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ISO 26262

// Direkte Antwort

Wofür steht ISO 26262?

Die ISO 26262 ist der Sicherheitsstandard für elektrische und elektronische Systeme in Straßenfahrzeugen. Sie fordert unter anderem nachweisbare Testabdeckung, Traceability zwischen Anforderungen und Tests sowie lückenlose Dokumentation. Alle drei lassen sich in CI/CD-Pipelines automatisieren.

Auch bekannt als: Funktionale Sicherheit Automotive · Functional Safety · ASIL

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// Im DetailISO 26262

Die Arbeit nach ISO 26262 beginnt mit der Gefährdungs- und Risikoanalyse (HARA, Hazard Analysis and Risk Assessment). Das Team spielt für jede Fahrzeugfunktion durch, welche Fehlfunktion in welcher Fahrsituation Menschen gefährden kann. Jede Gefährdung bekommt drei Bewertungen: Schwere des möglichen Schadens (S), Häufigkeit der Fahrsituation (E, Exposure) und Beherrschbarkeit durch den Fahrer (C, Controllability). Aus der Kombination ergibt sich das ASIL (Automotive Safety Integrity Level) von A bis D. Gefährdungen unterhalb von ASIL A fallen unter QM, also normales Qualitätsmanagement ohne zusätzliche Safety-Anforderungen.

Das ASIL bestimmt, wie streng die Entwicklung sein muss. Ein ungewollter Eingriff in die Lenkung bei Autobahnfahrt landet schnell bei ASIL D, eine ausgefallene Innenraumbeleuchtung nicht. Je höher das ASIL, desto strenger die geforderten Methoden, Reviews und Testabdeckungen. Für die Unit-Tests auf ASIL D empfiehlt die Norm zum Beispiel ausdrücklich MC/DC-Abdeckung (Modified Condition/Decision Coverage), bei der jede Teilbedingung einer Verzweigung nachweislich das Ergebnis beeinflusst.

Die ISO 26262 regelt Safety, also den Schutz vor Fehlfunktionen. Den Schutz vor Angriffen auf Fahrzeuge regelt die ISO/SAE 21434, bei vernetzten Steuergeräten braucht man beide. Die Norm leitet sich aus der branchenübergreifenden Sicherheitsnorm IEC 61508 ab. Aktuell gilt die zweite Ausgabe von 2018, eine dritte Ausgabe ist in Arbeit und wird nicht vor 2027 erwartet.

Für Embedded DevOps prägt die Norm vor allem die Nachweisführung. Sie verlangt Traceability zwischen Anforderungen, Design, Code und Tests, festgelegte Abdeckungsmaße und lückenlose Dokumentation. In einer CI/CD-Pipeline lässt sich vieles davon bei jedem Build erzeugen: Die Pipeline aktualisiert die Verknüpfungen zwischen Anforderung, Code und Test, misst die Coverage und archiviert die Berichte. Liegt beim Assessment die Traceability-Matrix aus dem letzten Nightly-Build vor, muss niemand in der Woche davor Tabellen abgleichen.

Der teuerste Stolperstein ist nachträglich zusammengetragene Traceability. In der Praxis rekonstruiert ein Team wenige Wochen vor dem Assessment in Excel, welcher Test welche Anforderung abdeckt, und wiederholt das beim nächsten Release. Ebenso häufig fehlt die Werkzeugqualifizierung. Wirkt ein Tool auf den Sicherheitsnachweis ein, braucht es je nach Tool Confidence Level (TCL) eine Qualifizierung, sonst zählen seine Ergebnisse im Nachweis nicht. Und ein pauschal zu hoch angesetztes ASIL erzeugt Aufwand, den die Risikoanalyse nicht rechtfertigt.

// Beispiele aus der Praxis2 Szenarien
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Traceability-Matrix aus dem Nightly-Build

Ein Steuergeräte-Hersteller pflegte die Zuordnung von Anforderungen zu Tests in einer Tabelle, die vor jedem Assessment tagelang nachgezogen wurde. Heute verknüpft seine CI-Strecke Anforderungen, Code-Änderungen und Testfälle bei jedem Build. Die für ISO 26262 nötige Nachverfolgbarkeit liegt jeden Morgen als prüfbares Artefakt vor.

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Coverage-Gate für ein ASIL-D-Modul

Bei einem Lenkungsmodul mit ASIL D sank die MC/DC-Abdeckung über mehrere Releases unbemerkt, weil nur vor Meilensteinen gemessen wurde. Ein Quality Gate prüft die Abdeckung jetzt bei jedem Build und bricht die Pipeline ab, sobald sie unter die festgelegte Schwelle fällt. Die Lücke fällt am Tag der Änderung auf und nicht beim nächsten Meilenstein.

// Welcher Weg passt?ISO 26262
// In 2 Klicks: ISO 26262 in der ToolchainSchritt 1 / 2

Wo setzt ISO 26262 bei Ihnen an?

ISO 26262 verlangt für sicherheitsrelevante Automotive-Software lückenlose Nachweise — der Hebel liegt darin, diese nicht von Hand zu führen. Zwei Klicks zeigen, wo Sie ansetzen.

Was ist Ihr größter Aufwand?

// Häufige FragenFAQ
Was bedeuten die ASIL-Stufen A bis D?
Sie klassifizieren das Risiko einer möglichen Fehlfunktion im Fahrzeug. Die Einstufung ergibt sich aus der Schwere eines Schadens, der Häufigkeit der Fahrsituation und der Beherrschbarkeit durch den Fahrer. ASIL A ist die niedrigste, ASIL D die höchste Stufe mit den strengsten Anforderungen an Methoden und Nachweise.
Lässt sich ISO-26262-Konformität in einer CI/CD-Pipeline automatisieren?
Wesentliche Teile ja: Traceability, Coverage-Messung, statische Analyse und die Archivierung von Nachweisen lassen sich bei jedem Build reproduzierbar erzeugen. Risikoanalyse, ASIL-Einstufung und Sicherheitsargumentation bleiben Aufgaben, die Menschen verantworten.
Wie hängt die ISO 26262 mit der Werkzeugqualifizierung zusammen?
Werkzeuge, deren Fehler einen Sicherheitsnachweis verfälschen oder einen Fehler unentdeckt lassen könnten, brauchen je nach Tool Confidence Level eine Qualifizierung. Das TCL ergibt sich daraus, wie stark ein Tool auf das Produkt einwirkt und wie wahrscheinlich seine Fehler entdeckt werden. In einer CI/CD-Pipeline gehören deshalb Compiler, Testframeworks und Coverage-Werkzeuge auf die Liste der zu bewertenden Tools.
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// Quellen und Referenzen3 Quellen

Weiterführende Primärquellen zu ISO 26262: Normtexte, Hersteller- und Projektdokumentation. Alle Ziele öffnen in einem neuen Tab.

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