Was bedeutet CI/CD konkret?
CI/CD steht für Continuous Integration und Continuous Delivery. Continuous Integration sorgt dafür, dass jede Code-Änderung automatisch gebaut und getestet wird. Continuous Delivery stellt sicher, dass getesteter Code jederzeit per Knopfdruck in Produktion gehen kann.
Auch bekannt als: Continuous Integration · Continuous Delivery · CI CD · Kontinuierliche Integration und Auslieferung
Ist CI/CD bei Ihnen gerade ein Thema?
Wir fragen kurz, wie dringend das Thema bei Ihnen gerade ist. Je nach Antwort zeigen wir Ihnen direkt den passenden nächsten Schritt — ganz ohne Formular.
Alles beginnt mit einem Commit. Entwickler führen ihre Änderungen mindestens einmal täglich in einen gemeinsamen Hauptbranch zusammen, und ein CI-Server wie Jenkins oder GitLab CI baut daraufhin den Code und startet die automatisierten Tests. Schlägt ein Test fehl, erfährt es der Verursacher nach wenigen Minuten, solange er die Änderung noch im Kopf hat. Hier setzt Continuous Delivery an. Aus jedem grünen Build entsteht ein versioniertes Artefakt, das unverändert bis in die Staging-Umgebung wandert und von dort jederzeit in Produktion gehen kann.
Das D in CI/CD steht meist für Delivery, gelegentlich für Deployment, und der Unterschied steckt im letzten Schritt. Bei Continuous Delivery gibt ein Mensch die Produktion frei. Bei Continuous Deployment übernimmt die Pipeline auch diesen Schritt. In regulierten Industrien ist das keine Wortklauberei. Freigaben müssen dort dokumentiert und oft an Wartungsfenster oder Audits gebunden sein, deshalb bleibt der letzte Knopfdruck bewusst beim Menschen.
In der Industrie zählt die Wiederholbarkeit mehr als das Tempo. Entsteht ein SPS-Programm, ein Firmware-Image oder ein Backend-Service immer über dieselbe automatisierte Strecke, lässt sich jeder Build auf Commit, Compiler-Version und Testergebnis zurückführen. Genau diese Nachweise fragen Assessments nach ASPICE (Automotive SPICE), Sicherheitsnachweise nach ISO 26262 und Audits nach der Security-Norm IEC 62443 ab.
Einführungen scheitern typischerweise an drei Stellen. CI/CD wird als Tooling-Projekt gestartet, die Arbeitsweise im Team bleibt dieselbe. Tests werden erst automatisiert, wenn die Pipeline schon steht. Oder die Strecke wird so langsam, dass Entwickler sie umgehen. Eine CI-Schleife, die länger als zehn Minuten bis zum Feedback braucht, wartet in der Praxis niemand mehr ab. Wie teuer der manuelle Weg ist, zeigt sich meist an einem Freitag. Der Release-Build soll raus, der einzige Kollege, der ihn zusammenbauen kann, ist im Urlaub, und niemand weiß, welche Umgebungsvariablen er lokal gesetzt hat.
Zwei Entwicklungen prägen CI/CD im Jahr 2026. Die Lieferkette ist selbst zum Prüfgegenstand geworden: Signierte Artefakte, eine SBOM (Software Bill of Materials, die Stückliste aller Komponenten) und Provenance-Nachweise nach dem Framework SLSA laufen als feste Stages mit, getrieben durch Cyber Resilience Act und NIS2. Außerdem übernehmen KI-Assistenten Routinearbeit an der Pipeline, erklären fehlgeschlagene Builds aus dem Log und schreiben Pipeline-Definitionen für bestehende Projekte vor. Der Abstand zwischen den Teams bleibt groß. Laut DORA-Report 2024 liefern Elite-Teams bei Bedarf mehrmals täglich aus, Low Performer zwischen einmal im Monat und einmal im Halbjahr. In unseren Projekten liegt dieser Abstand selten am Tool, meist an den manuellen Schritten zwischen Build und Produktion.
Traceability-Nachweis für das ASPICE-Assessment kommt aus dem Build
Ein Steuergeräte-Hersteller trug vor jedem Assessment Anforderungen, Code-Stände und Testergebnisse von Hand in Tabellen zusammen. Heute verknüpft die CI-Strecke bei jedem Build die Anforderungs-ID mit Commit und Testlauf und legt den Bericht als Artefakt ab. Vor dem Assessment exportiert das Team den Stand, statt ihn wochenlang zu rekonstruieren.
Maschinenbauer löst den Release-Build vom Laptop eines Entwicklers
Releases entstanden bisher auf dem Rechner eines einzelnen Entwicklers, mit lokal installierten Compilern und undokumentierten Flags. Das Team hat den Ablauf in eine Pipeline übertragen, die auf einem Build-Agent mit festgelegter Toolchain läuft. Seitdem baut jeder im Team ein identisches Release, und neue Kollegen lesen den Build-Prozess in der Pipeline-Definition nach.
Welches CI/CD-Tool passt zu Ihrer Umgebung?
Ob Jenkins, GitLab oder Azure DevOps — die beste Wahl hängt weniger am Feature-Vergleich als an Ihrer Infrastruktur. Zwei Klicks zeigen das Tool, das zu Ihrer Umgebung passt.
Wo läuft Ihre Infrastruktur überwiegend?
- Was ist der Unterschied zwischen CI und CD?
- Continuous Integration (CI) automatisiert das Zusammenführen, Bauen und Testen jeder Codeänderung in einem gemeinsamen Branch. Continuous Delivery (CD) baut darauf auf und hält jeden getesteten Stand jederzeit freigabefähig für die Produktion. CI sichert also die Codebasis, CD die Auslieferbarkeit.
- Brauche ich für CI/CD zwingend die Cloud?
- Nein. CI/CD funktioniert vollständig on-premise und ist in OT-Umgebungen oft sogar die einzige zulässige Variante. Build-Server, Artefakt-Registry und Test-Infrastruktur laufen im eigenen Rechenzentrum oder air-gapped, also ohne Verbindung ins Internet. An den Prinzipien ändert das nichts, nur am Hosting.
- Wie messe ich, ob meine CI/CD-Einführung erfolgreich ist?
- Der etablierte Maßstab sind die DORA-Metriken: Deployment Frequency, Change Lead Time, Change Fail Rate und Failed Deployment Recovery Time, die frühere Mean Time to Recovery. DORA führt inzwischen zusätzlich die Deployment Rework Rate, also den Anteil ungeplanter Korrektur-Deployments. Messen Sie die Werte vor der Einführung, sonst fehlt Ihnen später der Vergleich.
- Lohnt sich CI/CD auch bei nur wenigen Releases pro Jahr?
- Ja, der Nutzen liegt dann in Reproduzierbarkeit und Audit-Sicherheit statt in der Frequenz. Ausgerechnet das eine Release im Jahr ist das, bei dem ein manueller Fehler am teuersten wird, weil niemand die Handgriffe vom letzten Mal noch sicher kennt. Eine automatisierte Strecke schreibt diese Handgriffe fest.
- Was ist der Unterschied zwischen CI/CD und DevOps?
- DevOps ist die Arbeitsweise, CI/CD ihr wichtigstes Werkzeug. DevOps beschreibt Kultur, Verantwortung und Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb, CI/CD die technische Automatisierung von Integration, Test und Auslieferung. Eine Pipeline ohne diese Zusammenarbeit liefert dieselben Probleme nur schneller aus.
- Welche CI/CD-Tools gibt es?
- Die verbreitetsten sind Jenkins, GitLab CI, GitHub Actions und Azure DevOps; für Kubernetes-Deployments ergänzen GitOps-Werkzeuge wie ArgoCD den Auslieferungsteil. Die Wahl hängt meist stärker von der Umgebung ab als vom Funktionsumfang. On-Premise-Pflicht und OT-Anbindung sprechen oft für Jenkins oder GitLab, reine Cloud-Teams greifen häufig zu GitHub Actions.
Wo steht Ihr Team bei CI/CD?
Uns interessiert, wo Ihr Team bei diesem Thema steht. Auf Basis Ihrer Antwort schlagen wir Ihnen den sinnvollsten nächsten Schritt vor — ganz ohne Formular.
Was ist eine CI/CD Pipeline?
Wie unterscheidet sich Continuous Deployment von Continuous Delivery?
Was ist ein Deployment und was bedeutet es auf Deutsch?
Was ist ein Container in der Softwareentwicklung?
Weiterführende Primärquellen zu CI/CD: Normtexte, Hersteller- und Projektdokumentation. Alle Ziele öffnen in einem neuen Tab.
- /01Martin FowlerContinuous Integration(externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Der Grundlagenartikel, der CI als Praxis beschreibt und nicht als Werkzeug.
- /02AtlassianCI vs. Continuous Delivery vs. Continuous Deployment(externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Grenzt die drei Begriffe sauber voneinander ab, mit Schaubild der Stufen.
- /03Jez Humble und David FarleyContinuous Delivery(externe Seite, öffnet in neuem Tab)
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