, die wir zu Ende gebracht haben — mit allen Stellen, an denen wir selbst zu groß geschnitten oder zu spät gemessen haben.

Deshalb steht in diesem Workshop auch, wann ein Pilot abgebrochen gehört. Das steht selten in Foliensätzen.

/01

20 Jahre an der IT/OT-Brücke

Gegründet 2006 in Puchheim bei München. Wir kommen aus der Software-Qualitätssicherung und sind mit unseren Kunden in die Automatisierung hineingewachsen — von der Bürosoftware bis zur Edge-Steuerung.

/02

Belegbare Ergebnisse statt Referenzlogos

Automotive, SPS/PLC: Release-Zyklus von sechs Wochen auf drei Tage, Deployments im geplanten Wartungsfenster mit aktivem Rollback-Pfad. Fertigungsindustrie, SCADA/DCS: ungeplante Ausfälle um 85 % zurückgegangen, jede Änderung nachvollziehbar und rückrollbar. Beide Projekte folgten der Phasenlogik, die Sie im Workshop erarbeiten.

/03

Herstellerunabhängig, auch bei der Tool-Frage

Wir verkaufen keine Lizenzen und haben keine Partnerschaft zu verteidigen. In der Entscheidungsmatrix steht deshalb auch, wo Jenkins der falsche Weg ist — und wo eine bestehende Landschaft besser bleibt, als sie zu ersetzen.

/04

Deutsch, DSGVO-konform, aus Deutschland

Schulungssprache Deutsch, Unterlagen auf Deutsch, Rechnung aus Deutschland. Geeignet auch für regulierte Branchen und öffentliche Auftraggeber. Die Trainer sitzen am Montag wieder im Kundenprojekt.

15
// 15Vertiefung

Industrial DevOps —
die Antworten auf einen Blick.

Die Fragen, die Entscheider vor der Anmeldung am häufigsten stellen — kompakt beantwortet: Was Industrial DevOps von klassischem DevOps unterscheidet, welche Kennzahlen wirklich tragen, was die vier Regelwerke konkret verlangen und was sich in 90 Tagen wirtschaftlich rechnet.

/01

Was unterscheidet Industrial DevOps von klassischem DevOps?

Drei Punkte. Erstens werden zusätzlich zu reiner Software auch SPS-Steuerungen, SCADA-Systeme, Prozessleitsysteme und Embedded-Software einbezogen. Zweitens erfordern Safety- und Echtzeitanforderungen angepasste Test- und Release-Strategien: Blue-Green-Deployments und Canary-Releases werden auf industrielle Rahmenbedingungen wie geplante Wartungsfenster zugeschnitten. Drittens ist der Kulturwandel anspruchsvoller, weil SPS-Programmierung und Software-Entwicklung unterschiedliche Berufsbilder mit eigener Fehlerkultur sind.

Mehr dazu auf der Leistungsseite Industrial DevOps und im Glossar.

/02

Welche Kennzahlen misst man in einer Produktionsumgebung?

Die vier DORA-Metriken plus fünf OT-Kennzahlen. DORA — Deployment Frequency, Lead Time for Changes, Change Failure Rate, Time to Restore — ist der wissenschaftlich validierte Standard für Delivery-Performance. In Produktionsumgebungen reichen sie allein nicht: Ungeplante Anlagenstillstände, der Release-Zyklus der Steuerungssoftware, manuelle Schritte pro Release, Testabdeckung im Steuerungscode und die Zeit bis zur Erkennung einer Schwachstelle gehören dazu.

Wichtig ist die Reihenfolge der Optimierung: erst Stabilität (Change Failure Rate, Time to Restore), dann Geschwindigkeit (Deployment Frequency, Lead Time). In der Produktion ist Verlässlichkeit die Voraussetzung für Tempo, nicht umgekehrt. Alle Werte werden automatisiert aus Pipeline- und Monitoring-Systemen erhoben, nicht von Hand gepflegt.

Deployment Frequency
monatlich bis quartalsweise
wöchentlich bis täglich
Lead Time for Changes
Wochen
Stunden bis Tage
Change Failure Rate
15–20 %
unter 5 %
Time to Restore
Stunden bis Tage
unter 1 Stunde

Typische OT-Baseline gegen Zielwert am Tag 90 · Quelle: DORA-Forschung (Accelerate / State of DevOps) plus abgeschlossene Comquent-Projekte · Ausgangslagen unterscheiden sich je Projekt

// ROI-Inline · Beispielrechnung

Was kostet ein
ungeplanter Stillstand?

Annahme: eine Fertigungslinie mit 2.500 € Stillstandskosten pro Stunde, sechs software-bedingte ungeplante Ausfälle pro Jahr zu je vier Stunden. Konservativ gerechnet — bei getakteten Linien mit Lieferverpflichtung liegt der Stundensatz deutlich höher, und Anlaufkosten nach dem Wiederhochfahren sind nicht enthalten.

Ohne Fahrplan
60.000 €

6 Ausfälle × 4 h × 2.500 € pro Jahr und Linie.

Nach 90 Tagen
9.000 €

Bei 85 % weniger ungeplanten Ausfällen (Praxisbeispiel SCADA/DCS) — ≈ 51.000 € pro Jahr und Linie.

Quellenlage: Die Reduktion um 85 % stammt aus einem abgeschlossenen Comquent-Projekt in der Fertigungsindustrie (Git-Versionierung der OT-Landschaft plus Infrastructure as Code). Weitere gemessene Effekte in denselben Projekten: Build-Zeit −70 %, Change Failure Rate −75 %, manuelle Schritte pro Release −100 %, Deployment-Frequenz rund verzehnfacht. Marktseitige Einordnung: Mordor Intelligence (DevOps-Marktvolumen 2026: 19,57 Mrd. USD, CAGR 21,33 %) und die DORA-Forschung. Ihre Ausgangslage bestimmt das Ergebnis — der Reifegrad-Check gibt die erste Einordnung.

Stillstand ist nur einer von drei Kostenblöcken. Wie sich Stillstand, manuelle Rollouts und spät entdeckte Fehler zu einer Jahresbilanz addieren, zeigt der Beitrag Kosten senken mit Industrial DevOps: drei Rechnungen. Für die eigenen Zahlen: ROI-Rechner.

/03

NIS2, CRA, IEC 62443 und EU AI Act: Was verlangen die vier Regelwerke von der Pipeline?

Vier Adressatenkreise, eine gemeinsame Anforderung: Sicherheit und Nachvollziehbarkeit müssen im Entwicklungsprozess entstehen, nicht in einem nachgelagerten Audit. NIS2 verlangt Risikomanagement, Incident-Response, Supply-Chain-Security und die Meldung erheblicher Vorfälle binnen 24 Stunden; die Geschäftsleitung haftet persönlich. Der Cyber Resilience Act folgt einem Stufenplan: seit 11.06.2026 sind Konformitätsbewertungsstellen benannt, ab 11.09.2026 gilt die 24-Stunden-Meldepflicht für aktiv ausgenutzte Schwachstellen an die ENISA, ab 11.12.2027 ist die Verordnung vollständig anwendbar — verlangt werden SBOM, Schwachstellenmanagement über den Lebenszyklus und Security-Updates über mindestens fünf Jahre.

Die IEC 62443 ist in der Pipeline als automatisiertes Quality Gate umsetzbar: Jedes Deployment wird gegen die Anforderungen seiner Zielzone geprüft. Beim EU AI Act gelten die Pflichten für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit dem 02.08.2026; die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III wurden durch die Verordnung (EU) 2026/1744 auf den 02.12.2027 verschoben, für regulierte Produkte nach Anhang I auf den 02.08.2028. Pipeline-relevant sind dort Modellversionierung, Herkunftsnachweis der Trainingsdaten, Audit-Trail und dokumentierte menschliche Aufsicht.

Die gute Nachricht: Eine sauber aufgesetzte Pipeline erfüllt einen großen Teil dieser Anforderungen als Nebenprodukt. Automatisch erzeugte Stücklisten, signierte Artefakte mit Herkunftsnachweis, Compliance-Regeln als Code und lückenlose Audit-Trails machen eine Organisation dauerhaft prüfbereit. Details auf der Leistungsseite DevSecOps & Compliance.

/04

Wie wählt man den richtigen Piloten aus?

Fünf Kriterien. Relevanz: Der Pilot adressiert einen echten Schmerzpunkt, etwa langsame SPS-Release-Zyklen — kein Randthema. Überschaubarkeit: ein abgegrenztes System, ein Team, eine Anlage oder Linie. Messbarkeit: Baseline-Werte existieren oder lassen sich in Phase 1 erheben. Sichtbarkeit: Das Ergebnis ist für Management und Nachbarteams erkennbar — der Pilot soll überzeugen, nicht nur funktionieren. Vertretbares Risiko: Ein Rollback ist jederzeit möglich, die Produktionssicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Im Workshop stellen Sie zwei bis drei Kandidaten aus Ihrem Haus gegeneinander und entscheiden am Ende von Tag 1 begründet — inklusive der Kandidaten, die durchfallen. Auch das ist ein Ergebnis.

/05

Was passiert nach Tag 90?

Auf Basis der Ergebnisse entsteht die Entscheidungsvorlage: Welche Teams und Systeme folgen als Nächstes, welche Investitionen in Plattform, Schulung und Personal sind nötig? Der vollständige Rollout dauert je nach Komplexität 6 bis 12 Monate. Bewährte Muster sind Communities of Practice, ein zentrales Plattform-Team mit Self-Service-Angeboten und die schrittweise Einführung von SRE-Praktiken mit Service Level Objectives und Error Budgets.

Für den Betrieb danach gibt es zwei Modelle: Das Unternehmen übernimmt Pipeline und Plattform vollständig selbst — oder der laufende Betrieb inklusive Pflege der Security-Gates wird ausgelagert. Beides ist legitim; die Entscheidung hängt an der Kapazität, nicht am Anspruch. Mehr dazu unter Automation as a Service.

16
// 16Häufige Fragen

Was Teilnehmer
vorher fragen.

Q.01
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den Industrial-DevOps-Workshop?
Keine technischen. Der Workshop richtet sich an Entscheider und technische Verantwortliche gleichermaßen — Sie brauchen weder Programmier- noch CI/CD-Erfahrung. Hilfreich ist, was Sie ohnehin im Kopf haben: eine grobe Vorstellung davon, wie eine Änderung heute von der Anforderung bis auf die Anlage kommt, und welche Engineering- und Build-Werkzeuge im Einsatz sind. Wenn Zahlen zu Ausfällen und Release-Häufigkeit vorliegen, bringen Sie sie mit; wenn nicht, erarbeiten wir sie im Workshop.
Q.02
Was ist Industrial DevOps?
Industrial DevOps überträgt bewährte DevOps-Prinzipien — Continuous Integration, Continuous Delivery, Infrastructure as Code und automatisiertes Testen — auf cyber-physische Systeme in Maschinenbau, Fertigung und Industrie 4.0. Statt Web-Anwendungen laufen TIA-Portal-Projekte, CODESYS-Programme, SCADA-Konfigurationen und Edge-Gateway-Software durch automatisierte Build-, Test- und Deployment-Strecken. Die Besonderheiten der Betriebstechnik — lange Build-Zeiten, Hardware-Abhängigkeiten, Wartungsfenster, Freigabeprozesse und Safety-Anforderungen nach IEC 62443 — werden dabei nicht ignoriert, sondern in das Pipeline-Design eingearbeitet.
Q.03
Warum 90 Tage — und nicht sechs oder zwölf Monate?
90 Tage sind lang genug für einen vollständigen Zyklus aus Analyse, Design, Umsetzung und Messung, und kurz genug, um Fokus zu erzwingen. Der häufigste Einwand lautet, das Team habe dafür gerade keine Kapazität. Genau deshalb beginnt der Fahrplan mit einer Analyse, die nur wenige Stunden je beteiligter Person bindet, und setzt anschließend auf ein Pilotprojekt statt auf einen Komplett-Umbau. Die vollständige Transformation einer Organisation dauert typischerweise 12 bis 18 Monate — aber niemand sollte monatelang auf den ersten Beleg warten, dass der Ansatz trägt.
Q.04
Was nehme ich aus den zwei Tagen konkret mit?
Vier ausgefüllte Arbeitsinstrumente für Ihr Unternehmen: ein Reifegrad-Profil über fünf Dimensionen mit Benchmark und drei priorisierten Hebeln, eine Wertstromkarte mit den tatsächlichen Wartezeiten und Übergaben, einen freigabefähigen Pilot-Plan auf zwei Seiten mit vierzehn Feldern und ein KPI-Zielblatt mit Baseline und Zielwert für Tag 90. Dazu die dokumentierte Tool-Entscheidung, die Vorlagensammlung als Git-Repository und ein Cheat-Sheet mit den acht KI-Prompts aus dem Workshop.
Q.05
Welche Phasen hat der 90-Tage-Fahrplan?
Vier aufeinander aufbauende Phasen, jede mit einem Quality Gate: Assess (Tag 1–20) liefert den Reifegrad-Report mit Benchmark und priorisierten Hebeln. Design (Tag 21–40) endet mit dem freigegebenen Pilot-Plan inklusive Erfolgskriterien. Implement (Tag 41–75) ist die längste Phase und liefert eine lauffähige Pipeline mit ersten automatisierten Deployments. Optimize (Tag 76–90) schließt mit dem KPI-Report Baseline gegen Ist und der Entscheidungsvorlage für den Rollout. Wird ein Gate nicht erreicht, wird nachgesteuert, bevor weiter investiert wird.
Q.06
Wie wählt man den richtigen Piloten aus?
Nach fünf Kriterien: Relevanz (adressiert einen echten Schmerzpunkt, kein Randthema), Überschaubarkeit (ein abgegrenztes System, ein Team, eine Linie), Messbarkeit (Baseline-Werte existieren oder lassen sich erheben), Sichtbarkeit (das Ergebnis ist für Management und Nachbarteams erkennbar) und vertretbares Risiko (Rollback jederzeit möglich, Produktionssicherheit nie gefährdet). Der häufigste Fehler ist die Auswahl nach Tool-Präferenz statt nach Schmerzpunkt: Der Pilot funktioniert dann technisch, überzeugt aber niemanden. Im Workshop stellen Sie zwei bis drei Kandidaten gegeneinander.
Q.07
Welche Kennzahlen misst man in einer Produktionsumgebung?
Die vier DORA-Metriken — Deployment Frequency, Lead Time for Changes, Change Failure Rate und Time to Restore — ergänzt um OT-spezifische Kennzahlen: ungeplante Anlagenstillstände, Release-Zyklus der Steuerungssoftware, manuelle Schritte pro Release, Testabdeckung im Steuerungscode und die Zeit bis zur Erkennung einer Schwachstelle. Wichtig ist die Reihenfolge der Optimierung: erst Stabilität, dann Geschwindigkeit. In der Produktion ist Verlässlichkeit die Voraussetzung für Tempo, nicht umgekehrt. Alle Werte werden automatisiert aus Pipeline- und Monitoring-Systemen erhoben.
Q.08
Ist CI/CD für SPS-Programme wie TIA Portal oder CODESYS überhaupt möglich?
Ja. Engineering-Umgebungen gelten oft als nicht automatisierbar, weil die Bedienung über die grafische Oberfläche gedacht wird — tatsächlich fehlt meist nur der Einstieg über die Programmierschnittstellen. Das TIA Portal lässt sich über die Openness-API ansteuern, CODESYS über den Automation Server. Getestet wird gegen Simulation (etwa PLCSIM Advanced) und, wo Prüfstände verfügbar sind, ergänzt um Hardware-in-the-Loop. Im Workshop bauen wir die sechsstufige Pilot-Pipeline an einem Beispielprojekt auf und übertragen sie auf Ihren Kontext.
Q.09
Welches CI/CD-Werkzeug passt in eine OT-Umgebung?
Das hängt am Kontext, nicht am Funktionsumfang. Jenkins bietet die größte Flexibilität und eignet sich besonders dort, wo bestehende Infrastruktur eingebunden und SPS-Builds automatisiert werden müssen. GitLab CI punktet als All-in-One-Plattform, Azure DevOps in Microsoft-geprägten Umgebungen, GitHub Actions durch die niedrige Einstiegshürde, ArgoCD für GitOps-Deployments auf Kubernetes und Edge-Clustern. Im Workshop wenden Sie die Entscheidungsmatrix über neun industrielle Kriterien — darunter Air-Gap-Fähigkeit, Eignung für SPS-Builds und Self-Hosted Runner in der OT-Zone — auf Ihre Ausgangslage an und dokumentieren die Entscheidung mit Begründung.
Q.10
Was verlangen NIS2, CRA, IEC 62443 und der EU AI Act konkret?
Alle vier laufen auf dieselbe Anforderung zu: Sicherheit und Nachvollziehbarkeit müssen im Entwicklungsprozess entstehen, nicht in einem nachgelagerten Audit. NIS2 fordert Risikomanagement, Incident-Response, Supply-Chain-Security und die Meldung erheblicher Vorfälle binnen 24 Stunden. Der Cyber Resilience Act verlangt SBOM, Schwachstellenmanagement über den Lebenszyklus und Security-Updates über mindestens fünf Jahre; die 24-Stunden-Meldepflicht an die ENISA gilt ab 11.09.2026, vollständig anwendbar ist die Verordnung ab 11.12.2027. Die IEC 62443 lässt sich als automatisiertes Quality Gate abbilden, das jedes Deployment gegen die Anforderungen seiner Zielzone prüft. Beim EU AI Act gelten die GPAI-Pflichten seit 02.08.2026; die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III wurden durch die Verordnung (EU) 2026/1744 auf den 02.12.2027 verschoben, für regulierte Produkte nach Anhang I auf den 02.08.2028.
Q.11
Welche Rolle spielt KI in dem Workshop?
Eine unterstützende, keine tragende. KI nimmt Ihnen weder die Pilot-Entscheidung noch die Arbeitsvereinbarung zwischen IT und OT ab — das sind Führungsaufgaben. Bei der Auswertung von Interviews und Ticket-Daten, beim ersten Pipeline-Entwurf, bei SBOM- und Policy-Stages und beim Management-Reporting spart sie dagegen ganze Tage. Wir zeigen acht erprobte Prompts, zwei je Phase, und sagen an jeder Stelle dazu, wo der Einsatz nichts beiträgt. KI-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer tiefer in die werkzeugnahe KI-Arbeit einsteigen will, ist in unseren Jenkins- und ArgoCD-Workshops richtig.
Q.12
Können wir eigene Zahlen und Projekte mitbringen?
Ausdrücklich erwünscht — der Workshop lebt davon. Je konkreter Ihre Ausgangslage, desto belastbarer der Fahrplan am Ende. Nützlich sind: eine grobe Beschreibung des heutigen Ablaufs, die Liste der Engineering- und Build-Werkzeuge, Zahlen zu ungeplanten Ausfällen und Release-Häufigkeit sowie zwei bis drei Kandidaten für den Piloten. Vertraulichkeit ist selbstverständlich; auf Wunsch schließen wir vorab eine Geheimhaltungsvereinbarung.
Q.13
Offener Termin oder Inhouse — was passt besser?
Bei diesem Workshop empfehlen wir Inhouse deutlicher als bei unseren Tool-Workshops. Der Fahrplan wird ungleich konkreter, wenn IT und OT aus demselben Haus gemeinsam im Raum sitzen und dieselbe Wertstromkarte zeichnen — genau dort entstehen die Arbeitsvereinbarungen, an denen Initiativen sonst scheitern. Der offene Termin lohnt sich, wenn Sie zunächst für sich einordnen wollen, wo Ihr Unternehmen steht, oder wenn nur eine Person entsandt wird. Inhouse-Workshops sind ab vier Teilnehmern buchbar und werden auf Ihre Normen, Werkzeuge und Anlagen zugeschnitten.
Q.14
Kann der Workshop auch remote stattfinden?
Ja, sowohl vor Ort in Puchheim bei München als auch remote per Videokonferenz. Bei Remote-Terminen arbeiten wir mit einem geteilten Whiteboard für Wertstrom-Mapping und Reifegradanalyse sowie einer vorbereiteten Beispielumgebung für die Pipeline-Module. Der Praxisanteil von rund 70 % bleibt identisch. Für Inhouse-Workshops mit gemischten IT/OT-Gruppen empfehlen wir das Präsenzformat — die Abstimmung zwischen den beiden Welten läuft im selben Raum spürbar leichter.
Q.15
Was kostet der Industrial-DevOps-Workshop?
Der offene Workshop kostet 1.890 € netto pro Teilnehmer (zzgl. 19 % USt.) — inklusive aller Vorlagen als Git-Repository, dem Whitepaper „Industrial DevOps in 90 Tagen", dem Prompt-Cheat-Sheet und einer Teilnahmebestätigung über 16 Stunden. Inhouse-Workshops für Teams ab 4 Teilnehmern werden auf Ihre Anlagen, Werkzeuge und Compliance-Anforderungen zugeschnitten; der Tagessatz kommt auf Anfrage. Vor jeder Buchung steht ein kostenloses Erstgespräch von 30 Minuten — zeigt sich darin, dass ein Workshop bei Ihnen nicht das richtige Mittel ist, sagen wir Ihnen das auch.
Q.16
Was unterscheidet diesen Workshop von den Jenkins- und ArgoCD-Workshops?
Die Ebene. Dieser Workshop klärt, was gebaut wird, in welcher Reihenfolge und woran der Erfolg gemessen wird — er endet mit einem Fahrplan, nicht mit einer Pipeline. Die Jenkins- und ArgoCD-Workshops setzen dort an, wo die Entscheidung gefallen ist, und bauen die Technik: Konfiguration als Code, Härtung und Monitoring beim Admin-Workshop, Pipeline-Entwicklung und Shared Libraries beim Pipeline-Workshop, GitOps-Auslieferung beim ArgoCD-Workshop. In der Praxis buchen Teams häufig zuerst diesen Workshop und danach den, auf den die Tool-Entscheidung fällt.
Q.17
Erhalte ich ein Zertifikat?
Sie erhalten eine Teilnahmebestätigung mit den behandelten Inhalten und dem Umfang von 16 Stunden. Es handelt sich um kein herstellergebundenes Zertifizierungsprogramm — Comquent schult herstellerunabhängig und ohne Bindung an einen Werkzeuganbieter. Für Weiterbildungsnachweise gegenüber Personalabteilung oder Auditoren ist die Teilnahmebestätigung in der Regel ausreichend.
// Ihr Format1 Klick, anonym

Welches Format passt bei Industrial DevOps besser zu Ihrem Team?

Den Workshop gibt es als offenen Termin und als Inhouse-Format im eigenen Team. Sagen Sie uns mit einem Klick, was für Sie näher liegt — den passenden Weg zeigen wir direkt danach.

// Nächster Schritt

Erstgespräch.
Kostenlos.
90 Tage zum Ergebnis.

Wir klären gemeinsam, wie Sie in 90 Tagen die ersten messbaren Industrial-DevOps-Erfolge erzielen.

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