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DevOps Glossar·OT / Industrial·Zuletzt geprüft

OT (Operational Technology)

// Direkte Antwort

Was ist Operational Technology?

Operational Technology umfasst Hard- und Software, die physische Prozesse überwacht und steuert, etwa Produktionsanlagen, SPS-Steuerungen, SCADA-Systeme und Sensoren. Im Gegensatz zur IT, die Daten verarbeitet, wirkt OT direkt auf die physische Welt und muss deshalb andere Prioritäten setzen: Verfügbarkeit und Safety vor Flexibilität. CI/CD-Pipelines für OT brauchen daher OT-Proxy-Agents, Wartungsfenster und Production-Lock-Mechanismen, die etwa IndustrialFlow mitbringt.

Auch bekannt als: OT · Operational Technology · Betriebstechnologie · Operative Technologie

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// Im DetailOT (Operational Technology)

In der OT sitzt Software unmittelbar im Regelkreis einer Maschine. Eine SPS liest Sensoren, entscheidet und schaltet Aktoren, und ein Fehler zeigt sich als stehende Linie oder als Gefahr für Menschen. Daraus folgen andere Prioritäten als in der IT. Die IT gewichtet klassisch Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit und kann ein System zur Not neu starten. OT kehrt die Reihenfolge um. Verfügbarkeit und vor allem Safety, also der Schutz von Menschen und Anlage, stehen vorn, weil ein ungeplanter Neustart jemanden verletzen oder eine Charge vernichten kann. Ein Patch, den die IT am Dienstagabend automatisch verteilt, kommt in der OT erst ins nächste Wartungsfenster und nur nach einem Funktionstest. Der automatische Rollout, der eine laufende Linie in den unkontrollierten Stopp zieht, ist genau der Vorfall, den jeder Produktionsleiter fürchtet und mancher schon erlebt hat.

OT-Systeme sind außerdem langlebig. Steuerungen laufen 15 bis 25 Jahre, Bedienrechner oft auf längst abgekündigten Windows-Versionen. Gebaut wurden sie für isolierte Netze, nicht für Angriffe aus dem Internet. Mit der IT/OT-Konvergenz hängen sie heute an denselben Netzen wie ERP-System und Cloud, und Security wird zur Kernfrage. Der etablierte Rahmen ist IEC 62443 mit seinem Zonen- und Conduit-Modell. Es teilt das Netz in Zonen mit gleichem Schutzbedarf und erlaubt Verbindungen zwischen ihnen nur über definierte Übergänge, die Conduits. Dazu kommt die Regulierung. In Deutschland gilt seit dem 6. Dezember 2025 das NIS2-Umsetzungsgesetz, das auch viele Fertigungsunternehmen erfasst und die Geschäftsleitung für das Risikomanagement in die Haftung nimmt. Der EU Cyber Resilience Act verlangt von Herstellern vernetzter Produkte Security über den gesamten Lebenszyklus, seine Meldepflichten gelten seit dem 11. September 2026.

Für Industrial DevOps heißt das: Versionierung, automatisierte Tests und CI/CD lassen sich übertragen, solange sie die OT-Prioritäten respektieren. Deployments in OT-Zielsysteme laufen über OT-Proxy-Agents, halten Wartungsfenster ein, prüfen den Maschinenstatus und protokollieren jeden Schritt. Der häufigste Stolperstein ist der direkte Kulturtransfer aus der IT. Wer in der Halle mit Move-fast-and-break-things auftritt, hat die Instandhaltung gegen sich, bevor das erste Artefakt gebaut ist. Wie weit beide Welten anfangs auseinanderliegen, zeigt schon das Wort „Release“. Für die IT ist das ein Dienstagnachmittag, für die OT ein geplanter Stillstand mit Freigabeprotokoll. Schwierig wird ein Konvergenz-Projekt, wenn niemand diese Übersetzungsarbeit übernimmt.

// Beispiele aus der Praxis2 Szenarien
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Firmware fertig, Deployment wartet auf das Wartungsfenster

Ein Hersteller spielte SPS-Firmware bisher ein, wenn ein Techniker gerade Zeit hatte, gelegentlich auch während der Schicht. Heute erzeugt die CI/CD-Pipeline das geprüfte Artefakt jederzeit, der Deploy selbst wartet auf das definierte Wartungsfenster und die Freigabe des Produktionsverantwortlichen. Die Entwicklung arbeitet in ihrem eigenen Takt, und die Linie steht nur, wenn sie ohnehin stehen soll.

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Vom flachen Netz zu Zonen nach IEC 62443

Bei einem Automobilzulieferer konnte ein Büro-PC über das flache Netz eine Steuerung in der Halle direkt erreichen. Heute trennt das Unternehmen Office-IT, eine Fertigungs-DMZ und einzelne OT-Zellen als Zonen, verbunden nur über kontrollierte Conduits. IT-Werkzeuge sprechen mit OT-Systemen ausschließlich über geprüfte, protokollierte Übergänge, und ein kompromittierter Büro-PC kommt nicht mehr bis zur Steuerung.

// Welcher Weg passt?OT (Operational Technology)
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// Häufige FragenFAQ
Wofür steht die Abkürzung OT?
OT steht für Operational Technology, auf Deutsch auch Betriebstechnik oder operative Technologie. Gemeint ist die Hard- und Software, die physische Prozesse in der Industrie direkt steuert und überwacht, etwa SPS, SCADA, verteilte Leitsysteme (DCS) und Sensorik. Im Unterschied zur IT, die Informationen verarbeitet, wirkt OT unmittelbar auf Maschinen und Anlagen.
Was ist der Unterschied zwischen IT und OT?
IT verarbeitet und verwaltet Daten und priorisiert Vertraulichkeit, ein System lässt sich notfalls neu starten. OT steuert physische Prozesse und priorisiert Verfügbarkeit und Safety, weil ein ungeplanter Ausfall Menschen gefährden oder die Produktion stoppen kann. OT-Systeme sind zudem deutlich langlebiger, oft 15–25 Jahre, und laufen häufig auf abgekündigten Betriebssystemen. Deshalb lassen sich IT-Praktiken wie der automatische Patch-Rollout nicht eins zu eins übertragen, OT-Security setzt stärker auf Segmentierung und Wartungsfenster.
Was ist der Unterschied zwischen OT und IoT?
OT steuert physische Prozesse, meist in abgeschotteten Netzen und mit festen Reaktionszeiten, IoT verbindet Geräte und Sensoren mit einer Cloud oder dem Internet, um Daten zu sammeln. Die Schnittmenge heißt Industrial IoT (IIoT): Sensoren und Edge Gateways, die Daten aus der OT abgreifen und in die IT bringen. Ein Vibrationssensor, der Messwerte eines Motors in die Cloud schickt, steuert nichts. Die SPS, die denselben Motor bei Überlast abschaltet, ist OT.
Was sind Beispiele für OT-Systeme?
Zur OT zählen SPS und Robotersteuerungen, SCADA-Systeme, verteilte Leitsysteme (DCS), HMI-Panels an der Maschine, Sensoren und Aktoren auf der Feldebene sowie industrielle Netzwerktechnik wie Feldbusse und Edge Gateways. Auch Gebäudeleittechnik und Energiemanagement gehören dazu. Gemeinsam ist allen, dass sie physische Prozesse steuern oder überwachen, ein Ausfall trifft deshalb sofort die Produktion.
Welche Rolle spielt IEC 62443 für OT?
IEC 62443 ist die maßgebliche Normenreihe für Cybersicherheit in der industriellen Automatisierung. Ihr Zonen- und Conduit-Modell teilt Netzwerke in abgegrenzte Bereiche mit definierten Übergängen und legt Security-Level fest. Auf dieser Grundlage lassen sich OT-Systeme in vernetzte, CI/CD-getriebene Umgebungen einbinden, ohne die Segmentierung aufzugeben.
Warum ist OT-Security eine Managementaufgabe?
Weil die Regulierung sie dorthin verschoben hat. In Deutschland verpflichtet das NIS2-Umsetzungsgesetz seit dem 6. Dezember 2025 auch viele Fertigungsunternehmen zu Risikomanagement und Meldeprozessen, und die Geschäftsleitung muss die Maßnahmen umsetzen und überwachen. Parallel verlangt der EU Cyber Resilience Act Security über den Produktlebenszyklus. Wer OT-Systeme betreibt, braucht deshalb belegbare Segmentierung, Patch-Prozesse und Audit-Trails. Die gewachsene Insellösung, die nur der Instandhalter kennt, besteht diese Prüfung nicht.
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// Quellen und Referenzen3 Quellen

Weiterführende Primärquellen zu OT (Operational Technology): Normtexte, Hersteller- und Projektdokumentation. Alle Ziele öffnen in einem neuen Tab.

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