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DevOps Glossar·OT / Industrial·Zuletzt geprüft

Maschinenstillstand

// Direkte Antwort

Was ist ein Maschinenstillstand?

Ein Maschinenstillstand ist jeder Zeitraum, in dem eine Anlage nicht produziert, obwohl sie nach Plan produzieren sollte. Die Kennzahlensprache der ISO 22400 ordnet ihn den Verfügbarkeitsverlusten zu, der ersten der drei OEE-Komponenten neben Leistung und Qualität. Typische Ursachen sind Verschleiß, Materialmangel, Rüstvorgänge, Kurzstillstände und Bedienfehler; hinzu kommt eine Klasse, die in Wartungsstatistiken selten auftaucht: der Software-Stand der Steuerung. In der diskreten Fertigung liegen die Kosten je nach Branche bei 10.000 bis 50.000 Euro pro Stunde.

Auch bekannt als: Anlagenstillstand · Stillstandszeit · Stillstandszeiten · Ausfallzeit · Downtime · Bandstillstand · Produktionsstillstand

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// Im DetailMaschinenstillstand

Ob eine Anlage steht, merkt jeder in der Halle. Wie viel Stillstand es war, zeigt erst die Rechnung. Nach ISO 22400 misst die Verfügbarkeit, wie lange die Anlage tatsächlich produziert hat, im Verhältnis zur geplanten Belegungszeit. Geplante Stillstände wie Wartung, Pausen oder Betriebsruhe liegen außerhalb dieser Belegungszeit und drücken die Verfügbarkeit deshalb nicht. Jede Minute, in der die Anlage innerhalb der Belegungszeit steht, zählt dagegen als Verlust. Die Verfügbarkeit ist die erste der drei OEE-Komponenten, neben Leistung und Qualität. Damit die Zahl etwas taugt, muss zu jedem Stillstand ein Grund erfasst werden, von Hand am Terminal oder automatisch über Betriebsdatenerfassung und MES.

Die üblichen Gründe sind gut bekannt. Mechanik, Elektrik und Pneumatik verschleißen, Material oder Zukaufteile fehlen, Werkzeug- und Produktwechsel dauern lange, und Bediener machen Fehler. Dazu kommen Kurzstillstände, im Englischen Micro-Stops, also Unterbrechungen von wenigen Minuten durch Materialstau oder einen blockierten Sensor. Einzeln fällt so ein Stopp kaum auf, und kaum jemand trägt ihn ins Schichtprotokoll ein. Über eine Schicht können zwanzig davon aber mehr Laufzeit kosten als ein einzelner großer Ausfall.

Gegen diese Gründe gibt es einen eingeführten Werkzeugkasten. Eine lückenlose Erfassung der Stillstandsgründe liefert die Datenbasis. Eine Pareto-Analyse sortiert die Gründe nach verlorener Zeit, und das Team stellt die drei bis fünf größten zuerst ab. Total Productive Maintenance (TPM) und Predictive Maintenance verlagern die Instandhaltung vom Reagieren ins Vorbeugen. SMED (Single Minute Exchange of Die) verkürzt Rüstzeiten, indem Arbeiten, die bisher an der stehenden Maschine liefen, vorher erledigt werden.

Eine Ursache taucht in diesem Werkzeugkasten nicht auf, weil sie erst mit der Digitalisierung der Anlagen gekommen ist. Das ist der Software-Stand der Steuerung. Ein Parameter wird überschrieben, ein Update hat keinen Rückweg, oder der letzte funktionierende Stand eines SPS-Projekts liegt nur auf einem Netzlaufwerk, von dem niemand weiß, ob er aktuell ist. In Wartungsstatistiken landen solche Vorfälle meist als Bedienfehler und bekommen deshalb kein Budget. Mehr Wartung oder bessere Sensorik ändert daran nichts. Was hilft, ist ein versionierter Steuerungsstand, auf den sich zurückrollen lässt. Das senkt weniger die Zahl der Vorfälle als ihre Dauer. Ob eine Linie nach sechs Stunden oder nach zwanzig Minuten wieder läuft, hängt daran, ob es einen letzten bekannten guten Stand gibt.

// Beispiele aus der Praxis3 Szenarien
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Zwanzig Kurzstillstände pro Schicht, die niemand notierte

Ein Werk hat Unterbrechungen unter fünf Minuten bisher nur gelegentlich im Schichtprotokoll vermerkt. Jetzt erfasst die Betriebsdatenerfassung jede Unterbrechung automatisch mit Station und Dauer. Die Pareto-Auswertung zeigt, dass drei Sensorpositionen zwei Drittel aller Micro-Stops verursachen. Die Instandhaltung justiert die drei Sensoren an einem Tag, statt ein Quartal lang einzelne Störungen zu jagen.

/02

Rollback um drei Uhr nachts statt Rekonstruktion bis zum Morgen

Nach einem fehlgeschlagenen Steuerungsupdate steht eine Linie um drei Uhr nachts. Früher hätte der Bereitschaftstechniker den alten Stand aus Sicherungen und Notizen zusammengesucht. Weil der letzte freigegebene Stand in Git liegt und die Pipeline ihn zurückspielen kann, läuft die Anlage nach zwanzig Minuten wieder statt nach einer halben Schicht.

/03

Eigene Störungskategorie für softwarebedingte Stillstände

Bei einem Betreiber landeten Ausfälle nach Steuerungsänderungen bisher unter „Bedienfehler“ oder „Sonstiges“. Er führt in der Störungserfassung eine eigene Kategorie für softwarebedingte Stillstände ein. Nach zwei Quartalen kann er belegen, welcher Anteil der Ausfallzeit auf den Änderungsprozess der Steuerungssoftware geht, und das Budget für Versionierung wird eine Rechnung statt eines Bauchgefühls.

// Häufige FragenFAQ
Was kostet eine Stunde Maschinenstillstand?
In der diskreten Fertigung liegen die Kosten je nach Branche und Anlagengröße bei 10.000 bis 50.000 Euro pro Stunde, in der Automobilfertigung deutlich darüber. Die Rechnung setzt sich aus dem entgangenen Deckungsbeitrag, dem weiterlaufenden Maschinenstundensatz aus Abschreibung, Energie und Personal sowie Folgekosten aus Lieferverzug und Vertragsstrafen zusammen. Für die eigene Anlage lohnt es sich, diese drei Posten einmal mit echten Zahlen durchzurechnen, bevor über Budgets für Vorbeugung gesprochen wird.
Was ist der Unterschied zwischen geplantem und ungeplantem Stillstand?
Ein geplanter Stillstand steht im Plan und ist budgetiert, etwa Wartung, Umbau oder Betriebsruhe. Ein ungeplanter Stillstand tritt durch eine Störung ein und kostet zusätzlich, weil weder Ersatzkapazität noch Personal darauf vorbereitet sind. In der Verfügbarkeit nach ISO 22400 zählt nur der ungeplante Stillstand als Verlust, weil geplante Stillstände außerhalb der geplanten Belegungszeit liegen.
Welche Rolle spielt die Instandhaltung bei Maschinenstillständen?
Die Instandhaltung deckt die mechanisch und elektrisch bedingten Ursachen ab, also Verschleiß, Ersatzteile und vorbeugende Wartung nach TPM oder Predictive Maintenance. Damit erreicht sie den größten Teil der klassischen Stillstandsgründe. Softwarebedingte Ausfälle liegen außerhalb ihres Werkzeugkastens. Ein falscher Steuerungsstand braucht Versionskontrolle und einen definierten Rückweg, keinen Schraubenschlüssel.
Wie lassen sich ungeplante Maschinenstillstände reduzieren?
Zuerst erfassen Sie die Gründe lückenlos, dann stellen Sie per Pareto-Analyse die drei bis fünf größten gezielt ab. Gegen verschleißbedingte Ausfälle helfen TPM und Predictive Maintenance, gegen lange Rüstzeiten SMED. Gegen softwarebedingte Ausfälle helfen die Versionierung des Steuerungscodes, automatisierte Tests vor dem Rollout und ein geprüfter Rückweg auf den letzten funktionierenden Stand.
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// Quellen und Referenzen3 Quellen

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